• Eindrucksvoll startet Titelverteidiger Bayern München in die neue Saison.
  • Der deutsche Meister überrollt die Eintracht nahezu ohne Gegenwehr.
  • Und wer war noch einmal Robert Lewandowski?

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Wer soll diese Super-Bayern stoppen? Mit einem Tor-Spektakel hat der Rekordmeister aus München die 60. Jubiläumssaison der Fussball-Bundesliga bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt eröffnet und ein beeindruckendes Statement an die Konkurrenz gesendet. Mit dem 6:1 (5:0)-Sieg am Freitagabend vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena unterstrich der Titelverteidiger gleich am ersten Spieltag nachdrücklich seine Ambitionen auf die elfte Meisterschaft in Serie. Die Hessen kassierten dagegen vor dem UEFA-Supercup gegen Champions-League-Gewinner Real Madrid am kommenden Mittwoch in Helsinki einen heftigen Dämpfer.

In einer rasanten und teilweise vogelwilden Partie machten Joshua Kimmich (4.), Benjamin Pavard (11.), Sadio Mané (29.), Jamal Musiala (35.) und Serge Gnabry (43.) bereits vor der Pause alles klar für die wie entfesselt stürmenden Bayern. Erst nach dem Wechsel kam Frankfurt etwas besser ins Spiel und belohnte sich durch Neuzugang Randal Kolo Muani (64.) nach dickem Patzer von Bayern-Torwart Manuel Neuer. Musiala (83.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt.

Für die kurioseste Szene des Spiels sorgte Thomas Müller in der 23. Minute. Der Nationalspieler brachte es fertig, den Ball aus kürzester Distanz nicht ins leere Tor unterzubringen. Im Fallen traf Müller nach einem nicht ganz sauberen Pass von Gnabry nur den Pfosten, danach prallte der Ball gegen seinen Kopf. Slapstick pur.

Nagelsmann hatte die Qual der Wahl und entschied sich für die gleiche Startformation wie beim Supercup-Spektakel gegen RB Leipzig (5:3) - und damit gegen den fast 70 Millionen Euro teuren Neuzugang Matthijs de Ligt. Auch Nationalspieler Leroy Sané sass zu Beginn nur auf der Bank. Dafür meldete sich Torhüter Neuer nach seiner Magen-Darm-Erkrankung einsatzfähig. Und vorne stürmte Mané, die neue Attraktion der Liga.

Beim ersten Versuch der Eintracht hilft die Latte den Bayern

Der senegalesische Ausnahmespieler setzte nach 90 Sekunden eine erste Duftmarke, sein Kopfball nach einer Ecke von Kimmich verfehlte aber klar das Tor. Nur wenig später machte es Kimmich besser - und wie! Bei einem Freistoss aus halbrechter Position düpierte der Nationalspieler Eintracht-Torhüter Kevin Trapp, der auf eine Flanke spekulierte, und schlenzte den Ball frech an der Mauer vorbei ins kurze Ecke. Der rechte Pfosten half mit.

Die Eintracht war komplett von der Rolle und kassierte nur sechs Minuten später den zweiten Gegentreffer durch Pavard, der die Schläfrigkeiten in der Frankfurter Hintermannschaft gnadenlos bestrafte. Erst danach gab der Gastgeber ein erstes Lebenszeichen ab. Innenverteidiger Tuta hatte aber Pech, dass er per Kopf nur die Latte traf. Neuer wäre machtlos gewesen.

Die Münchner schüttelten sich kurz - und setzten ihren Hochgeschwindigkeits-Fussball unbeirrt fort. Hellwach, aggressiv und kombinationsstark fuhr das Star-Ensemble einen gefährlichen Angriff nach dem nächsten auf das gegnerische Tor. Der Lohn: drei weitere Treffer im ersten Durchgang durch Mané, Musiala und Gnabry. Das 5:0 war die höchste Halbzeitführung seit Einführung der Eröffnungsspiele.

Musiala konstant vorne dabei

Im ersten Spiel nach dem Abgang von Robert Lewandowski (FC Barcelona) fokussierte sich das Offensivspiel nicht mehr auf einen Stossstürmer, sondern Mané, Müller und Gnabry tauschten oft die Positionen, kreuzten viel und waren so kaum zu fassen für die Frankfurter. Auch der zurzeit bärenstarke Musiala tauchte vorne überall auf.

Die Eintracht wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt, hatte zwischenzeitlich aber die Riesenchance zum 1:2-Anschlusstreffer durch Jesper Lindström (26.). Das Team von Trainer Oliver Glasner agierte in der Defensive viel zu offen und lud damit die pfeilschnellen Bayern-Stürmer regelrecht zum Kontern ein. Auch offensiv kam vom Champions-League-Teilnehmer zu wenig, zumal Bundesliga-Rückkehrer Mario Götze blass blieb. Auch von Flügelflitzer Filip Kostic, der von Juventus Turin heftig umworben wird, kam viel zu wenig.

Neuer verschätzt sich - und Kolo Muani nutzt das

Glasner reagierte und brachte zur zweiten Hälfte in Kristijan Jakic, Christopher Lenz und Kolo Muani gleich drei neue Spieler. Ausserdem dürfte der Trainer die richtigen Worte in der Kabine gefunden haben. Nachdem ein Tor nach Videobeweis noch aberkannt worden war, traf Kolo Muani nach einem Patzer von Neuer, dessen Ausflug aus dem Strafraum bestraft wurde, zum 1:5.

Die Münchner schalteten mindestens einen Gang runter, wodurch die Eintracht zu weiteren Chancen wie die von Ansgar Knauff (69.) kam. Wirklich gefährlich wurde es für den Titelverteidiger aber nicht mehr. (best/dpa)

Julian Nagelsmann, FC Bayern München, Pressekonferenz, Eintracht Frankfurt, Bundesliga, 2022/23

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