"Abgeschnitten" - die Bilder zum blutigsten Film des Jahres

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Von
Doreen Hinrichs

"Abgeschnitten" mit Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger, Jasna Fritzi Bauer und Fahri Yardım ist nichts für einen schwachen Magen - aber trotzdem verdammt unterhaltsam. Ab dem 11. Oktober in den Kinos.

Sagen wir es geradeheraus: "Abgeschnitten" ist nichts für Kinogänger mit schwachem Magen. Der Psychothriller nach dem gleichnamigen Bestseller von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos ist unterhaltsam - spart aber nicht ...
Das ist der Beginn einer "Schnitzeljagd mit Leichen", wie es Comic-Zeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) lapidar ausdrückt. Linda sucht gerade auf Helgoland Zuflucht vor ihrem stalkenden Ex-Freund, und gerät durch einen Leichenfund mitten hinein in das Verwirrspiel, ...
... im Zuge dessen sie unfreiwillig Herzfelds verlängerter Arm am Seziertisch wird. Sie muss an seiner statt die Leichen obduzieren - was nicht nur der jungen Frau, sondern auch dem Zuschauer ob der wirklich grossartigen Arbeit des Special-Effekts-Teams den Magen umdreht.
Weil Herzfeld wegen eines Sturms Helgoland nicht erreichen kann, geht er unterdessen Hinweisen nach, die ihn von einem Tatort zum nächsten führen. Immer an seiner Seite und immer irgendwie zwielichtig: Der trottelige Praktikant Ingolf (Enno Hesse). Dessen Rolle ...
... bleibt bis zum Schluss mysteriös. Mehrmals lassen Schnitt- und Soundeffekte vermuten, dass sein Part in diesem Spiel grösser ist, als man zunächst vermutet. Doch so wirklich löst sich das Geheimnis um den Praktikanten nie auf. Unser Tipp daher: Ingolf wird eine entscheidende Rolle in einer kommenden Fortsetzung spielen.
Helfer und Vertrauter an Lindas Seite unterdessen: Hausmeister Ender (Fahri Yardım), der für einige Lacher in der Leichenhalle sorgt. In der Rolle des lustigen Sidekicks sieht man Yardim nicht zum ersten Mal - trotzdem nervt er nicht, ist sympathisch und sehr überzeugend. Genau wie natürlich ...
... Lars Eidinger. Der überzeugt als Psychopat Jan Erik Sadler (Lars Eidinger) - wie nicht anders zu erwarten war - auf ganzer Linie.
Für Linda spitzt sich die Situation im Keller der Helgoländer Klinik immer weiter zu. Ihr brutaler Ex-Freund Danny oder Sadler - wer ist eigentlich hinter ihr her? Auch der Zuschauer tappt lange Zeit im Dunklen. "Abgeschnitten" gelingt es, trotz mehrerer paralleler Handlungsstränge nicht zu verwirrend oder gar langatmig zu sein.
Dafür sorgt auch die exzellente Besetzung. Vor allem Eidingers Darstellung des sadistischen Sadlers ist das Material, aus dem Alpträume sind. Doch auch seine Rolle ist in diesem Thriller mehrdeutig angelegt. Ist er wirklich nur Täter - oder auch Werkzeug und Opfer?
Denn hinter vordergründigen Gemetzel behandelt "Abgeschnitten" ein sehr ernstes Thema: Selbstjustiz. Auch die Tochter von Herzfelds Kollegen Marinek (Grossartig: Urs Jucker) war entführt worden - doch weil Herzfeld partout sein Untersuchungsergebnis nicht verändern wollte, kam der Täter mit einer sehr geringen Haftstrafe davon.
Ob Herzfeld am Ende seine Tochter Hannah (Barbara Prakopenka) doch noch retten kann, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Das müssen Sie sich schon selbst im Kino anschauen. Denn sehenswert und unterhaltsam ist - trotz kleiner Schwächen - "Abgeschnitten" allemal. Der Thriller läuft ab dem 11. Oktober in den Kinos.