Dank eines ganz späten Tores von Toni Kroos gewinnt Deutschland bei der WM 2018 gegen Schweden. Die schwedischen Medien hadern, die deutsche Presse bejubelt die Comeback-Qualitäten des DFB-Teams - und die Welt ist von Kroos' Geniestreich angetan. Die Pressestimmen zum 2:1-Sieg des Weltmeisters.

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Das sagt die deutsche Presse zum 2:1-Sieg der DFB-Elf

"Spiegel Online": "Mehr Drama geht fast nicht. Mit dem Pausenergebnis gegen Schweden wäre Deutschland ausgeschieden, auch nach Ablauf der regulären Spielzeit sah die WM-Zukunft in Russland sehr finster aus.

Aber dann kam Toni Kroos mit einem Geistesblitz von einem Freistoss, dann kam das 2:1 in der Nachspielzeit. Jetzt ist Deutschland in der WM angekommen." Zum Artikel

"Bild Online": "IHR SEID KROOSARTIG - Was für ein Spiel! Was für ein Zittern! Was für ein Drama! Was für ein Ende! Dank Toni Kroos!

Deutschland taumelt lange dem Aus entgegen. Aber dann kommt erst Reus. Und dann Kroos! Der streichelt mit dem letzten Schuss den Sieg ins Tor – in der fünften Minute der Nachspielzeit!

Ein Traum-Freistoss aus spitzem Winkel versetzt uns in den Jubel-Rausch. Das muss doch jetzt auch der Mannschaft einen Schub für den Rest der WM geben! Denn was sie in Sotschi bietet, ist nur von der Einstellung her weltmeisterlich." Zum Artikel

"Welt Online": "Mit seinem Tor hat Kroos den Defibrilator an diese so lethargisch auftretende deutsche Elf gelegt. Deutschland war gegen Schweden schon klinisch tot. Jetzt strotzt es wieder vor Kraft." Zum Artikel

"Kicker Online": "Dass es ausgerechnet Toni Kroos war, der nervenstark und technisch brillant den Freistoss zum erlösenden 2:1 in den schwedischen Winkel zirkelte, steht sinnbildlich für das bisherige Erscheinungsbild der DFB-Auswahl bei diesem Turnier.

Nach drei pomadigen, überheblichen und ziellos vorgetragenen Halbzeiten legte die deutsche Mannschaft erst in den zweiten 45 Minuten von Sotschi jene Tugenden an den Tag, die für ein erfolgreiches Auftreten absolute Grundlage sind: Einsatzbereitschaft, Entschlossenheit, Behauptungswille." Zum Artikel

"FAZ.net": "Es war die fünfte Minute der Nachspielzeit, als der deutsche Fussball sein Glück machte. Toni Kroos zauberte einen Freistoss ins schwedische Tor – und eröffnete dem Weltmeister nun wieder allerbeste Aussichten, das Achtelfinale zu erreichen.

Nach einer imponierenden Leistung schaffte eine runderneuerte Mannschaft sogar in Unterzahl noch die Wende gegen Schweden, die nach einem Platzverweis gegen Boateng in der Schlussphase kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte.

Das radikal an Leib und Seele veränderte Team hatte aber auch schon zuvor alles gezeigt, was in ihm steckte." Zum Artikel

Das sagt die internationale Presse

Schweden

"Aftonbladet": "Kann man ein Länderspiel auf schlimmere Art verlieren? Im Vorhinein hätte man eine 1:2-Niederlage als ganz okayes Ergebnis betrachtet, aber hier und jetzt wirkt es wie das Ende des Weges.

Wenn man am Ende eines Revolverduell-Spiels von einem Pistolenschuss in den Hals getroffen wird - wie steht man da wieder auf und macht weiter?"

"Expressen": "Ein schwedischer WM-Traum liegt in dunkelblauen Scherben. Das war nicht, was Schweden verdient hat, nicht nach einer historisch guten Halbzeit, aber auch nicht das, was Deutschland verdient hat.

Wir haben 45 Minuten lang gesehen, wie Andersson die Weltmeister und ihren Weltmeistertrainer ausmanövrierte. Der Treffer gegen Deutschland hätte 82 Millionen Deutschen Albträume bereiten sollen."

Russland

"Sport-Express": "Danke Deutschland, dass du noch lebst! Die deutsche Auswahl hat sich am eigenen Schopf aus einer hoffnungslosen Lage im Turnier und einer hoffnungslosen Lage im Spiel herausgezogen. Danke dafür, Weltmeister!"

"newsru.com": "Deutschland in Unterzahl entreisst Schweden den Sieg dank eines Wundertors von Kroos"

Frankreich

"L'Équipe": "La Kroos Frayeur - [Wortspiel mit "la grosse frayeur", der grosse Schrecken] Das war kein Freistoss, das war ein Messerstich.

Ins Herz der Schweden und in die Seele der Deutschen. (...) Deutschland hatte sein Wunder von Bern, es hat nunmehr sein Wunder von Sotschi."

"Le Monde": "Deutschland hat noch viele Probleme zu lösen, falls es seinen bei der WM 2014 errungenen Titel gelassen verteidigen will. Vier Jahre später macht es (Deutschland) einen anderen Eindruck - mit einer Verteidigung, die verletzbarer und Kontern ausgesetzt ist."

"Le Figaro": "Toni Kroos rettet Deutschland gegen Schweden am Ende der Nachspielzeit. Deutschland ist bei der WM immer noch lebendig. (...) Ein wichtiger und wunderbarer Sieg."

Spanien

"Marca": "Kroos rettet den Weltmeister. (...) Toni Kroos führt bei Real Madrid keine Freistösse aus, weil diese Cristiano Ronaldo vorbehalten sind. Aber es stellt sich heraus, dass er darin ein aussergewöhnlicher Spezialist ist.

Der deutsche Fussballspieler (...) rettet den Weltmeister, der schon fast mit Bordkarten für den Rückflug nach Berlin dastand, mit einem Wunder in letzter Minute."

"Mundo Deportivo": "Toni Kroos schiesst in der Nachspielzeit das Tor seines Lebens, und jetzt hängt alles von Deutschland selbst ab. Die Mannschaft hat sehr gelitten, ist aber dem Fluch des Weltmeisters in allerletzter Minute entronnen."

"El País": "Deutschland, das alte Deutschland, das Team, das die meisten Triumphe einfährt, wenn es so aussieht, als liege es im Sterben, ist wieder auferstanden.

In der letzten Sekunde der Nachspielzeit ist ihm dies gelungen, als das Herz bis zum Hals schlug (...). Ja, Deutschland kommt immer wieder zurück, egal ob es gut spielt oder schlecht spielt, es geht nie wirklich weg."

"El Mundo": "Deutschland ist nicht wie die anderen. (...) Nein. Deutschland ist mental anders. Sotschi geht als einer der Orte in die Geschichte ein, an denen das Land (...) gezeigt hat, wie ein Champion lebt, stirbt und wiederaufersteht, fähig, über sich selbst hinauszuwachsen."

Grossbritannien

"Mirror": "Die Deutschen haben grossen Geist gezeigt, sich in ein Spiel zurückzukämpfen, das ihnen ... wegzurutschen drohte."

"The Sun": "Kroos' brillanter Freistoss in der 95. Minute brach die schwedischen Herzen und jeder war völlig perplex."

"The Times": "Toni Kroos hat nach dem Rettungsanker gegriffen."

Schweiz

"Sonntagsblick": "Was für ein Spiel! Deutschland kommt wie die Feuerwehr, lässt aber in den ersten Minuten mehrere Hochkaräter liegen. (...) Die zweite Hälfte ist dann aber gerade mal zwei Minuten alt, als Reus zum Ausgleich trifft.

Und jetzt rollt der DFB-Express. Immer wieder kommen die Deutschen zu Chancen. Bis erst in der allerletzten Minute Toni Kroos unsere nördlichen Nachbarn erlöst."

Rundfunk SRF: "Deutschland konnte den Kopf aber nochmals aus der Schlinge ziehen. In extremis und gleichermassen mustergültig verwandelte in der 95. Minute Toni Kroos einen Freistoss sehenswert zum 2:1-Endstand."

Österreich

Nachrichtenagentur APA: "Toni Kroos und der späte Schuss ins Glück. Mit einer gehörigen Portion Glück hat Deutschland bei der Fussball-WM in Schweden die realistische Chance auf das Achtelfinale am Leben erhalten."

Italien

"La Repubblica": "Es war ein Epilog, der trauriger war als eine Sirene im Nebel des Hamburger Hafens. Das grosse Deutschland, Titelverteidiger, muss nach Hause.

Aber die Deutschen, das weiss man, geben nie auf. Auch nicht mit einem Tor Rückstand. Auch nicht nur mit zehn Mann. Es gab alle Zutaten für eine fussballerische Götterdämmerung.

Aber dann kam Kroos. (...) Das wahre Deutschland haben wir immer noch nicht gesehen, aber das Team hat jetzt wieder Rückenwind."

Niederlande

"de Volkskrant": "Kroos rettet Deutschland in der Schlusssekunde. Euphorisch war die deutsche Freude nach diesem - übrigens hochverdienten - Sieg, gross das Leid der Schweden."

Polen

Sportportal "Przeglad Sportowy": "Das wird eines der unvergesslichsten Spiele dieser Weltmeisterschaft bleiben.

Die Deutschen spielen gegen Schweden ums Sein oder Nichtsein und starten mit einem Rückstand. Doch eine alte Fussballerwahrheit bewahrheitet sich: Sie spielen das Spiel zu Ende."

Portal "Fakty Sportowe": "Die Deutschen standen im Spiel gegen Schweden in Sotschi am Abgrund und verloren das Gleichgewicht, doch es gelang ihnen, einen sicheren Schritt zurück zu machen." (tfr/dpa)

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