Endlich geht es wieder los! Am Samstag startet die Super League in die Frühjahrssaison. Der FC Basel hat an der Tabellenspitze überwintert, mit zehn Punkten Rückstand liegen die Grasshoppers auf Platz zwei. Wie sind die restlichen Teams aufgestellt? Wir machen den Check.

Der FC Basel startete in gewohnt souveräner Manier in die Super League-Saison 2015/16. Die Elf von Neo-Trainer Urs Fischer, der den Verein im Sommer von Paulo Sousa übernommen hatte, liess in den ersten acht Spieltagen kein einziges Mal Punkte liegen. Gestoppt wurde die Siegesserie des FCB erst in Runde neun, als sie auswärts von den Berner Young Boys mit 4:3 niedergerungen wurden. Es sollte die erste von nur drei Niederlagen in der ersten Saisonhälfte werden – und das bei insgesamt 14 Siegen.

Den Baselern gelang damit die beste Hinrunde seit 12 Jahren. Mit einem komfortablen Vorsprung von 10 Punkten auf den ersten Verfolger Grasshoppers geht es nun in die zweite Saisonhälfte, in der normal nicht mehr viel anbrennen dürfte. Abgesehen vom siebten Meistertitel in Folge kann der FCB im Frühjahr noch eine weitere Trophäe holen: Die Mannschaft von Urs Fischer hat die Chance, sich vor heimischem Publikum zum Europa League-Sieger zu krönen. Das Finale wird diesmal nämlich im St. Jakob-Park in Basel ausgetragen. Um es bis dorthin zu schaffen, werden die Baseler aber noch ein wenig an sich arbeiten müssen: Das letzte Testspiel gegen Austria Wien, die aktuelle Nummer 2 in der österreichischen Bundesliga, ging nämlich klar mit 1:3 verloren.

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Grasshoppers auf Vizemeister-Kurs

Deutlich stärker als in der letzten Saison präsentieren sich diesmal die Grasshoppers. Nach einem enttäuschenden achten Platz im letzten Jahr sind die Zürcher derzeit klar auf Vizemeister-Kurs. Grund dafür, dass die Grasshoppers zumindest noch rechnerische Chancen auf die Meisterschale haben, ist ihre Offensivstärke. Die Elf von Pierluigi Tami ist der einzige Verein, der in der Hinrunde mehr Tore erzielen konnte als der FC Basel. Mit aktuell 46 Treffern haben die Zürcher mittlerweile fast so viele Tore erzielt wie in der gesamten letzten Saison.

Mit ihren Torjägern Munas Dabbur (11 Treffer), Caio (9) und Shani Tarashaj (8) sind die Grasshoppers also für die Rückrunde bestens aufgestellt. Was den Zürchern im Kampf um den Champions League-Platz zum Verhängnis werden könnte, ist ihre eklatante Defensivschwäche: Nur die zwei Abstiegskandidaten FC Lugano und FC Zürich haben bislang mehr Gegentreffer kassiert. Diese Baustelle hat Tami mit der Verpflichtung des Schweizer Nationalspielers Philippe Senderos von Aston Villa in Angriff genommen. Der routinierte Innenverteidiger soll die Löcher in der Abwehr stopfen.

Young Boys machen die entscheidenden Tore nicht

Bei den BSC Young Boys, dem zweiten Verfolger im Kampf um die Meisterschaft, zeigt sich genau das umgekehrte Bild. Die Hauptstädter sind zwar stark in der Defensive, scheiterten in der Herbstsaison aber oft daran, in engen Partien das entscheidende Tor zu machen. Nur sieben der 18 Hinrunden-Spiele konnten die Young Boys gewinnen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten sie drei Siege mehr am Konto. Neo-Trainer Adi Hütter gelang es bisher noch nicht, Kontinuität in die Mannschaft zu bringen. Zwar konnten die Young Boys zuhause wichtige Siege gegen die Meisterschaftsanwärter FC Basel und die Grasshoppers einfahren. Dafür liessen sie bei Begegnungen mit Abstiegskandidaten zu oft Punkte liegen.

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Dass die Young Boys auf Platz drei in der Tabelle überwinterten, hatten sie nur der schwachen Konkurrenz zu verdanken: In den beiden letzten Saisonen hätten sich die Hauptstädter mit 28 Punkten in der unteren Tabellenhälfte wiedergefunden. Damit die Abschlussprobleme in der Offensive nicht die Chance auf eine Champions League-Qualifikation zunichte macht, hat Hütter reagiert und den Angriff verstärkt. Mit Yoric Ravet hat er einen Goalgetter der Grasshoppers geholt, der mit seinen Treffern zumindest das Duell um den Vizemeistertitel noch offen halten kann.

Abstiegskampf wird spannend

Spannender als das Titelrennen dürfte dieses Frühjahr der Abstiegskampf werden: Zwischen dem aktuellen Schlusslicht FC Vaduz und dem siebtplatzierten FC Thun liegen aktuell nur fünf Punkte. Der FC Zürich, der letztes Jahr um diese Zeit noch im Rennen um einen Champions League-Platz war, kämpft nach einer verpatzten Hinrunde nur noch um den Klassenerhalt. Um diesen zu schaffen, haben die Zürcher in der Winterpause nicht nur ihre desaströse Defensive verstärkt, sondern mit Aleksandr Kerzhakov auch einen international erfahrenen Offensiv-Mann geholt. Ein Blick auf das letzte Testspiel gegen den deutschen Zweitligisten FC Kaiserslautern gibt jedoch wenig Anlass zur Hoffnung: Im Sportpark "Rote Teufel" kam der FCZ mit 0:4 unter die Räder.

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Interessant wird sein, wohin die Reise für den FC Lugano geht. Der Aufsteiger schaffte nach einem durchwachsenen Saisonstart ein starkes Hinrunden-Finish und verabschiedete sich mit einem 4:1 über die Grasshoppers in die Winterpause. Der neu verpflichtete Stürmer Karim Rossi vom italienischen Serie-B-Klub Spezia Calcio soll zum Verbleib in der Super League beitragen. Ziemlich düster sieht es derzeit für den FC Vaduz aus: In der laufenden Saison brachten die Liechtensteiner gerade einmal zwei Siege zustande. In der Rückrunde müssen sie zudem ohne ihren Kapitän Markus Neumayr zurechtkommen. Bleibt abzuwarten, ob der FC Vaduz auch weiterhin auf Abwehrschlachten setzt, um zumindest ab und an einen Punkt mitzunehmen. Mit dieser Taktik werden es die Liechtensteiner wohl kaum schaffen, die Rote Laterne noch loszuwerden.