Die Formel-1-Autos der WM-Saison 2020

Laute Musik und spektakuläre Lichtershows: Die Formel-1 startet in die Saison 2020. Rechtzeitig präsentieren Ferrari, Mercedes und Co. ihre neuen Rennwagen.

Der neue Silberpfeil scheint eine Weiterentwicklung des Vorgängers zu sein. Am grundlegenden Konzept hat Mercedes anscheinend nichts geändert - wieso auch? Seit Jahren fahren sie der Konkurrenz mit diesem Konzept davon (Weltmeister 2014 bis 2019).
Ferrari auf der anderen Seite bläst zur Jagd auf Mercedes: Der italienische Rennstall stellte im pompösen Theater Romolo Valli in Regio Emilia unter musikalischer Begleitung seinen neuen Rennwagen für die Saison 2020 vor. Mit dem will Ferrari die Vorherrschaft der Silberpfeile endlich durchbrechen.
Ob es den Piloten Charles Leclerc und Sebastian Vettel gelingt, mit der neuen "Roten Göttin" Ferrari erstmals seit 2007 wieder auf den Formel-1-Thron zu hieven? Immerhin ist laut Vettel "viel Hirnschmalz" in die Fertigstellung des neuen Boliden geflossen. Ein Problem der vergangenen Saison soll behoben worden sein und der Wagen jetzt "deutlich besser" in den Kurven liegen, so Vettel.
Ferrari setzt auch 2020 auf das alte Frontflügel-Konzept. Im Vorjahr hatten die Italiener bereits - im Gegensatz zu Mercedes und Red Bull - auf einen Frontflügel gesetzt, der zwar weniger Luftwiderstand generiert, aber auch weniger Antrieb. Das höhere Höchsttempo wirkte sich auf die Performance in den Kurven aus.
"Wir haben den Anpressdruck stark erhöht. Nicht nur durch den Flügel, sondern auch durch andere Teile am Auto. Das Auto ist insgesamt schlanker geworden, das Heck und der Diffusor funktionieren besser. Der Anpressdruck insgesamt ist sicher höher geworden", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto über den neuen Wagen.
Vettels neues Schmuckstück trägt übrigens den offiziellen Namen "SF 1000". Der Name deutet auf den 1000. Grand Prix von Ferrari in der Formel 1 in diesem Jahr hin. Welchen Spitznamen der Deutsche seinem Rennwagen geben wird, bleibt noch abzuwarten. Der vierfache Weltmeister gibt seinen Autos seit 2008 immer Frauennamen - 2019 etwa Lina.
Auch bei Red Bull hat man den neuen Rennwagen offiziell vorgestellt. Die Lackierung des RB16 ist dabei aber im Grunde identisch zu der der Vorsaison.
Red Bull setzt voll auf die Weiterentwicklung des erfolgreichen Vorgängermodells. Zusammen mit Formel-1-Superstar Max Verstappen will der Rennstall jetzt den Grossangriff auf Ferrari und Mercedes starten.
Während Red Bull an Kontinuität arbeitet, ist bei Torro Rosso Umbruch angesagt. Aus Scuderia Toro Rosso wird Scuderia AlphaTauri. Der in Faenza beheimatete Rennstall geht ab der Saison 2020 mit einem neuen Namen an den Start.
Und auch die Designsprache ist neu: Die beiden Fahrer Daniil Kwjat und Pierre Gasly dürfen sich also über neue Arbeitskleidung und eine gänzlich neue Lackierung freuen.
Auch bei Racing Point steht eine Namensänderung bevor. Ab der Saison 2021 wird das Team den Namen "Aston Martin F1" tragen. Der kanadische Milliardär und Miteigentümer des Teams Lawrence Stroll kaufte sich vor kurzem beim britischen Autohersteller ein. Für diese Saison hat das jedoch kaum Auswirkungen. Racing Point geht auch dieses Jahr im bekannten Racing-Point-Pink an den Start.
Als erstes Team hatte Haas seinen neuen Rennwagen für die Saison 2020 vorgestellt. Allerdings waren nur Computerrenderings des Fahrzeugs veröffentlicht worden. Zum Testbeginn zeigte das Team dann auch das fertige Fahrzeug. Der Frontflügel grenzt sich nun klar von der Nase ab. Bei der Frontflügel-Philosophie setzen die Amerikaner auf eine Variante, die an Vettels Wagen aus dem vergangenen Jahr angelehnt ist.
Auffällig ist die neue Lackierung. Diese erinnert nach dem Aus von Hauptsponsor "Rich Energy" wieder an die Anfangsjahre des Rennstalls in der Formel-1. Der neue Bolide erstrahlt in Schwarz und Weiss mit roten Akzenten. In der Vorsaison war es noch ein schwarz-goldenes Farbschema.
Nachdem beim offiziellen Launch-Event von Renault ebenfalls kein wirkliches Fahrzeug vorgestellt wurde, konnten Fans zu Testbeginn in Barcelona erste Blicke auf den französischen Flitzer erhaschen. Bis auf die Startnummern sind die gelben Akzente der Vorsaison Geschichte. Der neue Renault-Bolide erscheint im schwarzen Dress zum Titelkampf 2020. Renaults Team-Chef Cyril Abiteboul lies zuvor bereits durchblicken, dass man das Aerodynamikkonzept weitreichend überarbeitet habe.
Auch McLarens neuester Rennwagen drehte bereits erste Runden in den Testfahrten. Der auf den Namen "Mcl-35" hörende Bolide kommt ähnlich wie in der vergangenen Saison im vertrauten Papaya-Orange daher. Die blauen Akzente sind ebenfalls geblieben - zum Teil jedoch an anderer Stelle.
Nach den desaströsen Ergebnissen der letzten Jahre soll er es nun richten: "FW-43" heisst der neue Hoffnungsträger des Williams-Rennstalls. Ob das neue Design auch bessere Aussichten für das Team mit sich bringt, bleibt fraglich - rein optisch macht es aber sicherlich eine bessere Figur. (Metallgitter nur zu Testzwecken).
Pünktlich zum Testbeginn stellt auch Alfa Romeo seinen neuen Rennwagen mit offiziellem Design vor. Zum Launch-Event war der Bolide noch in eine Sonderlackierung gehüllt. Im Vergleich zur Vorsaison hat sich allerdings nicht viel geändert. Alfa Romeo bleibt sich treu und präsentiert auch den "C-39" im weiss-eoten Farbschema.