• Bei den Australian Open sorgen pro-russische Botschaften für Aufsehen und rücken die Halbfinals bei den Frauen zeitweise in den Hintergrund.
  • Wirbel gibt es auch um den Vater von Novak Djokovic.

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Jelena Rybakina und Aryna Sabalenka erreichten "super glücklich" das Finale - doch das vielleicht noch grössere Gesprächsthema bei den Australian Open am Donnerstag hatte nichts mit Tennis zu tun. Am australischen Nationalfeiertag drehte sich im Melbourne Park vieles um Russland, verbotene politische Botschaften und den Vater von Superstar Novak Djokovic. Die Halbfinalmatches bei den Frauen gerieten angesichts dieser Diskussionen zeitweise in den Hintergrund.

"Ich weiss überhaupt nicht, was das mit Novak zu tun hat", sagte die Belarussin Viktoria Asarenka nach ihrer 6:7 (4:7), 3:6-Halbfinalniederlage gegen Wimbledon-Gewinnerin Rybakina sichtlich genervt, als sie von einem Journalisten auf den Zwischenfall angesprochen wurde. Diese Dinge hätten "nichts mit uns Spielern zu tun, aber irgendwie zieht man uns Spieler immer wieder hinein".

Die Belarussin Sabalenka siegte 7:6 (7:1), 6:2 gegen die Polin Magda Linette und kann in ihrem ersten grossen Finale am Samstag das Grand-Slam-Turnier unter neutraler Flagge gewinnen. Auch das hätte eine politische Dimension.

Wirbel um Video von Djokovics Vater

Am Donnerstag sorgte ein Video im Internet für Aufsehen, es könnte auch die Vorbereitung des Serben Djokovic auf sein Halbfinale gegen den US-Amerikaner Tommy Paul am Freitag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) beeinträchtigen. Darin ist zu sehen, wie sein Vater Srdjan Djokovic im Melbourne Park mit anderen Personen hinter einer russischen Flagge mit einem Porträt von Russlands Präsident Wladimir Putin posiert.

Neben ihm steht ein Mann mit einem T-Shirt, auf dem das Zeichen "Z" zu sehen ist. Das Video wurde in einem Youtube-Kanal veröffentlicht. Es soll nach Djokovics Viertelfinalsieg gegen den Russen Andrei Rubljow am Mittwochabend aufgenommen worden sein.

"Spieler und ihre Teams wurden in Bezug auf Flaggen und Symbole an die Event-Richtlinien gebrieft und daran erinnert, alle Situationen zu vermeiden, die das Potenzial für Störfälle haben", teilte Veranstalter Tennis Australia in einer Stellungnahme am Donnerstag mit.

Und Störfälle gab es in der Nacht zuvor. Während des Djokovic-Spiels zeigte ein Fan ein T-Shirt mit dem "Z"-Symbol, das als Unterstützung für Russland einschliesslich der Invasion in der Ukraine steht und beim Turnier ebenso verboten ist wie die russische und belarussische Flagge. Danach waren vier Zuschauer von der australischen Polizei verhört worden, weil sie "unangemessene Flaggen und Symbole gezeigt und das Sicherheitspersonal bedroht" haben sollen, wie der Veranstalter mitteilte.

Russen und Belarussen dürfen teilnehmen

Twitter-Posts zeigen, dass mehrere Zuschauer nach dem Match russische und serbische Flaggen schwenkten sowie "Serbien! Russland!" riefen. Wasyl Miroschnytschenko, der ukrainische Botschafter in Australien, twitterte: "Es ist so eine Schande."

Anders als in Wimbledon dürfen russische und belarussische Spieler in Melbourne unter neutraler Flagge starten. Bei den Männern trifft der Russe Karen Chatschanow im Halbfinale am Freitag auf den Griechen Stefanos Tsitsipas.

In diesem Zusammenhang plädierte die Tennis-Ikone Billie Jean King, den Bann auch beim Wimbledon-Turnier im kommenden Juli aufzuheben. "Das Leben ist zu kurz", begründete die zwölfmalige Grand-Slam-Turniergewinnerin aus den USA.

Auch das Internationale Olympische Komitee hat die Tür einen Spalt geöffnet und sich dafür ausgesprochen, einen Weg für die Teilnahme der Sportler aus Russland und Belarus bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris "unter strengen Bedingungen" zu prüfen. (dpa/fte)