Das Verfahren gegen den Genfer Kunsthändler Yves Bouvier muss wieder aufgenommen werden. Das kantonale Berufungsgericht hat eine Beschwerde des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew gutgeheissen, wie seine Anwälte am Donnerstag mitteilten.

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Die Genfer Staatsanwaltschaft muss sich nun erneut mit dem Fall beschäftigen. Diese hatte das seit 2017 laufende Verfahren im vergangenen September eingestellt. Sie war zum Schluss gekommen, dass Bouvier den Rybolowlew bei Kunstverkäufen nicht betrogen habe. Gegen diesen Entscheid legten die Anwälte des russischen Oligarchen Rekurs ein.

In seinem Urteil weist das Berufungsgericht alle Gründe zurück, welche die Staatsanwaltschaft und Bouvier für die Einstellung des Verfahrens angeführt hatten. So besteht nach Ansicht der Richter kein Verfahrenshindernis aufgrund eines anderen Verfahrens gegen Bouvier in Monaco. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einstellung des Verfahrens zudem mit einem Mangel eines öffentlichen Interesses an der Fortführung des Falles und das Fehlen der angeblichen Straftaten begründet.

Bilder von Picasso und Klimt

Der Eigentümer und Präsident des Fussballvereins AS Monaco beschuldigt den Genfer Kunsthändler, mit dem er zuvor jahrelang befreundet war, ihm 38 Kunstwerke zu einem überhöhten Preis verkauft zu haben. Dadurch habe er rund eine Milliarde Franken verloren.

Unter den Objekten sind Bilder bekannter Maler wie Pablo Picasso, Amedeo Modigliani und Gustav Klimt. Der Vorwurf von Rybolowlew und seinen Anwälten an die Adresse von Bouvier lautet: Betrug, Veruntreuung, ungetreue Geschäftsführung und Geldwäscherei.

Klagen auf der halben Welt

Bouviers Anwälte wiesen ihrerseits in einer Stellungnahme daraufhin, dass Rybolowlew seit 2015 alle neun Klagen gegen den Kunsthändler vor verschiedenen Gerichten in Singapur, New York, Monaco, Hongkong usw. verloren habe.

Bouvier sagt, dass die Angriffe von Rybolowlew auf ihn hätten nichts mit dem Verkauf von Kunstobjekten zu tun. Die Scheidung des russischen Milliardärs im Jahr 2015 sei der wahre Grund gewesen, ihn anzugreifen. Rybolowlew habe in der, wie Bouvier es nannte, "teuersten Scheidung der Geschichte" den Wert seiner Kunstsammlung herabsetzen wollen.  © Keystone-SDA