Kulttrainer der Bundesliga

Ob durch ihren sportlichen Erfolg, ihre markante Art oder ihre berühmten Sprüche, diese Fussballtrainer wurden zu Kultfiguren der Bundesliga. Doch nicht alle von ihnen sind in den Ruhestand gegangen.

„Lebbe geht wieder“: So flapsig kommentierte Dragoslav Stepanovic die Niederlage gegen Absteiger Hansa Rostock am 16. Mai 1992. Und dass, obwohl Eintracht Frankfurt damit die sicher geglaubte Meisterschaft vergeben hatte. Heute engagiert „Stepi“ sich als Integrationsberater der hessischen Landesregierung für Flüchtlinge. Auch die Heimspiele seiner Eintracht besucht er noch immer regelmässig.
Otto Rehhagel war ein Trainer für Sensationen. Mit dem 1. FC Kaiserslautern gewann er 1998 als einzige Mannschaft als Aufsteiger in die Bundesliga die Meisterschaft. 2004 holte er mit Griechenland trotz Aussenseiterrolle die Europameisterschaft. Auch er engagiert sich heute hauptsächlich ehrenamtlich und geniesst seine Rente.
Giovanni Trapattoni ist heute vor allem für seine legendäre Wutrede beim FC Bayern bekannt. Bis 2013 trainierte der Italiener diverse Fussballmannschaften. Die letzten zwei Angebote als Trainer afrikanischer Nationalmannschaften schlug er allerdings aus. Dafür veröffentlichte der 79-Jährige 2016 seine Biografie mit dem Titel: "Ich habe noch nicht fertig", benannt nach dem Schlusssatz seiner berühmten Wutrede.
Werner Lorant ist zweifellos eine Ikone des deutschen Fussballs. In den 90er Jahren führte er 1860 München von der Dritten Liga bis in die Championsleague-Qualifikation. Auch für seine Sprüche war er bekannt. So sagte er zu einem Muskelfaserriss seines Spielers Borimirov: "Unbegreiflich, ich habe keinen Spurt von ihm gesehen!" Heute lebt die Trainerlegende bescheiden auf einem schönen Campingplatz in Waging am See und trainiert den Ortsverein.
Eine der wohl schillerndsten Trainerfiguren des deutschen Fussballs ist Ottmar Hitzfeld. Er gewann sowohl mit Borussia Dortmund 1997 als auch mit dem FC Bayern 2001 die Championsleague. Der heute 69-Jährige ist mittlerweile Botschafter der DFB-Stiftung Sepp Herberger.
Zuletzt trainierte Felix Magath den chinesischen Erstligisten Shandong Luneng und bewahrte ihn vor dem Abstieg. Umso überraschender war dann sein Abschied zum Ende der Saison 2017. Ob der 65-Jährige nochmal als Fussball Trainer wird und wie seine Zukunft aussieht, darüber müsse er sich noch Gedanken machen, äusserte der Erfolgstrainer in einem Interview mit der Zeit.
Auch Christoph Daum war bis 2017 noch Fussballtrainer bei der rumänischen Nationalmannschaft. Doch Ruhestand gibt es für den 65-Jährigen noch nicht. Dem "Kicker" gegenüber äusserte der er: "Dafür habe ich keine Zeit. Alt werde ich in dem Moment, in dem ich aufhöre zu arbeiten". Eine Rückkehr in die Bundesliga ist also durchaus vorstellbar.
Mit Schalke 04 gewann Huub Stevens zwei Mal den DFB-Pokal und 1997 sogar den UEFA-Cup. Für seine Leistungen wurde er von den Fans zum Jahrhunderttrainer gewählt. Und auch heute noch ist sein Schicksal eng mit dem des Schalke 04 verbunden. Seit diesem Jahr ist er Mitglied des Aufsichtsrates des Erstligisten.
Seinen Kultstatus erwarb sich der ehemalige Bundesligaspieler und Trainer beim DFB. Seit 1997 bekleidete Horst Hrubesch mehr Ämter beim DFB als jeder andere. 2009 führt er die deutsche U21 zum EM-Titel. 2016 holte Hrubesch bei den olympischen Sommerspielen überraschend den Zweiten Platz. Vor seiner Karriere beim DFB trainierte er namhafte Bundesligavereine wie den VFL Wolfsburg und Hansa Rostock. Seit einigen Wochen darf er seinen wohlverdienten Ruhestand geniessen.
Mit dem FC Bayern holte er 2012/13 das "Triple". Damit ist er der erste Trainer, der mit einer deutschen Mannschaft in einer Saison Championsleague, Ligapokal und Meisterschaft gewann. Seinen anschliessenden Ruhestand unterbrach er in der in der Saison 2017/18 um die die kriselnden Bayern zur Meisterschaft zu führen. Jetzt geniesst er seinen endgültigen Ruhestand in seiner Heimat, dem 130-Seelen-Örtchen Fischeln am Niederrhein.
Seit 2013 hat Peter Neururer keine Fussballmannschaft trainiert. Dafür versuchte er sich zuletzt im Fernsehen als "Peter Zwegat für Dorfvereine". In der Fernsehshow "Hans Sarpei - Das T steht für Coach" brachten Hans Sarpei und er Amateurteams in Deutschland auf Vordermann. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass zwei Clubs aus der Nordamerikanischen Profiliga Major League Soccer Interesse an ihm hätten, vielleicht seine Rückkehr zum Profifussball.
Ewald Lienens grösster Erfolg als Spieler war zweifellos der Gewinn des UEFA-Pokals mit Borussia Mönchengladbach 1979. Als Trainer schaffte er mit dem 1. FC Köln 2000 den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Zuletzt trainierte er den FC St. Pauli. Im Ruhestand befindet sich der 64-Jährige allerdings noch nicht. Derzeit bekleidet er die Position des technischen Direktors bei St. Pauli.
Hans Meyer begann seine Trainerkarriere bereits im zarten Alter von 29 bei Carl Zeiss Jena. Mit Jena konnte er drei Mal den FDGB-Pokal gewinnen. Dieser war in der ehemaligen DDR das Äquivalent zum DFB-Pokal. Den Trainerberuf hing er 2009 an den Nagel. Dafür arbeitet er seit 2011 als Präsidiumsmitglied bei Borussia Mönchengladbach.
12 Jahre lang trainierte Winfried „Winnie“ Schäfer den Karlsruher SC. Anschliessend war er Trainer beim VFB Stuttgart und Tennis Borussia Berlin. Es folgten viele kleinere Stationen im Ausland. Im Ruhestand befindet sich der 68-Jährige allerdings noch nicht. Heute trainiert er den iranischen Erstligisten Esteghlal Teheran.
Aleksandar Ristic trainierte Vereine wie den Hamburger SV, Schalke 04 und Eintracht Braunschweig. Seine erfolgreichste Zeit hatte er allerdings mit Fortuna Düsseldorf. Zwei Mal führte er sie in die 1. Bundesliga, einmal sogar aus Liga 3. Heute lebt der 74-Jährige in München.
16 Jahre lang trainierte Volker Finke ununterbrochen den SC Freiburg. Damit ist er Rekordhalter im deutschen Profifussball. In der Zeit führte er Freiburg drei Mal in die 1. Bundesliga und qualifizierte sich zwei Mal für den UEFA-Pokal. Zu seinem Leben in Alter sagte er: „Altherrenclub? Ist nicht meins“. So engagiert er sich beispielsweise für die Seenotrettung im Mittelmeer.
Keiner stieg so oft in die 1. Bundesliga auf wie Friedhelm Funkel. Insgesamt sechs Aufstiege mit fünf verschiedenen Vereinen schaffte der 64-Jährige in seiner Trainerkarriere. Und auch seinen aktuellen Verein Fortuna Düsseldorf führte er 2018 in die 1. Liga. Aktuell läuft es für seine Fortunen allerdings weniger gut. Derzeit belegen sie einen Abstiegsplatz in der Tabelle.
Seine Karriere als Spieler und Trainer begann Eduard Geyer in der ehemaligen DDR. Mit Dynamo Dresden schaffte er es den BFC Dynamo abzulösen. Diese waren zuvor zehn Jahre in Folge Meister geworden. Nach der Wende hatte er seine erfolgreichste Zeit bei Energie Cottbus. Der Trainer führte den Verein von der Regionalliga bis in die Bundesliga. In den letzten Jahren holte ihn allerdings immer wieder seine Stasi-Vergangenheit ein. So gab der 74-Jährige im November dieses Jahres sein Amt als Ehrenführer bei Dynamo Dresden ab.
1987 übernahm Helmut Schulte bei St. Pauli sein erstes Amt als Cheftrainer eines Bundesligavereins. Noch in der selben Saison stieg er mit St. Pauli in die erste Bundesliga auf. In der folgenden Saison gelang sogar der Klassenerhalt. Später kehrte er mehrmals nach St. Pauli zurück. Er übernahm dort den Posten des sportlichen Leiters des Nachwuchsbereich und später den Posten des Sportdirektors. Heute betreut der 61-Jährige die Leihspieler des VfB Stuttgart.
Ralf Rangnick gilt als Perfektionist und Fussballtaktiker. Mit seinem ballbesitzorientiertem Spielstil führte er sowohl die TSG Hoffenheim als auch RB Leipzig in die Erstklassigkeit. Und sein System beweist Nachhaltigkeit. Hoffenheim hat sich als feste Bundesligagrösse etabliert. Und RB Leipzig ist diese Saison definitiv ein Favorit für die Championsleagueplätze. Anfang der Saison wechselte er vom Posten des Sportdirektors zum Cheftrainer Leipzigs.