Zur Medaille hat es für die deutschen Biathletinnen und Biathleten zum Start in die WM in Antholz nicht gereicht. Den entscheidenden Rückstand handelte sich das Quartett in der Mixed-Staffel schon früh ein.

Mehr Wintersport-Themen finden Sie hier

Nach ihrer fatalen Strafrunde beim WM-Auftakt entschuldigte Denise Herrmann sich bei ihren Biathlon-Kollegen. "Es tut mir leid für die anderen, dass ich 25 Sekunden kreiseln musste", sagte die Verfolgungungs-Weltmeisterin.

Auf Bronze fehlen 18,4 Sekunden

Die Extra-Runde der Sächsin brachte die deutsche Mixed-Staffel im italienischen Antholz um die heiss ersehnte Medaille. Beim Sieg von Titelverteidiger Norwegen fehlten Franziska Preuss, Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll nach insgesamt elf Nachladern und 150-Extra-Metern gerade einmal 18,4 Sekunden auf den Bronze-Platz.

Ihr Negativerlebnis hofft Herrmann mit Blick auf den Sprint-Wettkampf am 14. Februar (14:45 Uhr/ZDF und Eurosport) schnell verdrängen zu können. "Es geht ja gleich weiter", sagte sie.

Leistete sich in der Mixed-Staffel eine Strafrunde: Denise Herrmann.

"Platz vier ist kein Weltuntergang. Wir werden nicht nach dem ersten Rennen den Kopf in den Sand stecken", sagte Olympiasieger Arnd Peiffer.

Lesen Sie auch: Wo Sie alle weiteren Rennen bei der Biathlon-WM 2020 live im TV verfolgen können.

Norwegen gewinnt das Finale gegen Italien bei der Biathlon-WM 2020

Hinter den wieder überragenden Norwegern um Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bö kamen Gastgeber Italien und das Überraschungsteam aus Tschechien auf die Plätze zwei und drei. Bei der vergangenen WM 2019 hatte es für das deutsche Quartett noch Silber gegeben. "Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben noch genug Chancen", gab auch Schlussläufer Doll die Marschrichtung vor.

"Ich hätte der Denise gerne etwas weniger Rückstand mit auf den Weg gegeben. Aber am Schiessstand war der Wurm drin", sagte Preuss.

Franziska Preuss, rechts, war die Startläuferin der deutschen Mixed-Staffel beim Auftaktrennen der Biathlon-WM im italienischen Antholz.

Dabei war die 25-Jährige mit drei Nachladern davongekommen, die Französin Julia Simon musste schon nach dem ersten Schiessen dieser Weltmeisterschaft in die Strafrunde. Eines der Favoriten-Teams hatte sich damit schon früh aus dem Medaillen-Kampf verabschiedet und wurde am Ende Siebter. Deutschland folgte dann wenig später.

Herrmann findet deutliche Worte

"Ich hätte wenigstens den letzten Nachlader treffen müssen", sagte Herrmann und gab im ZDF einen Einblick in ihr Gefühlsleben in jenem Augenblick. "Wenn Du die letzte Nachladerpatrone einschiebst, dann geht dir der Arsch auf Grundeis", sagte die Sächsin.

34,9 Sekunden hinter Topfavorit Norwegen hatte sich Herrmann als Elfte auf den Weg gemacht. Die ehemalige Langläuferin blieb im Liegendanschlag zunächst fehlerfrei, kam sogar in der Spitzengruppe zum Stehendschiessen. Doch da ging für die 31-Jährige nicht mehr viel. Nach einer Strafrunde übergab sie als Siebte mit einem Rückstand von 41,4 Sekunden auf Topfavorit Norwegen an Peiffer. "Ich wollte wenigstens noch Schadensbegrenzung betreiben."

Arnd Peiffer beim Nachladen am Schiessstand während der Mixed-Staffel.

Auch der Olympiasieger bekam am Schiessstand Probleme, konnte die zweite Strafrunde gerade so verhindern. Doll brachte die Staffel dann nur noch auf Platz vier.

Benedikt Doll bringt Rang vier für die deutsche Mixed-Staffel ins Ziel.

Bei den bis zum 23. Februar dauernden Titelkämpfen in der Südtirol-Arena geht es am Freitag mit dem Frauen-Sprint weiter. Am Samstag (14:45 Uhr) steht der Männer-Sprint auf dem Wettkampfprogramm, ehe am Sonntag die Verfolgungsrennen ausgetragen werden.

Herrmann spürt nach Dahlmeiers Rückzug immensen Druck

Für Herrmann geht es nun darum, die Enttäuschung zu verarbeiten. Denn nach dem Rücktritt von Ausnahmekönnerin Laura Dahlmeier fokussiert sich alles auf die frühere Langläuferin, auch wenn in Preuss, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Karolin Horchler noch vier weitere deutsche Skijägerinnen über die 7,5 Kilometer dabei sind.

"Denise ist eine Vorbild-Sportlerin, sie steht im Fokus und meistert das ziemlich gut", sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler. Bereits im Vorjahr in Östersund hatte Herrmann mit Gold in der Verfolgung sowie Silber in der Mixed-Staffel und Bronze im Massenstart die Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier in den Schatten gestellt und gezeigt, zu was sie in der Lage ist. (dpa/hau)

Lesen Sie auch: Der Zeitplan und der Favoritencheck bei der Biathlon-WM 2020.

Bildergalerie starten

Laura Dahlmeier nimmt Abschied: Ihre Karrierehöhepunkte

Im Mai 2019 erklärte Laura Dahlmeier das Ende ihrer Biathlon-Laufbahn. Am 28. Dezember fand ihr grosses Abschiedsrennen in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen statt. Wir blicken zurück auf die Höhepunkte der Bilderbuchkarriere der Garmisch-Partenkirchenerin, die unter anderem zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann.