F. Murray Abraham: Hollywoods Vorzeige-Schurke ist nach wie vor gefragt

F. Murray Abraham wurde durch seine Hauptrolle in "Amadeus" berühmt und gewann einen Oscar sowie einen Golden Globe. Der mittlerweile 80-Jährige hat sich in seiner Karriere zum Vorzeige-Schurken von Hollywood etabliert – und denkt noch nicht an den Ruhestand. © spot on news

F. Murray Abraham ist der Sohn eines Assyrers und einer US-Amerikanerin mit italienischen Wurzeln. Aufgewachsen in El Paso, Texas, macht er sich bereits an der Universität einen Namen als Schauspieler. Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Darstellung eines Indianers am dortigen Studenten-Theater gewinnt er den Preis als bester Uni-Schauspieler des Landes.
Obwohl er christlich-orthodox erzogen wird, ist er in seinen Teenager-Jahren Mitglied einer Gang. Seiner Zukunft als Schauspieler hat dieser kurze "kriminelle" Abstecher jedoch keinen Abbruch getan.
Sein Filmdebüt feiert Abraham, der eigentlich nur Murray Abraham heisst und das F. als Hommage an seinen Vater Fahrid eigenständig hinzugefügt hat, 1971 im Film "Der verkehrte Sherlock Holmes". Es folgen kleinere Rollen in verschiedenen Filmen sowie Aufträge als Werbegesicht und Synchronsprecher.
Fünf Jahre nach seinem Debüt ist er neben Dustin Hoffman und Robert Redford in einer kleinen Nebenrolle im Kult-Film "Die Unbestechlichen" zu sehen. Der Film handelt von der berühmten Watergate-Affäre, die damals den republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon zum Rücktritt zwang.
1983 spielt er an der Seite von Al Pacino und Michelle Pfeiffer den Drogengangster Omar Suárez im Mafia-Thriller "Scarface".
Ein Jahr später schafft Abraham als Mozart-Widersacher Antonio Salieri in "Amadeus" seinen ganz grossen Durchbruch. Er gewinnt den Oscar als bester Hauptdarsteller sowie einen Golden Globe.
Seitdem wird er immer wieder für Schurkenrollen besetzt: In "Der Name der Rose" wird Abraham zum Beispiel als mittelalterlicher Inquisitor Bernard Gui an der Seite von Sean Connery verpflichtet.
In der Actionfilm-Parodie "Last Action Hero" - mit Arnold Schwarzenegger (Foto) in der Hauptrolle – nimmt F. Murray Abraham sogar sein eigenes Schurkenimage ein wenig auf die Schippe.
In den Folgejahren bekommt Abrahams immer wieder auch andere Rollen angeboten. In "Star Trek: Der Aufstand" spielt er 1998 beispielsweise den Son'a-Anführer Ahdar Ru'afo.
2001 ist er im Horrorfilm "13 Geister" als der skrupellose Cyrus Kriticos zu sehen, der seinen Neffen töten will, um das Auge der Hölle zu öffnen.
Neben Film und Theater hat das Fernsehen ebenfalls zahlreiche Rollen für den markanten Schauspieler zu bieten. In der Erfolgs-Serie "Homeland" taucht er immer wieder als hochrangiger CIA-Mitarbeiter Dar Adal neben Claire Danes (Mitte) und Mandy Patinkin (r.) auf.
2016 überzeugt er als mysteriöser Mr. Moustafa in "Grand Budapest Hotel". Der Film wurde mehrfach für den Oscar nominiert und konnte letztlich vier Preise einheimsen.
F. Murray Abrahams hatte in seinem Leben nicht nur beruflich Glück. Privat ist er seit 1962 mit seiner Frau Kate Hannah verheiratet. Zusammen haben sie zwei Kinder: Tochter Jamili (Foto) und Sohn Mick.
Sein 80. Geburtstag scheint für den Schauspieler dennoch kein Grund zu sein, die Karriere an den Nagel zu hängen und in Rente zu gehen. F. Murray Abrahams steht nach wie vor für verschiedene TV- und Film-Projekte vor der Kamera.