Der Klimawandel existiert nicht! Dieser Meinung ist FIS-Präsident Gian Franco Kasper. Das kommt weder bei Klima-Experten noch bei Ski-Stars gut an.

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Nicht nur US-Präsident Donald Trump leugnet den Klimawandel. Gian Franco Kasper bläst ins gleiche Horn. Der Präsident des Internationalen Skiverbands (FIS) sagte dem "Tages-Anzeiger": "Es gibt keinen Beweis dafür. Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel." Für seine Aussagen erhält er kräftigen Gegenwind.

"Machen Sie die Augen auf!"

"Wir befinden uns in einem beschleunigten Klimawandel", so Thomas Stocker, Klimaforscher an der Universität Bern, zu "Blick". Er appelliert an den FIS-Boss: "Machen Sie die Augen auf, Herr Kasper!"

Von der Nasa gibt es eine neue Analyse der globalen Temperatur für das vergangene Jahr. Daraus geht hervor, dass der weltweite Temperaturmittelwert seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1880 angestiegen ist. Hinzu kommt, dass sich das Jahr 2018 in die Rekordjahre einreiht: Es war das viertwärmste.

Die Gletscher schmelzen

Auch Michael Zemp, Glaziologe und Direktor des Gletscherbeobachtungsdiensts World Glacier Monitoring Service (WGMS), widerspricht Kasper. Zu "Blick" sagt er: "Die Gletscher sind der beste Beweis dafür, dass der Klimawandel stattfindet!" WGMS wertet seit 125 Jahren Daten zur globalen Gletscherschmelze aus.

Zemp erklärt: "Im letzten Jahr haben die Gletscher im Alpenraum um rund 1,5 Meter an Eisdicke verloren – trotz eines schneereichen Winters." Es sei erschreckend, wenn "jemand wie Herr Kasper seine Augen vor dem Klimawandel verschliesst".

Skisportler entsetzt

Auch Skisportler laufen Sturm. Daniel Yule reagiert entsetzt: "Diese Aussage ist für mich ein Beleg dafür, wie weit sich Herr Kasper von unserem Sport entfernt hat." Michelle Gisin sieht das ähnlich: "Für mich hat sich Herr Kasper mit seinen Aussagen ins Abseits gestellt." (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN

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