Abgestürzte WM-Helden: Böse Pleiten und der Fluch der Weltmeister

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0:6-Debakel als Vize-Weltmeister! Kroatiens Blamage weckt böse Erinnerungen an deutsche Abstürze - und den Fluch der Weltmeister.

Es war die höchste Niederlage in Kroatiens Länderspiel-Geschichte seit der Unabhängigkeit von Jugoslawien - Luka Modric, Ivan Rakitic und Co. wurden in Elche von den Spaniern teilweise vorgeführt.
Vor den Kroaten hatten die Spanier auch schon den umjubelten WM-Vierten England bezwungen. Doch die beiden Überraschungsteams des Turniers in Russland stehen nicht alleine da, in den letzten Jahren erlebten viele WM-Helden einen rasanten Absturz.
Die DFB-Elf gab direkt nach dem WM-Titel 2014 ebenfalls kein gutes Bild ab: Bei der Final-Revanche gegen Argentinien setzte es keine zwei Monate nach dem Endspiel in Rio eine 2:4-Pleite. Es folgte ein mühsames 2:1 gegen Schottland, in Polen (0:2) und gegen Irland (1:1) gelang kein Sieg mehr.
So wie 2018 den Kroaten erging es acht Jahre zuvor noch den Spaniern, der frischgebackene Weltmeister musste im Jahr 2010 noch zwei herbe Klatschen schlucken: ein 1:4 in Argentinien und ein 0:4 in Portugal.
Die italienischen Fans, die sich bis zum Jahresende 2006 noch auf drei Heimspiele ihrer Weltmeister freuten, wurden drei Mal bitter enttäuscht: 0:2 gegen Kroatien, 1:1 gegen Litauen, 1:1 gegen die Türkei. Wenig weltmeisterlich.
Ähnlich wie die Kroaten 2018 zog 2002 das deutsche Team überraschend ins WM-Finale ein. Im restlichen Jahr konnte auch der damalige Vize-Weltmeister nicht mehr glänzen: Neben knappen Siegen in Litauen (2:0) und gegen die Färöer (2:1) gelangen in Bulgarien (2:2) und Bosnien-Herzegowina (1:1) sogar nur Unentschieden.
Und dann wäre da noch der Fluch der Weltmeister bei den darauffolgenden Endrunden: Seit 2002 schied der Titelverteidiger bei vier von fünf Turnieren bereits in der Vorrunde aus - zuletzt die Deutschen in Russland.
Alles begann 2002, als die Franzosen um Zinedine Zidane in Südkorea in der Gruppenphase an Dänemark, Senegal und Uruguay scheiterten - und dabei ohne Sieg blieben.
Brasilien mit seinen Weltstars um Ronaldinho schaffte es 2006 immerhin bis ins Viertelfinale, ehe Frankreichs Thierry Henry den Traum von der Titelverteidigung zunichtemachte.
Besonders übel erwischte es 2010 die Italiener: In einer Vorrundengruppe mit den krassen Aussenseitern Paraguay, Slowakei und Neuseeland gelang der Squadra Azzurra kein einziger Sieg. Als Gruppenletzter trat der Weltmeister die Heimreise an.
Im Vergleich dazu verkauften die Spanier sich 2014 noch recht ordentlich. Mit den Niederlanden und Chile erwischte der Weltmeister zwei tückische Gruppengegner, das Vorrundenaus war dennoch eine riesige Enttäuschung.
Bei der WM in Russland erwischte es 2018 dann auch die deutsche Nationalmannschaft. Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea besiegelten trotz eines Last-Minute-Sieges gegen Schweden das dritte Vorrundenaus eines Titelverteidigers in Folge.
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