• Der FC Schalke 04 hat Borussia Mönchengladbach einen möglichen Traumstart unter dem neuen Trainer Daniel Farke verdorben.
  • Durch das späte 2:2 verhinderte der Aufsteiger den zweiten Saisonsieg des Clubs vom Niederrhein.
  • Dabei hatte es zunächst nach einem erneut bitteren Spiel für Schalke nach dem Aufstieg ausgesehen.

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Auch Minuten nach dem Abpfiff liess sich die Schalker Mannschaft von ihren Fans in der Nordkurve feiern - nicht für den ersten Sieg nach der Bundesliga-Rückkehr, aber für eine emotionale Aufholjagd. Ein in der Nachspielzeit verwandelter Handelfmeter von Marius Bülter (90.+3 Minute) rettete dem Aufsteiger beim wilden 2:2 (1:0) im ersten Heimspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach immerhin einen Punkt und sorgte für ein kleine blau-weisse Sommerparty.

"Der Bülti nimmt sich den Ball, hat das Selbstvertrauen und macht ihn rein. So muss das geregelt werden", sagte Schalkes Trainer Frank Kramer bei Sky: "Es ist unsere verdammte Pflicht, unser Herz auf den Platz zu schmeissen." Zumal die 62 271 Zuschauer in der ausverkauften Arena eine "geile Stimmung" erzeugt hätten. "Schön, dass wir ihnen in der 93. Minute noch einen Punkt bescheren konnten", sagte Torjäger Simon Terodde.

Anfangs sah es für Schalke nicht gut aus

Dabei hatte es zunächst nach einem erneut ganz bitteren Spiel für Schalke nach dem Aufstieg ausgesehen. Jonas Hofmann (72.) und Marcus Thuram (78.) drehten die Partie zugunsten der lange enttäuschenden Borussia, nachdem Rordrigo Zalazar (29.) die Schalker Führung erzielt hatte. Für Ektase sorgte dann Bülters verwandelter Elfmeter, vorausgegangen war ein Handspiel des eingewechselten Patrick Herrmann.

"Den kann man geben, leider", meinte der Gladbacher Christoph Kramer, der über die "unfassbare" Atmosphäre in der Schalker Arena schwärmte und meinte: "Das ist ein geiles Stadion, ein geiler Verein, der in die Bundesliga gehört." Die Gladbacher hätten mit einem Sieg zumindest vorübergehend die Tabellenspitze übernommen.

Bei über 30 Grad sorgten die Zuschauer für Stimmung

Trotz des 1:3 zum Liga-Auftakt am vergangenen Wochenende beim 1. FC Köln war die Euphorie bei den Schalkern nach dem Aufstieg deutlich zu spüren. Die Zuschauer sorgten bei heissem Sommerwetter mit Temperaturen weit über 30 Grad für einen stimmungsvollen Rahmen. "Da bekommt man schon ein bisschen Pipi in den Augen, weil man angefixt ist. Geiler geht es ja gar nicht", sagte Kramer kurz vor dem Anpfiff. Mit einer gewaltigen blau-weissen Choreografie machte die Nordkurve die Königsblauen noch einmal richtig heiss. Das wirkte.

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Von Beginn an gaben die im Vergleich mit den Borussen spielerisch limitierten Hausherren Vollgas. Schalkes Profis waren bissig, kämpften um jeden Zentimeter und stresste die um Struktur bemühten Gladbacher. Den eigentlich auf Ballbesitz ausgerichteten Borussen passte das gar nicht, immer wieder verliessen sie allzu früh die von Farke vorgegebene Linie. Nach einigen gefährlichen Offensivaktionen zu Beginn des Spiels ging der Revierclub nach einer knappen halben Stunden nicht unverdient in Führung. Ein satter Weitschuss von Zalazar schlug unerreichbar für Gladbachs Keeper Yann Sommer in dessen rechten unteren Ecke ein.

Florian Neuhaus hatte einen schwachen Auftritt

Die Gladbacher, die in der Vorbereitung und in den ersten beiden Pflichtspielen unter ihrem neuen Trainer ungeschlagen waren, reagierte überrascht und geschockt auf den unerwarteten Rückschlag. Im Vergleich zum souveränen 3:1 am ersten Spieltag gegen eine allerdings auch mitspielende TSG Hoffenheim waren die Rheinländer nicht wiederzuerkennen. Mit dem mehr auf Zerstörung und Kampf ausgerichteten Spiel Schalkes hatte die uninspirierte Farke-Elf deutlich mehr Probleme. Ohne den nach wie vor verletzten Kapitän Lars Stindl hatte auch Nationalspieler Florian Neuhaus als dessen Vertreter hinter den Spitzen einen ganz schwachen Auftritt.

Nach dem Wechsel wurde Gladbach noch spielbestimmender. Insgesamt wurden die Hausherren nun aber weiter in die Defensive gedrückt. Gefährlich wurde Schalke kaum noch. Hofmann arbeitete den Ausgleich nach gut 70 Minuten förmlich ins Tor. Kurz darauf traf auch Thuram - doch den Schlusspunkt setzte Schalkes Bülter.(dpa/jst)

Kramer neuer Chefcoach auf Schalke

Der ehemalige Bielefelder Coach Frank Kramer ist neuer Cheftrainer beim Aufsteiger Schalke 04. Der 50-Jährige erhält einen Vertrag bis 2024 und tritt die Nachfolge von Interimstrainer Mike Büskens bei den Knappen an.