Niki Lauda will nicht mehr RTL-Experte sein und erwischt Moderator Florian König mit seiner Entscheidung völlig unvorbereitet. Mehrere Fahrer drücken ihr Bedauern über Laudas Abschied aus.

Niki Lauda und RTL - das war jahrelang eine Erfolgskombination. Nun macht die Formel-1-Legende als Experte Schluss und verkündet das völlig unvermittelt im Live-TV-Gespräch nach dem letzten Rennen der Saison in Abu Dhabi.

"Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen, und zwar, dass ich nicht mehr RTL-Experte sein werde", erklärte Lauda dem total verdutzten Moderator Florian König und Co-Experten Nico Rosberg.

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Legende Niki Lauda: Die besten Sprüche der Formel-1-Ikone

Niki Lauda wurde erst als Fahrer, später als TV-Experte zur Formel-1-Legende. Diese Sprüche werden unvergessen bleiben.

König trifft die Nachricht sichtlich. Er braucht einige Augenblicke, um das Gesagte zu verarbeiten, dann stammelt er "Danke, Legende" und umarmt den dreimaligen Formel-1-Weltmeister.

Wie perplex König tatsächlich war, erklärt der Moderator in der "Bild": "Ich habe erst gedacht, Niki verarscht mich. Aber dann habe ich ihm tief in die Augen geschaut und gemerkt, dass es ihm ernst ist. Superschade."

Niki Lauda: "Jetzt ist es genug"

Lauda selbst sagt über seine Beweggründe in der "Bild", er habe es lange genug gemacht, 21 Jahre. "Ich habe mich sehr, sehr lange gehalten. Aber jetzt ist es genug."

Die Entscheidung habe bereits seit Samstag festgestanden.

Auch viele Fahrer bedauern Laudas Abschied von RTL. Sebastian Vettel meint: "Er war immer sehr direkt und geradeaus. Aber er wird sicher immer noch seine Meinung sagen, wenn man ihn fragt."

Auch Weltmeister Lewis Hamilton schlägt in diese Kerbe: "Er redet nicht um den heissen Brei, sondern sagt klar, was Sache ist. Für mich ist er eine grosse Legende dieses Sports."

Lauda als Unternehmer

Niki Lauda selbst hat sich bislang nicht dazu geäussert, wie es in Zukunft mit ihm weitergeht. Der Österreicher ist 68 Jahre alt, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht und dem Rentnerdasein frönt, kann man sich jedoch kaum vorstellen.

Zumal der Job als RTL-Experte wohl eher ein nettes Zubrot für die Legende gewesen sein muss. Lauda sitzt im Aufsichtsrat des Formel-1-Teams von Mercedes und verdient in dieser Funktion über 750.000 Euro jährlich.

Zudem übernahm er 2016 die österreichische Fluggesellschaft Amira Air und benannte sie in Lauda Motion um. Seine Flotte besteht aus 15 Flugzeugen und bedient gehobenes Klientel.

Laudas Privatvermögen wird auf 200 Millionen Euro geschätzt.

Wie geht es mit RTL weiter?

RTL geht derweil in eine ungewisse Zukunft was die Übertragungsrechte der Formel 1 angeht. Die TV-Verträge von RTL und Sky laufen aus. Noch steht nicht fest, wie die Lizenzen in der kommenden Saison verteilt werden.

Wie der Marketingchef des Mehrheitseigners Liberty Media, Sean Bratches laut "Fokus" erklärt, müssen sich die Fans wohl darauf einstellen, dass nur noch etwa 30 Prozent der Rennen weiter im Free-TV empfangbar sein werden. (ska)