• Nicht Mikaela Schiffrin führt nach dem ersten Durchgang im olympischen Slalom, sondern die Deutsche Lena Dürr.
  • US-Star Shiffrin erlebt dagegen die nächste Pleite.
  • Für eine deutsche Snowboarderin erfüllt sich ein Traum, ein Kombinierer erlebt einen Rückschlag.

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Im olympischen Damen-Slalom der Winterspiele in China könnte es eine deutsche Medaille geben: Lena Dürr führt überraschend nach dem ersten Durchgang, in dem es erneut ein Debakel für Alpin-Star Mikaela Schiffrin gibt. Snowboarderin Leilani Ettel erreicht das Halfpipe-Finale, Kombinierer Terence Weber muss dagegen noch in der Corona-Quarantäne bleiben.

Führung: Die deutsche Skirennfahrerin Lena Dürr liegt nach dem ersten Lauf im Slalom vorn. Die 30-Jährige führte am Mittwoch mit einem Vorsprung von 0,03 Sekunden auf Michelle Gisin aus der Schweiz und 0,12 Sekunden auf die Schwedin Sara Hector, die am Montag im Riesenslalom Olympiasiegerin geworden war. Die Viertplatzierte Andreja Slokar aus Slowenien hatte einen Rückstand von 0,47 Sekunden. "Ich versuche jetzt, nicht zu viel nachzudenken und das aufzusaugen und das Gefühl für den zweiten zu behalten", sagte Dürr. Die zweite deutsche Starterin Emma Aicher lag nach Lauf eins auf Platz 21. US-Superstar Mikaela Shiffrin dagegen erlebte das nächste Debakel. Nach ihrem frühen Aus im Riesenslalom patzte sie auch im ersten Lauf des Slaloms und war nach wenigen Toren schon draussen.

Terence Weber weiter in Quarantäne

Traum: Die deutsche Snowboarderin Leilani Ettel hat das olympische Finale in der Disziplin Halfpipe erreicht. Der 20-Jährigen aus Pullach im Isartal reichte in der Qualifikation am Mittwoch ein elfter Platz für die Endrunde am Donnerstag. "Ein Traum ist wahr geworden. Ich kann es gar nicht in Worte fassen", sagte die Freestylerin über "den grössten Erfolg" in ihrer Karriere. Bislang war Ettel in dieser Weltcup-Saison noch nie unter die besten Zehn gesprungen. Das Finale der besten Zwölf wolle sie nun einfach geniessen - "und eine geile Show bieten", wie sie sagte.

Quarantäne: Der deutsche Nordische Kombinierer Terence Weber darf die coronabedingte Quarantäne noch nicht verlassen. Dies sagte Teamarzt Stefan Pecher am Mittwoch in Zhangjiakou. Webers Werte hätten sich wieder ein wenig verschlechtert. "Wir hoffen, dass er heute einen Wert erreicht, so dass er morgen wieder zur Mannschaft stossen kann", erklärte Pecher. Weber war wie Olympiasieger Eric Frenzel bei der Einreise in China positiv auf das Virus getestet worden. Bei Eric Frenzel haben sich laut Pecher die Werte deutlich verbessert, so dass man hoffe, den 33-Jährigen in der nächsten Woche an den Start bringen zu können. Für das Einzel an diesem Mittwoch waren beide Athleten keine Option.

Tiefstwert: Fünf weitere Beteiligte der Winterspiele in Peking und damit so wenige wie noch nie seit Beginn der Erfassung am 23. Januar haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten, wurden drei der positiven Fälle am Vortag bei ankommenden Personen am Pekinger Flughafen entdeckt. In der geschlossenen Olympia-Blase kamen zwei Infizierte hinzu. Auch der Deutsche Olympische Sportbund hatte am Dienstag einen positiven Test bei den neu in Peking angekommenen Teammitgliedern vermeldet. Insgesamt wurden am Dienstag mehr als 70 000 Tests durchgeführt. Die Gesamtzahl der Infizierten ist seit dem 23. Januar auf 398 gestiegen. Der Trend bei neuen Infizierten zeigt seit Tagen nach unten.

Freestyler Birk Ruud holt Big-Air-Gold

Premiere: Der Norweger Birk Ruud ist erster Olympiasieger in der Ski Freestyle-Disziplin Big Air. Bereits vor seinem letzten von drei Versuchen stand der 21 Jahre alte Vielstarter als Sieger fest, absolvierte seinen dritten Sprung mit der Landesfahne in der Hand und hängte sie sich anschliessend im Auslauf um die Schultern. Zweiter wurde der Amerikaner Colby Stevenson, die Bronzemedaille gewann der Schwede Henrik Harlaut. Er war mit 30 Jahren der älteste Teilnehmer im Feld.

Politik: Russlands früherer Eiskunstlauf-Star Jewgeni Pluschenko hält eine sofortige Aufhebung der beschränkten Teilnahme seines Landes an den Winterspielen ohne Hymne und Fahne für angebracht. Dies sagte der Olympiasieger von 2006 und 2014 der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Sportlerinnen und Sportler würden ohnehin die Flagge in ihrem Herzen tragen, die Hymne sei in ihren Gedanken präsent. Diese Beschränkungen könne man deshalb auch gleich aufheben, "aber da sieht man ja, wie weit die Politik ihren Einfluss auf den Sport nimmt", sagte der 39-jährige Pluschenko. Russland war von der Welt-Anti-Doping-Agentur wegen der wiederholten Vertuschung von Doping zunächst für vier Jahre von Olympia ausgeschlossen worden. Der Internationale Sportgerichtshof hatte die Sperre auf zwei Jahre reduziert. Ende des Jahres endet die Strafe. (dpa/fte)

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