Olympia-Gold ist das Grösste, was ein Sportler erreichen kann. Das Motto heisst nicht nur "Dabei sein ist alles" - es gibt auch was zu verdienen. Reich wird man damit aber in den meisten Fällen nicht.

Mehr Infos zu Olympia 2018 in Pyeongchang

Eine Million pro Monat für einen Olympiasieg - und das ein Leben lang. Zum Luxus-Dasein dürfte diese Gold-Prämie für Südkoreas Wintersportler trotzdem nicht reichen, eine Million Won sind umgerechnet nur 747 Euro. Verlockender ist da schon eher die Befreiung von der Wehrpflicht für jeden Medaillengewinner beim Gastgeber der Winterspiele von Pyeongchang. Bei ihren Olympia-Prämien sind manche Nationen erfinderisch, andere grosszügig und einige auch geizig. Ein Querschnitt:

Italien gibt sich grosszügig

Ein italienischer Olympiasieger bekommt 150.000 Euro sofort und zusätzlich vier Jahre lang jährlich 30.000 Euro. Für Silber und Bronze gibt es ähnliche Regelungen mit etwas weniger Geld. Auch die Letten mit satten 140.000 Euro für Gold und die Litauer, die einen Olympiasieg mit 115.800 Euro und einem Auto belohnen, lassen sich nicht lumpen. Auch ein bulgarischer Olympiasieger erhält mit 127.000 Euro einen ordentlichen Schub für seinen Kontostand.

Polen lässt Olympiasieg in Rente einfliessen

Neben einer steuerfreien Prämie von bis zu 50.000 Euro für Gold erhält jeder polnische Medaillengewinner ab seinem 40. Lebensjahr eine lebenslange, steuerfreie Rente. 2600 Zloty, das sind rund 620 Euro, werden monatlich überwiesen. Zum Vergleich: In Polen liegt der Durchschnittslohn bei knapp 1.000 Euro brutto.

Niederlande bietet Staffelprämie

In den Niederländen ist das erste Gold mehr wert als ein zweiter oder dritter Olympiasieg. 25.500 Euro sind als Prämie für einen Triumph in Pyeongchang ausgelobt. Sollte zum Beispiel Eisschnelllauf-Superstar Sven Kramer öfter gewinnen, bekäme er für Gold Nummer zwei nur noch 16.830 Euro, ein drittes Gold brächte lediglich weitere 8.415 Euro. Allerdings hat Kramer als Sport-Millionär ohnehin fast schon ausgesorgt.

Gold ist in Deutschland 20.000 Euro wert

Von den Boni für Joachim Löws Fussballer können die deutschen Wintersportler nur träumen. Manuel Neuer & Co. bekommen im Falle einer Titelverteidigung bei der WM in Russland pro Mann 350.000 Euro.

Die deutschen Pyeongchang-Teilnehmer werden für eine Goldmedaille mit 20.000 Euro belohnt. Für Platz zwei gibt es 15.000 Euro und für Bronze 10.000 Euro. Bei der Sporthilfe allerdings wird nun diskutiert, diese Regelung zugunsten einer Rente abzuschaffen.

USA bieten Siegsteuer für Athleten

Dank eines Gesetzes, das noch unter Ex-Präsident Barack Obama verabschiedet wurde, sind die amerikanischen Olympioniken jetzt von der sogenannten Siegsteuer ausgenommen. Von den um 50 Prozent erhöhten Prämien von bis zu 37.500 Dollar für Gold bleibt den US-Athleten daher nun auch deutlich mehr. Für Stars wie Lindsey Vonn sind aber auch diese Summen wohl eher Peanuts.

Keine extra Prämien für Schweden und Norweger

Für schwedische Medaillengewinner gibt es traditionell ausser Ruhm und Ehre nichts. Bei den Sommerspielen in Rio verschenkt das schwedische Komitee nur die Olympia-Maskottchen. Das dürfte diesmal auch so sein: Soohorang und Bandabi.

Auch die Norweger zahlen ihrem neuen Langlauf-Superstar Johannes Kläbo und den anderen Medaillengewinnern kein Geld. Sie würden sich im nächsten Jahr für ein Sport-Stipendium von bis zu 12.000 Euro qualifizieren. Das reduziert sich, wenn der Athlet mehr als 50.000 Euro pro Jahr verdient. Und das trifft auf fast alle norwegischen Stars zu.

Luxusauto für Olympiasieger

Auch wenn die russischen Athleten wegen des Skandals um Dopingmanipulationen bei den Spielen in Sotschi diesmal nur unter neutraler Flagge starten dürfen, gibt es im Erfolgsfall Prämien von der Putin-Regierung. Vier Millionen Rubel (56.700 Euro) wären es für Gold. Extra-Zuschüsse loben die Heimatregionen oft noch aus.

Die Olympiasieger erhalten zudem noch ein Luxusauto. Aber nach den Sommerspielen in Rio wurde das erste geschenkte Auto schon einen Tag später im Internet zum Verkauf angeboten.

Live-Center zu Olympia 2018

© dpa