• Die Versorgungssicherheit beim Strom ist für den neugewählten SVP-Bundesrat Albert Rösti eine der grössten Herausforderungen.
  • Trotz der gegenwärtigen Krisen sieht er die Schweiz aber in einer vergleichsweise guten Lage.

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Albert Rösti wolle als früherer Energiepolitiker seinen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, sagte er am Mittwoch in Bern vor den Medien. Inhaltliche Aussagen machte er keine: Zuerst wolle er mit dem Regierungskollegium zusammensitzen.

Auf die Frage, ob er als thematisch vielseitiger Politiker zum fleissigen Schreiber von Mitberichten werde, erklärte Rösti, er wolle seine Meinung einbringen, wo seine Werthaltung zentral sei. Als weitere grosse Themen nannte Rösti an seiner ersten Medienkonferenz nach der Wahl unter anderem einen ausgeglichenen Finanzhaushalt, das Verhältnis zur EU und die Zukunft der Armee.

"Wir sind in einer glücklichen Situation"

"Ich darf für ein Land arbeiten, das einen hohen Wohlstand hat. Wir sind in einer glücklichen Situation", sagte Rösti. Trotz zwei Jahren Covid-19-Pandemie habe die Schweiz eine der tiefsten Arbeitslosenquoten und die tiefste Inflation weltweit. Dieses Erbe wolle er in seiner Regierungsarbeit weitertragen.

Rösti trat Befürchtungen entgegen, dass mit der neuen Zusammensetzung der Landesregierung urbane Gebiete zu kurz kommen könnten: Es sei klar, dass die Städte die grossen Wirtschaftsmotoren seien. Deshalb müsse die Landesregierung auch das Bewusstsein für die Städter haben: "Ich habe in Zürich studiert und zeitlebens in Bern gearbeitet, deshalb kenne ich das städtische Umfeld gut."

Unabhängigkeit gewährleistet

Angesprochen auf seine zahlreichen Wirtschaftsmandate sagte Rösti, dass diese für seine künftige Tätigkeit kein Problem darstellten. "Ich kann ab dem 1. Januar unabhängig politisieren."

Er wolle klarstellen, dass er all seine Mandate selbstverständlich per Ende Jahr abgebe. Als Milizparlamentarier habe man verschiedene Hüte an, als Bundesrat gehe das nicht mehr.

Nicht festlegen wollte sich der neugewählte Bundesrat, ob er zusammen mit Elisabeth Baume-Schneider einen Italienischkurs besuchen werde: "Ich bin nicht der grösste Hirsch in Sprachen." Er müsse sich nun zuerst in die Dossiers einarbeiten.

Der Kanton Tessin liege ihm trotz fehlender Italienischkenntnisse am Herzen, betonte er: "Ich bin ein Bundesrat für die ganze Schweiz." Rösti liess sich auch von einer Frage nach der Wirkung seines Nachnamens im Ausland nicht aus dem Konzept bringen. Sein Name habe ihm bisher mehr geholfen als geschadet. Das bleibe wohl auch so. "Vielleicht öffnet der Name die Tür zu einem offenen Gespräch."  © Keystone-SDA