Ein Basketball-Champion verlässt das Spielfeld: Kobe Bryants Leben und Karriere

Der Tod der Basketball-Legende Kobe Bryant erschüttert die Sportwelt. Zahlreiche Fans trauern um das Ausnahmetalent. Im Alter von 41 Jahren stirbt der Amerikaner bei einem Helikopterabsturz. Mit an Bord: Seine zweitälteste Tochter Gianna.

Amerikas Sportwelt trauert um einen ihrer allergrössten Stars - und mit ihr Prominente und Basketball-Fans in aller Welt. Ein Hubschrauberunglück reisst Kobe Bryant mit 41 Jahren aus dem Leben. Unter den acht weiteren Opfern ist auch eine seiner vier Töchter, die 13-jährige Gianna.
Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte entdeckt hatten.
1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem grossen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets eingefädelte hatten.
Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen - letzterer zog einen Tag vor Bryants Tod an ihm auf Platz drei der Bestenliste vorbei.
Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant die Basketball-Ikone Michael Jordan als Massstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Grösse. Nach diversen Titelgewinnen konnte Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen und verpasste mit LA immer wieder die Playoffs, doch gelang ihm noch ein hollywoodreifer Abschluss.
Im Alter von 37 Jahren trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und liess sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.
Seine Verabschiedung nach dem letzten Spiel, als er die Worte "Mamba out" sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status - und wurde selbst vom damaligen US-Präsidenten Obama imitiert.
2012 führte Bryant mit 21,4 Millionen Euro Jahresgehalt die Liste der NBA-Spitzenverdiener an.
2018 gewann der Basketballer einen Oscar für einen Film über sein Leben. Die Verleihung war umstritten. Im Zuge der #MeToo-Debatte hatte ein Vorwurf aus dem Jahr 2003 gegen den Sportler einen besonders faden Beigeschmack: Eine 19-jährige Hotelangestellte hatte den NBA-Spieler damals der Vergewaltigung bezichtigt. Nachdem der Sportler kurzzeitig festgenommen worden war, wurde die Sache aussergerichtlich geregelt.
1999 lernte Kobe Bryant die damals 17-jährige Vanessa Cornejo Ubrieta Laine kennen. Das Paar heiratete zwei Jahre später. 2003 kam Tochter Natalia Diamante (Mitte) auf die Welt, drei Jahre später folgte Gianna Maria-Onore (links). Die beiden jüngsten Sprösslinge Bianca Bella und Capri Kobe wurden 2016 und 2019 geboren.
Zahlreiche Beileidsbekundungen gingen an Bryants hinterbliebene Familie, darunter waren Sportgrössen wie Tom Brady, Dirk Nowitzki und Michael Jordan, genauso wie Prominente aus dem Showbusiness wie Sänger Drake oder Schauspieler Leonardo DiCaprio. Auch US-Präsident Donald Trump bekundete sein Beileid via Twitter.
In Los Angeles versammelten sich kurz nach der Nachricht über das Ableben des Spitzensportlers zahlreiche seiner Fans, um gemeinsam zu trauern.
Auch bei den Grammy-Awards, die am Sonntagabend (Ortszeit) ausgerechnet im Staples Center verliehen wurden, stand Bryants Tod im Vordergrund. "Heute haben Los Angeles, Amerika und die Welt einen Helden verloren. Wir stehen hier, und unsere Herzen sind gebrochen, im Haus, das Kobe erschaffen hat", sagte Moderatorin Alicia Keys zu Beginn der Show.
Die Ursache des Hubschrauberabsturzes ist noch ungeklärt. Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Die "Los Angeles Times" zitierte Quellen, wonach der Hubschrauber in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles. Der Absturzort in Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.