Für die 3000 Personen eines Quartiers in der Stadt Luzern, in dem seit einer Woche das Trinkwasser verschmutzt ist, gibt es noch keine Entwarnung, aber eine Erleichterung. Sie können neu an fünf Zapfstellen sauberes Wasser beziehen.

Die EWL Energie Wasser Luzern AG hatte am 30. Juli bekannt gegeben, dass das Trinkwasser im Gebiet Langensand-Matthof bakteriell verunreinigt sei. Die Bewohnerinnen und Bewohner des am linken Seeufer gelegenen Quartiers müssen seither das Hahnenwasser abkochen.

Diese für die Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner "belastende Situation" bleibe vorderhand bestehen, sagte Patrik Rust, Vorsitzender der EWL-Geschäftsleitung. Der Ursprung der Verschmutzung sei noch nicht gefunden worden. Er verstehe die Ungeduld.

Als Entlastung nahm EWL im Verlauf des Freitags fünf Zapfsäulen mit sauberem Trinkwasser in Betrieb. Diese Abgabestellen werden über temporär eingerichtete Leitungen gespeist.

Leitungen werden gespült

Die Verunreinigung wurden bei einer wöchentlichen Probe im Netz entdeckt. Mit gezielten, stundenlangen Spülungen der Leitungen würden die Bakterien ausgeschwemmt, sagte Rust. Danach würden neue Proben des Leitungswassers genommen.

Bis das Resultat einer Probe vorliegt, dauert es 24 Stunden, dies weil Bakterien gezüchtet werden müssen, wie Kantonschemiker Silvio Arpagaus erklärte. Rust sagte, dies bedeute, dass die Proberesultate um mehr als einen Tag der Realität nachhinkten.

Bei den entdeckten Keimen handelt es sich um Enterokokken. Diese Bakterien kommen im Darm natürlicherweise vor. Tauchen sie im Trinkwasser auf, ist dies gemäss Arpagaus ein Hinweis auf eine weitergehende Verschmutzung.

Beim städtischen Wasserversorger gingen nach Angaben von EWL-Geschäftsleitungsmitglied Nicole Reisinger auch einzelne Meldungen wegen Durchfalls ein. Ob diese durch die Wasserverschmutzung verursacht worden seien, sei aber noch nicht bestätigt, sagte sie. Es ist laut EWL das erste Mal seit 20 Jahren, dass es in der Stadt Luzern eine Trinkwasserverschmutzung gibt.  © Keystone-SDA