Dass Robert Lewandowski das neue Auswärtstrikot des FC Bayern tragen würde, hätte vor einigen Wochen kaum noch einer gedacht.

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Robert Lewandowski liess sich bei seiner Rückkehr auf den Trainingsplatz des FC Bayern Zeit. Der Weltfussballer schlenderte als letzter Münchner Star aus dem Kabinentrakt und nahm die Arbeit auf. Im neuen Bayern-Auswärtstrikot war er bei der Einheit unter den Anweisungen von Trainer Julian Nagelsmann allerdings oft abseits der Teamkollegen zu sehen, unterhielt sich aber auch kurz mit Nationalspieler Leon Goretzka oder Mitgliedern des Trainerstabs. Vorfreude auf eine neunte Saison als Torjäger des deutschen Rekordchampions strahlte Lewandowski dabei aber keine aus - an dieses Szenario glaubt ohnehin fast keiner mehr.

Lewandowski, der einige Minuten nach den Mitspielern zum Treffpunkt an der Säbener Strasse erschien, will unbedingt zum FC Barcelona. Die Katalanen arbeiten dem Vernehmen nach intensiv an einem neuen Mega-Millionen-Angebot für den 33 Jahre alten Superstürmer. Mit einer Ablöse von 50 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen soll eine Zustimmung von den Bayern-Bossen erreicht werden. Bislang gilt offiziell deren "Basta"-Wechselverbot und die Ansage, dass der Pole seinen bis zum 30. Juni 2023 datierten Vertrag erfüllen muss. Doch eine Offerte in der spekulierten Höhe könnte neue Bewegung in die Verhandlungen bringen.

Es bleibt für den FC Bayern eine spannende Woche, in der jedes Training das letzte für Lewandowski sein könnte. Wenn sich die Club-Chefs auf eine Ablöse einigen können, wird der Transfer schnell über die Bühne gehen. Offen ist daher auch, ob Lewandowski am Samstag bei der Teampräsentation der Münchner in der Allianz Arena auflaufen wird. Zwei Tage später reist das Star-Ensemble für eine Woche in die USA, wo auch der FC Barcelona weilt. Mit den Katalanen dürfte der rund 55 Millionen Euro teure neue Flügelspieler Raphinha von Leeds United reisen, dessen Verpflichtung kurz bevorsteht.

Auch Lewandowski will möglichst schnell Klarheit. Nach provokanten Aussagen vor einigen Wochen über das Ende seiner "Geschichte beim FC Bayern" oder dass er sich "eine weitere gute Zusammenarbeit nicht vorstellen" könne, ist er nun bemüht, die heikle Situation nicht weiter zu befeuern. Einen Streik dürfte der als Musterprofi geltende Lewandowski wohl auch deshalb nicht angestrebt haben.

Am Mittwoch kehrten ausser Lewandowski auch Kapitän Manuel Neuer, Lucas Hernández & Co. auf den Trainingsplatz zurück. Sie hatten wie Lewandowski am Vortag die üblichen Leistungstests absolviert.

Wie bei Lewandowski gab es auch beim vom FC Bayern umworbenen Innenverteidiger Matthijs de Ligt keine wirkliche Neuigkeiten. Hier fordert Juventus Turin mehr als die Münchner bislang zahlen wollen. Laut italienischen Medien will Juve mindestens 90 Millionen für de Ligt zu bekommen. Bayern bietet angeblich etwa 60 Millionen plus Boni.  © dpa