Bundesliga: Auf diese 18 Typen sollten Sie zum Start achten

Alte Bekannte, viele neue Gesichter - und herausragende Persönlichkeiten oder Fussballer: Zum Start der 57. Bundesliga-Saison stellen wir 18 ganz spezielle Akteure und Trainer der Vereine vor, die ihre Mannschaft prägen könnten. (msc/dpa)

Niko Kovac, der Getriebene: In der Premierensaison als Trainer des FC Bayern gab's das Double bestehend aus Meisterschaft und Pokal - und nahezu ständig Kritik. Selbst bei der Titelparty auf dem Rathausbalkon wurden Fragen zur Zukunft des Kroaten gestellt. Die Diskussionen könnten schnell aufs Neue losgehen, zumal Vorstandvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge Kovac im Poker um Leroy Sané öffentlich rügte.
Klaus Gjasula, der Maskenmann: Der Mittelfeldspieler von Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn (rechts) fällt in jedem Spiel auf. Nicht nur, weil er mit 1,90 Metern einer der grössten Profis seines Teams ist. Sondern, weil er bei jeder Partie einen Helm trägt. Bei einem Kopfballduell zog sich der Deutsch-Albaner einst einen Bruch des Jochbogens zu. Seitdem setzt er sich zur Sicherheit jedes Mal den Kopfschutz auf.
Vladimir Darida, das Stehaufmännchen: Seit 2015 spielt der Tscheche Nationalspieler bei Hertha BSC, kam aber in den vergangenen zwei Jahren – auch verletzungsbedingt - kaum zum Zug. Der Mittelfeldspieler hat im Sommer auf den Urlaub verzichtet und präsentiert sich jetzt topfit. Als Lohn erzielte Darida den ersten Treffer der Berliner der neuen Saison - in der ersten Runde des DFB-Pokals in Eichstätt.
Christian Streich, der Kult-Trainer: Der Trainer ist das Gesicht des SC Freiburg. Mit mehr als siebeneinhalb Jahren ist er der dienstälteste unter den aktuellen Bundesliga-Kollegen. Dank seiner emotionalen Art und seines badischen Dialekts geniesst der 54-Jährige Kultstatus. Doch auch sein Händchen für Talente und seine Aussagen zu politischen Entwicklungen machen ihn besonders.
Yussuf Poulsen, der Führungsspieler: 2013 kam der Stürmer als schüchterner Teenager zu seinem ersten RB-Training. Heute ist der Däne mit dem Rasta-Zopf eine der wenigen Identifikationsfiguren des im Durchschnitt nicht einmal 23-jährigen Kader von Leipzig. Poulsen (25) ist auf dem Platz (15 Tore in der vergangenen Saison) und daneben (im Oktober wird er erstmals Vater) gereift.
Christopher Trimmel, der Tätowierer: Der Kapitän von Union Berlin hat nicht nur viele Tattoos auf der Haut, der Österreicher betätigt sich selber in dieser Kunst. Nach dem Aufstieg hat der Abwehrspieler fünf Fans kostenlose Tätowierungen versprochen. Jetzt hofft er auf die Kraft der Bilder: Seinen Rücken ziert ein riesiger Oktopus, mit dessen Saugnäpfen Trimmel möglichst viele Punkte festhalten möchte.
Martin Hinteregger, der Extremprofi: Die Alkohol-Eskapade beim FC Augsburg brachte den Verteidiger einen Rüffel von Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic ein. Egal: Die Eintracht-Fans sind happy - ihr Liebling ist zurück bei der SGE, so wie es Hinteregger auch wollte. Der Österreicher ist irgendwie anders als Musterprofis, spricht oft sehr offen und wurde beim FC Augsburg suspendiert, nachdem er Ex-Trainer Manuel Baum kritisiert hatte.
Sebastian Rudy, der Rückkehrer: Hoch in die Champions League, auf zu grossen Titeln hiess es für Sebastian Rudy 2017. Nach zwei - quasi verlorenen - Jahren beim FC Bayern und beim FC Schalke 04 ist Rudy wieder im Kraichgau bei der TSG 1899 Hoffenheim. Vorerst ist er nur ausgeliehen, doch nach seiner Aussage, "Schalke, das war nicht ich - es hat nicht gepasst", könnte es von Dauer sein.
Martin Schmidt, der Retter: Seit April ist der 52 Jahre alte Schweizer auf der Bundesliga-Bühne zurück. Den Klassenverbleib mit dem FC Augsburg hat er geschafft, aber jetzt liegt die Messlatte höher. In Mainz setzte er als ein Nachfolger der Star-Trainer Jürgen Klopp (FC Liverpool) und Thomas Tuchel (Paris Saint-Germain) "klar definiert auf Umschalt- und Tempofussball" - so mag es auch der FCA.
Levin Öztunali, der Seeler-Enkel: Wenn es um Öztunali geht, darf der Hinweis "Enkel von Fussball-Legende Uwe Seeler" für gewöhnlich nicht fehlen. Doch der Mittelfeldspieler von Mainz 05 hat sich auch spielerisch extrem weiterentwickelt, war im Sommer ein Garant für den Finaleinzug der Deutschen U-21-Nationalmannschaft bei der EM in Italien und San Marino. Nun soll in Mainz endlich der Durchbruch für den 23-Jährigen her.
Timo Horn, der Kölsche Jung: Kaum ein Bundesliga-Verein hat mehr Spieler, die in der eigenen Stadt geboren wurden, als der 1. FC Köln. Bei gleich sieben Profis ist dies der Fall: bei Torhüter Horn (26) und seinem Vertreter Thomas Kessler, bei Marco Höger, Marcel Risse, Salih Özcan, Christian Clemens und Niklas Hauptmann. Ein Eigengewächs mehr im Kader hat nur Union Berlin. Horn kam 2002 zum FC.
Josuha Guilavogui, der Top-Franzose. Er kam vor fünf Jahren von einem Weltclub wie Atlético Madrid zum VfL Wolfsburg - und hätte längst zu Benfica Lissabon weiterziehen können. Die Frage ist: Was macht jemand wie Guilavogui noch in Wolfsburg? Antwort: Der 28-Jährige fühlt sich pudelwohl in der VW-Stadt, ist Kapitän und Sprachrohr. Neu-Trainer Oliver Glasner hat den Franzosen gleich zum Abwehrchef seines neuen 3-4-3-Systems gemacht.
Marco Reus, der Superspieler: Fussballer des Jahres, Kapitän und junger Familienvater. Der Erfolg beim Borussia Dortmund läuft über den Lieblingsschüler von Trainer Lucien Favre. In der ersten Pokalrunde gegen Uerdingen erzielte der 30-Jährige zum 45. Mal das 1:0 für seinen BVB. Favre sagte schon zu Gladbacher Zeiten über den damals noch jungen Reus: "Was er jetzt schon macht, ist unglaublich. Wie auf der Playstation."
Oliver Fink, der Spätzünder. Der 37 Jahre alte Kapitän von Fortuna Düsseldorf ist nach Claudio Pizarro der älteste aktive Bundesligaspieler. Seit zehn Jahren im Club, aber noch keine 50 Bundesligaspiele auf der Uhr - dennoch sagt Trainer Friedhelm Funkel über seinen Mittelfeldspieler: "Er ist mein wichtigster Spieler." Fink besticht durch Bescheidenheit und Offenheit.
Raffael, der Ballzauberer: Er steht nicht mehr immer auf dem Platz, aber er ist der Abstand beste Fussballer im Team von Borussia Mönchengladbach und Vorbild für alle. "Ich schau ihm im Spiel auch gerne zu, und stehe dann 20 Meter hinter ihm und denke: Geil gemacht!", sagte mal Mannschaftskollege Christoph Kramer über den Brasilianer. In der Kabine ist Raffael (34) kein Wortführer, geniesst aber grössten Respekt.
Alexander Nübel, der Shooting-Star: Der Torwart ist der wohl interessanteste Spieler derzeit auf Schalke. Der neue Trainer David Wagner beförderte den deutschen U21-Vize-Europameister zum Kapitän. Wohl auch, um dem 22-Jährigen zu signalisieren, dass der Verein in den kommenden Jahren auf ihn baut. Dem begehrten Nübel wird eine ähnliche Karriere zugetraut wie Bayern-Torwart Manuel Neuer.
Kerem Demirbay, der Rekordeinkauf: So viel Geld wie für Demirbay hat Bayer Leverkusen noch nie für einen Spieler ausgegeben: Kolportierte 32 Millionen Euro flossen für den 26 Jahre alten Mittelfeldspieler mit dem feinen Fuss an die TSG 1899 Hoffenheim. Eine gute Investition - glaubt er selbst: "Ich wurde nicht geholt, um Durchschnitt zu sein. Ich will den Unterschied machen."