Die Bundesliga im Corona-Modus: "So haben wir früher als Kinder gespielt"

Freiburgs Trainer Christian Streich bekam angesichts der fehlenden Atmosphäre von den Rängen Angst, mit seinen lauten Anweisungen seine Spieler zu verwirren. Gemischte Gefühle beherrschen die Bundesliga nach dem Restart, der sich für manchen Profi nach Jugendfussball anfühlte.

Die Bundesliga läuft wieder. Der 26. Spieltag hat bei allen Beteiligten gemischte Gefühle hinterlassen. Wir haben die wichtigsten Aussagen zusammengestellt - von Hans-Joachim Watzke bis zu Christian Streich.
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund: "Es gibt keine Alternative, ich bin froh, dass es jetzt weitergeht. Wenn wir jetzt beweisen, dass dieses Konzept trägt, wird auch die Zustimmungsrate in einigen Wochen eine ganz andere sein."
Roman Bürki, nach dem 4:0-Derbysieg über Schalke: "Wir haben viele Gespräche geführt und wussten, dass es eigentlich nichts anderes ist als das Spiel, was wir früher als Kinder gespielt haben: ohne Zuschauer und einfach Spass haben."
Schalkes Trainer David Wagner: "Derby-Niederlagen sind prinzipiell unangenehm - auch in dieser skurrilen Atmosphäre."
Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies: "Es war eine besondere Atmosphäre. Ich glaube, darüber und die nächsten Spiele werden wir in den kommenden Jahren noch reden."
Herthas neuer Trainer Bruno Labbadia nach dem Sieg gegen Hoffenheim in Sinsheim zum umstrittenen Torjubel seiner Spieler: "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir sind alle getestet worden und umarmen uns nur selber und nicht den Gegner."
Vedad Ibisevic, Kapitän von Hertha BSC zum innigen Torjubel der Berliner: "Emotionen kann man wirklich nicht verstecken. Ich habe unseren Doktor vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn man das macht. Das war für mich das Allerwichtigste."
RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann: "Ich hake es nicht ab, aber wenn wir 1:1 spielen und in Freiburg verlieren, dann sind es zu wenig Punkte, um Deutscher Meister zu werden."
Uwe Rösler, Trainer von Fortuna Düsseldorf nach dem Remis gegen den SC Paderborn: "Ich bin ein sehr emotionaler Trainer, der auch den körperlichen Kontakt braucht. Da musste ich mich schon oft massregeln."
Mohamed Dräger vom SC Paderborn, sieht sich an alte Zeiten zurückerinnert: "Das hatte ein bisschen was von U19-Bundesliga."
Oliver Glasner, Trainer des VfL Wolfsburg, zu seinem Jubel nach dem späten Siegtor in Augsburg: "Ich habe kurz die Coaching-Zone verlassen, weil ich mich so gefreut habe. Dann ist mir schnell eingefallen: Upps, wieder zurück und ja nicht jemandem zu nahe kommen."
Trainer Adi Hütter zur Situation von Eintracht Frankfurt nach dem 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach: "Ich mache mir keine Sorgen, ich mache mir Gedanken."
Frankfurts Torwart Kevin Trapp: "Die Dinge, die wir falsch gemacht haben, das hat nichts mit dem Publikum zu tun. Das hat mit der Konzentration zu tun."
Der Gladbacher Jonas Hofmann über seine vergebene Riesenchance kurz vor Schluss: "Das ist schon ein bisschen peinlich."