• Am Freitagnachmittag erreicht die Tour-Party in Kopenhagen ihren Höhepunkt.
  • In einem 13,2 Kilometer langen Zeitfahren wird das erste Gelbe Trikot der 109. Frankreich-Rundfahrt vergeben.
  • Doch einige Fahrer sind wenig erfreut über die geplante Strecke.

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Mit einem 13,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren beginnt am Freitag die 109. Tour de France erstmals in Kopenhagen. Der erste Arbeitstag dauert dabei nur etwa eine Viertelstunde. Die Zeitfahrstrecke durch die Innenstadt von Kopenhagen ist zwar komplett flach, doch die über 20 Kurven machen den Kurs technisch nicht einfach. Zudem soll der Asphalt nach Berichten einiger Fahrer seine Tücken haben.

Die beiden deutschen Radprofis Max Walscheid (29) und Simon Geschke (36) hatten sich bereits vorab kritisch zur Streckenplanung der ersten Woche der Tour de France geäussert. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich kein Problem habe zu sagen, dass das einem auch Angst macht", sagte Walscheid in einem Video ("Deine Tour") der ARD-Sportschau.

Walscheids Teamkollege Geschke vom Cofidis-Rennstall äusserte sich ähnlich: "Auf die erste Woche freue ich mich überhaupt nicht. Was ich wirklich bemängele ist: Die Organisation weiss, dass die erste Woche supernervös ist und die Fahrer wirklich um jeden Zentimeter kämpfen."

Simon Geschke: "Macht es für uns supergefährlich"

"Es wird ja schon gehofft, dass es ein Spektakel wird. Aber es wird definitiv Risiko in Kauf genommen und macht es für uns supergefährlich. Die Tour de France ist halt kein Actionfilm", ergänzte der Tour-Etappensieger des Jahres 2015. Bewusst eingebaute kleine und enge Strassen, Windkantenabschnitte und Kopfsteinpflaster nannte Geschke als mögliche Gefahrenherde für Stürze.

Übersichtskarte der 109. Tour de France. Die Tour startet am 1. Juli in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Ist also wieder mit dramatischen Stürzen zu rechnen? Bei der Tour de France geht es immer hektisch zu. Ein Etappensieg kann für einen Fahrer oder gar ein Team die ganze Saison retten. Entsprechend drohen gerade bei den Sprintankünften wieder Massenstürze.

Im vergangenen Jahr hatte es zu Beginn reihenweise Stürze gegeben. Dabei hatte es auch Mitfavorit Primoz Roglic erwischt, der später aufgeben musste. Aber auch auf den Abfahrten riskieren die Fahrer mehr. Wer will schon die Tour bergab verlieren? Dazu drohen immer wieder Gefahren durch die Zuschauermassen. 2021 wurde Tony Martin durch ein Pappschild einer Zuschauerin vom Rad gerissen, wodurch eine Massenkarambolage ausgelöst wurde.

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Ebenfalls eine grosse Rolle dürfte in Kopenhagen das Wetter spielen. Für den Nachmittag sind Regenschauer vorhergesagt. Deshalb entschieden sich die Topfahrer für frühe Startzeiten. Herausforderer Primoz Roglic fährt um 16:20 Uhr, Tour-Champion Tadej Pogacar um 17:05 Uhr kurz vor Weltmeister Filippo Ganna und Allrounder Wout van Aert. Der erste Fahrer startet um 16:00 Uhr, um 18:55 Uhr rollt der letzte Profi von der Rampe.

Das sind die Favoriten

Vieles deutet auf einen Zweikampf zwischen Ganna und van Aert hin. Ganna hat sich eigens einen neuen Zeitfahranzug schneidern lassen, ist zudem auf einer neuen und noch aerodynamischeren Rennmaschine unterwegs. Kleine Chancen hat auch Mathieu van der Poel. Der Alleskönner aus den Niederlanden trägt ebenfalls einen neuen Massanzug. Kostenpunkt: 3.000 Euro.

Wie stehen die Chancen für die deutschen Fahrer? Einen Mann für die Gesamtwertung gibt es nicht. Der Giro-Siebte Emanuel Buchmann, der 2019 sogar Gesamtvierter bei der Tour war, ist nicht dabei und soll im Herbst wieder angreifen. Lennard Kämna wird dagegen wohl starten. Der deutsche Zeitfahrmeister hatte zuletzt schon mit dem Etappensieg beim Giro überzeugt.

In starker Form ist Nils Politt, der im Meistertrikot anreist. Der Kölner hatte schon im Vorjahr eine Etappe gewonnen. Klassikerspezialist John Degenkolb darf sich auf der Kopfsteinpflaster-Etappe nach Arenberg Hoffnungen machen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Maximilian Schachmann nach dessen positivem Corona-Test. Max Walscheid, ebenfalls ein starker Zeitfahrer, sieht geringe Chancen auf eine gute Platzierung, da er bei seinem neuen Team Cofidis noch nicht das optimale Setup gefunden hat. (lh/dpa)

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