Trainingsauftakt beim FC Bayern München: Arp und Flick zeigen sich den Fans

39 Tage vor dem Bundesligastart gegen Hertha BSC hat Titelverteidiger FC Bayern München seine erste Trainingseinheit absolviert. Vor mehr als 1.000 Zuschauern an der Säbener Strasse präsentierten sich ein neuer Spieler und ein Rückkehrer, der genau 34 Jahre zuvor schon neu beim FC Bayern war.

Thomas Müller ist die Freude darüber anzusehen, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Den Trainingsauftakt empfindet die Vereins-Ikone offensichtlich nicht als Arbeit.
Cheftrainer Niko Kovac, der in sein zweites Jahr als Coach des Rekordmeisters geht, erzählt, was er sonst noch so vorhat und wann endlich der Ball ins Spiel kommt.
An Kovacs Seite steht einer, den die Älteren beim FC Bayern noch sehr gut kennen und den die Jüngeren höchstens mal in der Nähe des Bundestrainers gesehen haben: Hans-Dieter Flick, links, ist nach 29 Jahren zurück an der Säbener Strasse und einer der Assistenten von Niko Kovac.
Heute gehört Flick zum Kommandostab. Auf den Tag genau 34 Jahre zuvor war das noch ganz anders.
Am 8. Juli 1985 schleppte der damals 20-jährige Flick, Zweiter von links, gemeinsam mit Neuzugang Frank Hartmann, Eigengewächs Christian Pförtner und dem heutigen Präsidenten der SpVgg Unterhaching, Manfred Schwabl, ein Trainingstor auf den Platz. Flick blieb bis 1990 Spieler des FC Bayern, ehe er zum 1. FC Köln wechselte.
Als Co-Trainer bereits seit einem Jahr etabliert beim FC Bayern München ist Nikos Bruder Robert Kovac. Wie Niko Kovac und Hans-Dieter Flick hat auch Robert eine Vergangenheit als Spieler des Rekordmeisters.
Keine Vergangenheit bei den Roten hat Jann-Fiete Arp, doch der aus Hamburg verpflichtete Stürmer erhofft sich eine grosse Zukunft beim FC Bayern München. Arp kostete den Deutschen Meister drei Millionen Euro Ablöse, hat aber in der 2. Bundesliga beim HSV eine bescheidene Saison hinter sich. In 17 Einsätzen kam der 19-Jährige lediglich zu einem Tor.
Beim FC Bayern muss Arp schnell lernen, vor grossen Namen keinen übertriebenen Respekt zu haben. Jerome Boateng, den die Münchner 2011 ebenfalls vom HSV holten, könnte allerdings schon bald kein Teamkollege Arps mehr sein.
Boateng, auffällig frisiert, wollte bereits im vergangenen Sommer bei Paris St. Germain unterschreiben, musste auf Wunsch von Trainer Niko Kovac aber beim FC Bayern bleiben.
Aktuell, informierte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, läge für Boateng kein Angebot vor. Solange haut sich der frühere Nationalspieler im Training voll rein und bietet sich an. Gleiches gilt für Renato Sanches, links. Der Portugiese hat sich in München noch immer nicht durchgesetzt und wiederholt seinen Willen geäussert, zu gehen.
Von Corentin Tolisso, links, der in sein drittes Jahr beim FC Bayern geht, und von Thiago Alcantara, den 2013 Ex-Trainer Pep Guardiola zu seinem Amtsantritt unbedingt wollte und auch bekam, sind keine Wechselabsichten hinterlegt. Mit ihnen nimmt es Neuling Arp auch gleich auf.
Auf seinen zweiten Bundesligaeinsatz wartet Kwasi Okyere Wriedt, rechts, ein erklärter Liebling der Bayern-Fans. Der hoch aufgeschossene Stürmer, der inzwischen ghanaischer Nationalspieler ist, hat mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern die Rückkehr in die 3. Liga realisiert und in der Reserve des Meisters in zwei Jahren respektable 45 Tore geschossen.
Fazit des Aufgalopps: Thomas Müller hat ein paar neue Gesichter getroffen und viel Spass gehabt. Das Urgestein des Vereins, seit 19 Jahren Spieler des FC Bayern München, freut sich in der kommenden Saison auf sein 500. Pflichtspiel für die Roten. Dazu fehlen Müller nur noch 15 Einsätze.