Dortmund - In Dortmund ist die "echte Liebe" zur heimischen Borussia zurück.
Erstmals seit den seligen Zeiten unter der Regie von
Die Sehnsucht nach einer neuen Liaison zwischen Team und Tribüne war einer der Gründe, warum Terzic im vergangenen Sommer die Nachfolge von
Mit Sprechchören gefeiert
Lokalkolorit und Volksnähe haben Terzic den Weg in die Herzen der Dortmunder Fans geebnet. Anders als seine prominenten Vorgänger wie
"Ich bin mir sicher, dass sich die Jungs alles kaufen können. Das nächste Auto, den nächsten teuren Urlaub. Das nächste Haus", kommentierte er mit der ihm eigenen Art, "aber was sie sich nicht kaufen können, ist dieser Moment, nächste Woche ins Stadion zu kommen".
Solch empathische Aussagen kommen in einer Revierstadt wie Dortmund besonders gut an - und verraten, wie der im nahen Sauerland geborene Terzic wirklich tickt. Für den vom Kommerz dominierten und von vielen Beobachtern als zunehmend seelenlos bezeichneten Fussball sind demütige Trainer wie er ein Segen.
Ähnlich gut wie bei den Fans kommt er bei seinen Profis an. "Jeder kann jederzeit mit ihm reden. Er ist sehr nahbar, sehr einfühlsam", schwärmte Alexander Meyer. Die hohe Identifikation des Trainers mit dem BVB wertete der Ersatzkeeper als aussergewöhnlich: "Was ihm der Verein bedeutet, sehe ich in seinen Augen und höre es in jeder Kabinenansprache. Das ist sehr authentisch."
Watzke: "Hoffen, dass er eine Ära prägen kann"
Die emotionale Nähe des Fussball-Lehrers kommt insbesondere bei Hans-Joachim Watzke gut an. "Dortmund ist ein Verein, der auch gefühlig ist. Und unsere Millionen Fans wollen, dass sich einer mit Haut und Haaren dem Verein verschreibt. Das tut er. Und das tut er nicht aufgesetzt", urteilte der BVB-Geschäftsführer bereits vor Monaten in der "Welt".
Ein Erfolg am Samstag dürfte Watzke in dem Gefühl bestärken, den richtigen Coach gefunden zu haben: "Wir hoffen, dass er eine Ära prägen kann. Eine so lange Trainer-Amtszeit ist das, wonach sich alle sehnen. Edin hat jedenfalls einen hohen Kreditrahmen."
Aus seiner grossen Leidenschaft für schwarz-gelb macht Terzic selbst keinen Hehl. Als einstiger Fan auf der Südtribüne, als ehemaliger Scout und Jugendtrainer des Vereins und als Interims-Chefcoach in der Saison 2020/21 mit dem abschliessenden Pokaltriumph über Leipzig wähnt er sich im "geilsten Job der Welt".
Doch diese tiefe Verbundenheit allein schützt nicht vor möglichen Rückschlägen. Bei einem Fan-Talk vor wenigen Wochen in Lünen geriet er bei der Frage, wie der Dortmund-Fan Terzic mit dem Dortmund-Trainer Terzic auskommt, für kurze Zeit ins Grübeln. "Der Fan findet ihn richtig gut", entgegnete er in gewohnter Schlagfertigkeit lächelnd, wurde jedoch schnell wieder ernst: "Aber er weiss auch, dass der Fan immer Ergebnisse sehen möchte." © dpa