Robert Lewandowski ist zwar ein wichtiger Spieler des FC Bayern, aber nicht mehr der wichtigste. Das sollte der Stürmer einsehen und etwas Demut beweisen.

Pit Gottschalk
Eine Kolumne
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Der Kader von Bayern München verzeichnet bei "transfermarkt.de" einen Marktwert von insgesamt 804,5 Mio. Euro. Davon beansprucht Robert Lewandowski einen Anteil von 50 Mio. Euro. Also 6,2 Prozent.

In der Liste der wertvollsten Bayern-Spieler liegen sieben Kollegen zum Teil deutlich vor dem Rekordstürmer - von Joshua Kimmich (85 Mio. Euro) bis Jamal Musiala (55 Mio. Euro).

Das kleine Zahlenspiel verdeutlicht unübersehbar, dass Lewandowski zwar als Tormaschine ein wichtiger Bayern-Profi ist, aber eben auch: nicht mehr der wichtigste.

Sein Alter von 33 Jahren drückt den Marktpreis, weil die Nachfrage bei einem Fussballprofi, der in die Jahre kommt, immer schwindet. Seine Perspektive ist begrenzt.

Lewandowski darf sich glücklich schätzen, dass seine Tore im Hier und Jetzt (diese Saison 33 Stück in der Bundesliga) in Gold aufgewogen werden, sogar in Pandemie-Zeiten.

Angeblich kassierte er beim FC Bayern, abhängig von Bonuszahlungen, das Top-Gehalt von 20 bis 25 Millionen Euro im Jahr. Keiner im Klub bekommt mehr.

Das kann und darf in der Schlussfolgerung jedoch nicht bedeuten, dass die Gage weitere Steigerungen erfährt, sollte der 2023 auslaufende Vertrag überhaupt verlängert werden.

Woher seine Erwartungshaltung rührt, seine Einkünfte auf Jahre zu halten oder sogar steigern zu müssen, ist unklar. Der Markt jedenfalls sieht seinen Horizont erreicht.

Lewandowski ist die Gegenwart und nicht die Zukunft des FC Bayern. Er sollte akzeptieren, dass Wertschätzung auch darin besteht, den Status Quo beizubehalten.

Wertschätzung ist nämlich keine Einbahnstrasse. Der FC Bayern bietet ihm einen Arbeitsplatz, dessen Stellenwert vielleicht einzigartig ist. Weiss er das wirklich zu schätzen?

Dass der Verein die Nachfolgeregelung im Blick hat, um den Generationswechsel einzuleiten, gehört zu einer ordentlichen Geschäftsführung. Auch das muss Lewandowski akzeptieren.

Schon jetzt gilt er, nach neun Jahren an der Säbener Strasse und dem Bundesliga-Rekord mit 41 Toren, als lebende Legende. Er sollte den Status nicht für ein paar Milliönchen gefährden.

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Pit Gottschalk, ist Journalist, Buchautor und Chefredakteur von SPORT1. Seinen kostenlosen Fussball-Newsletter Fever Pit'ch erhalten Sie hier.
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