Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart hat im Kampf um den Klassenerhalt gegen Borussia Mönchengladbach einen wichtigen Sieg geschafft. Die Schwaben bezwangen zu Hause am Sonntagnachmittag das Fussball-Team von Trainer Dieter Hecking mit 1:0 (1:0).

Der VfB vergrösserte dadurch seinen Abstand auf den Relegationsrang 16 auf vier Punkte. Für Stuttgarts neuen Trainer Tayfun Korkut war es der erste Sieg im zweiten Bundesligaspiel mit dem VfB. Gladbach verlor durch die dritte Niederlage in Serie den Anschluss an die Europapokal-Ränge und ist nun Tabellen-Zehnter. Im Stuttgarter Stadion erzielte Daniel Ginczek vor 53.296 Zuschauern bereits in der Anfangsphase den Siegtreffer für die Gastgeber (5. Minute).

Im Fokus der Partie stand jedoch vor allem der neue VfB-Coach. Der von vielen Fans skeptisch beäugte Korkut war mit verhaltenem Applaus empfangen worden und wollte die Anhänger mit Offensivfussball auf seine Seite ziehen. Das zeigte er vor allem mit seiner Aufstellung. Erstmals überhaupt liess er Nationalstürmer Mario Gomez und Daniel Ginczek gemeinsam von Beginn an für den VfB auflaufen - und das zahlte sich schon nach wenigen Minuten aus. Nach einem herrlichen Pass von Gomez war Ginczek frei durch und verwandelte seine erste Chance eiskalt zum Führungstreffer für die Schwaben. Anschliessend aber entwickelte sich eine extrem unansehnliche Partie.

Von dem schnellen Rückstand erholten sich die Gladbacher kaum. Es überraschte, wie ideen- und mutlos die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking in der Mercedes-Benz Arena auftrat. Anstatt des gewohnt schnellen Umschaltspiels endeten die zaghaften Angriffsversuche der Gäste zumeist schon im Mittelfeld. Dennoch bot sich der Fohlenelf nach einer knappen halben Stunde die Riesenchance zum Ausgleich. Einen von VfB-Keeper Ron-Robert Zieler nach vorne abgewehrten Schuss verstolperte Thorgan Hazard (27.) frei vor dem Tor aber kläglich.

Angesichts der weitestgehend schwachen Gladbacher musste sich der VfB den Vorwurf gefallen lassen, nicht schon eher für klare Verhältnisse gesorgt zu haben. Die grossen Räume, welche die Gäste dem VfB im Mittelfeld liessen, nutzte Korkuts Team zu wenig aus. Lediglich Gomez (32.) hätte noch vor der Pause für das 2:0 sorgen können, erreichte eine flache Flanke des starken Christian Gentner aber nicht.

Trotz des Rückenwinds nach dem schnellen Führungstreffer wirkten die Schwaben über weite Strecken der Partie erstaunlich verunsichert. Das erlaubte sogar den schwachen Gladbachern noch einige Offensivaktionen nach dem Seitenwechsel. Aber auch die zaghaften Schussversuche von Nationalspieler Lars Stindl (46./47.) sorgten nicht für grosse Gefahr. Den Zuschauern bot sich bis zum Schluss eine äusserst dürftige Partie, in der beide Mannschaften letztlich enttäuschten - aber der VfB am Ende etwas glücklicher war.  © dpa