Pride Month: Diese LGBT+ Filme sollte man gesehen haben

Wir feiern den Monat aller Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans-Menschen (und Personen individueller Geschlecht-Identifikationen) mit diesen fünfzehn Filmen. Ganz im Sinne der Festlichkeiten teilen diese Werke das Bedürfnis nach mehr sexuellem Stolz, sexueller Gleichberechtigung und einem offenen Umgang mit jeglicher Sexualität.

Eine angehende Lehrerin (Adèle Exarchopoulos, l.) und eine kultivierte Künstlerin (Léa Seydoux, r.): "Blau ist ein warme Farbe" (2013) fantasiert vom steinigen Entdecken der Leidenschaft trotz verschiedener Milieus. Besonderes Aufsehen erregte der Film durch seine realistische Darstellung, unter anderem der expliziten Liebesakte.
"Moonlight" (2016) ist der erste LGBT+ Film überhaupt, welcher bei den Oscars als "Bester Film" ausgezeichnet wurde. Wir begleiten den schüchternen Afroamerikaner Chiron (Ashton Sanders/Alex R. Hibbert/Trevante Rhodes) beim Erwachsenwerden und Entdecken seiner Homosexualität im Drogen-Milieu. Erzählt wird die Geschichte in drei Kapiteln, welche jeweils einen anderen Lebensabschnitt beleuchten.
"Brokeback Mountain" (2005) ist der wohl bekannteste Vertreter der LGBT+ Thematik: Der legendäre "Joker"-Mime Heath Ledger (r.) und "Donnie Darko"-Star Jake Gyllenhaal (l.) geben ein tragisches Liebespaar, das seine Gefühle nur im Geheimen ausleben kann.
Nach einer wahren Begebenheit erzählt "Boys Don't Cry" (1999) von der Ermordung des transsexuellen Brandon Teena (Hilary Swank, r.). Weil dieser im Körper einer Frau geboren wurde, aber als Mann lebte, zog er Anfang der 90er grossen Hass auf sich - besonders, als er eine Liebesbeziehung mit Freundin Lana (Chloë Sevigny, l.) einging. Ein kompromissloses Drama, welches über die Folgen von sinnlosem Hass auf blosse Andersartigkeit berichtet.
Der französische "Mein Leben in Rosarot" (1997) zeigt die erfrischende Perspektive einer Siebenjährigen auf Transsexualität. Für die als Junge geborene Ludovic Fabre (Georges de Fresne) ist klar: Sie ist ein Mädchen - nur die Erwachsenen haben das noch nicht eingesehen. Regisseur Alain Berliner vergleicht die farbenfrohe Welt des Kindes mit einem festgefahrenen, grautönigen Erwachsenengegenstück.
"Die Taschendiebin" (2017) des Oscar prämierten Regisseurs Park Chan-wook mischt die Thematik der heimlichen lesbischen Romanze mit dem Thriller-Genre. Dabei beeindrucken vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen (Min-Hee Kim, l. und KIM Tae-Ri, r.) mit erotischer Chemie - obwohl sich die beiden Figuren in einem Plot voller Intrigen nicht einmal gegenseitig vertrauen können.
Wem mehr nach einer leichtfüssigen Herangehensweise an die Thematik zu Mute ist, dem sei "Love, Simon" von 2018 ans Herz gelegt. Mit dem Satz "Jeder verdient eine grosse Liebesgeschichte" fordert der Film eine stärkere LGBT+ Repräsentation auf der grossen Leinwand - und liefert direkt ein Beispiel: Mit viel Humor und erfrischendem Optimismus erzählt die Highschool-Dramedy das "Coming Out" eines Teenagers. Weniger allein fühlt sich Simon (2.v.l.) dabei durch den romantischen Briefverkehr mit einem unbekannten, ebenfalls homosexuellen Klassenkameraden.
Auch der deutsche Film hat u.a. mit "Freier Fall" von 2013 einen Beitrag zum Thema geleistet, welcher auf breiten Anklang gestossen ist: Gezeigt wird die Geschichte des jungen Polizisten Marc (Hanno Koffler, 2.v.r.), welcher zwischen der aufregenden Affäre mit einem Kollegen und seiner Familie samt Frau und Kind hin- und hergerissen ist.
Ebenfalls aus deutschem Hause ist das Melodram "Faustrecht der Freiheit" (1975) von Regieunikat Rainer Werner Fassbinder. Die Hauptrolle des Franz (l.) verkörpert er dabei selbst. Dieser ist ein vereinsamten Lottogewinner, der von seinem aus der Oberschicht stammenden Freund schamlos ausgenutzt wird.
"Porträt einer jungen Frau in Flammen" von 2019 ist ein vergleichsweise junger LGBT+ Vertreter: Die 18. Jahrhundert-Lovestory zwischen Malerin Maria (Noémie Merlant, r.) und der zwangsverheirateten Héloïse (Adèle Haenel, l.) hat beim Cannes Filmfestival eine grosse Euphorie entfacht. Grosses Lob erfuhr er insbesondere durch die glaubwürdige Darstellung des spezifisch weiblichen Begehrens.
"The Kids Are All Right" (2010) ist ein wahrer Spassgarant, lässt sich aber auch viel Zeit für seine ernsten Momente: Die Bilderbuchfamilie der zwei Mamas Nic (Annette Bening, l.) und Jules (Julianne Moore, 2.v.l.) wird ordentlich aufgerüttelt, als Paul (Mark Ruffalo, r.), der Samenspender ihrer beiden Kinder, in ihr Leben grätscht. Ein starker Cast transportiert ein nicht weniger gutes Drehbuch gekonnt auf die Leinwand.
Ein Dokumentarfilm mit Temperament: "Paris brennt" von 1990 beleuchtet die sogenannte "Ballroom Culture" der 80er Jahre in New York City. In einer Zeit der alltäglichen Diskriminierung zogen sich viele Homosexuelle dabei in Dragqueen-Tanzclubs zurück. Die Ballteilnehmer dieser Subkultur bildeten sogenannte "Houses", welche für ein neues Verwandtschaftsgefühl sorgten.
Die erste kritische Auseinandersetzung mit AIDS im Hollywoodfilm: In "Philadelphia" (1994) muss sich der todkranke Homosexuelle Andrew Beckett (Tom Hanks, r.) vor Gericht gegen seine diskriminierende Jobentlassung durchsetzen. Mithilfe von Anwalt Joe Miller (Denzel Washington, l.) wird dabei eine systemische Intoleranz gegenüber Schwulen im Arbeitsumfeld entlarvt.
Auf der Lebensgeschichte von Ron Woodroof (Matthew McConaughey, r.) basierend, erzählt "Dallas Buyers Club" von dessen Medikamentenschmuggel in den 80ern, als AIDS-Kranke noch mit schlechtem Zugang zu Arzneimitteln zu kämpfen hatten. Unterstützung erhält er von der Transsexuellen Rayon (Jared Leto, l.), welche dem konservativen Cowboy dabei hilft, unschöne Vorurteile abzulegen.