Til Schweiger: Der "bewegte Mann" wird 56

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Er ist Schauspieler, Regisseur und Produzent und gehört in Deutschland zu den bekanntesten Gesichtern der TV- und Kinowelt: Til Schweiger feiert seinen 56. Geburtstag. Wir blicken zurück wie der grosse Junge aus "Manta, Manta" über den "bewegten Mann" zum "Inglourious Basterd" wurde. © spot on news

Til Schweiger wird am 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau geboren. Als Lehrerkind will er ursprünglich den Beruf seiner Eltern ergreifen, doch während des Studiums entdeckt er seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Bald ist die Entscheidung gefallen: Schweiger wechselt an die Kölner Schauspielschule.
1990 gelingt ihm der Durchbruch als TV-Schauspieler. Zwei Jahre lang spielt er in der "Lindenstrasse" die Figur Jo Zenker.
Seine erste Filmrolle ergattert Schweiger im Jahr darauf. Als Bertie wird er mit dem Kultfilm "Manta Manta" endgültig berühmt. Seine Freundin spielt Schauspielerin Tina Ruland. Es folgen weitere Rollen in deutschen Filmen, etwa in "Ebbies Bluff" (1993).
In der Komödie "Der bewegte Mann" (1994) spielt er den Lebemann Axel Feldheim, der zusammen mit seinem schwulen Kumpel Norbert (Joachim Król, hier mit Armin Rohde, M.) versucht, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Die Komödie erhält sogar den Deutschen Filmpreis in Gold als bester Film.
In "Männerpension" (1996) verkörpert er den Strafgefangenen Hammer-Gerd, der unter weiblicher Aufsicht für eine Woche dem Gefängnis den Rücken kehren darf.
Mitte der 1990er scheint es, als habe Schweiger auch sein privates Glück gefunden: 1995 heiratet er das ehemalige Model Dana Carlsen. 1995 kommt auch Sohn Valentin zur Welt. Es folgen die drei Töchter Luna (1997), Lilli (1998) und Emma (2002). Die Familie lebt bis 2004 im kalifornischen Malibu, siedelt dann wieder nach Hamburg über.
1996 gründet Schweiger die Produktionsfirma Mr. Brown Entertainment und debütiert mit "Knockin' on Heaven's Door" im Jahr 1997 als Produzent. In "Der Eisbär" im Jahr 1998 tritt er zum ersten Mal als Regisseur in Erscheinung und spielt einen Profi-Killer.
Den Anfang der 2000er Jahre nutzt Schweiger für Ausflüge nach Hollywood. 2001 spielt er neben Nick Nolte in "Investigating Sex", 2003 neben Angelina Jolie in "Tomb Raider" und 2004 mit Clive Owen in "King Arthur". Das Foto zeigt Schweiger und Jolie bei der Premiere von "Tomb Raider II: Die Wiege des Lebens" im Münchner Mathäser Filmpalast.
Mit der Komödie "Keinohrhasen" (2007), für die er zum ersten Mal mit seinen Kindern (nicht im Bild) vor der Kamera steht, und der Fortsetzung "Zweiohrküken" (2009) folgen weitere Mega-Erfolge in Deutschland. Bei beiden Filmen übernimmt Schweiger auch die Rolle als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur.
2009 wird Schweiger die Ehre zuteil, in einem Film von Quentin Tarantino mitzuwirken. In "Inglorious Basterds" spielt er den Soldaten und Nazijäger Hugo Stiglitz - neben etablierten Hollywood-Grössen wie Brad Pitt, Diane Kruger und Christoph Waltz.
Familienbande: In "Kokowääh" (2011), "Kokowääh 2" (2013) und "Honig im Kopf" (2014) bekommt seine jüngste Tochter Emma die Hauptrolle.
"Honig im Kopf": Der Film über einen Alzheimerkranken wird 2014 zum erfolgreichsten Film in Deutschland und belegt mit 7,19 Millionen Kinobesuchern Platz 6 der erfolgreichsten Filme überhaupt hierzulande. Die US-Adaption "Head full of Honey" mit Nick Nolte floppt dagegen.
2013 wagt sich Schweiger an ein hohes deutsches TV-Kulturgut: Er verkörpert in "Willkommen in Hamburg" zum ersten Mal den "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller. Seinen Kollegen Yalcin Gümer spielt Fahri Yardim (l.). Es folgen drei weitere Fernseh-"Tatorte", bis Schweiger mit Regisseur Christian Alvart (M.) einen Krimi für die grosse Leinwand produziert: Den XL-"Tatort: Off-Duty" wollen allerdings nur 300.000 Menschen im Kino sehen.
2016 erfüllt sich Schweiger einen ganz anderen Traum: In Hamburg eröffnet er gemeinsam mit viel Prominenz wie Wladimir Klitschko (Foto) sein erstes Restaurant "Barefood Deli". Am Anfang gerät es wegen angeblich überteuerter Preise für Leitungswasser in die Schlagzeilen. 2017 folgt dann ein Hotel am Timmendorfer Strand.
2005 gibt Schweiger die Trennung von Ehefrau Dana bekannt. Die Scheidung folgt aber erst 2014. Von 2011 bis 2013 ist Schweiger mit dem Model Svenja Holtmann (Foto) zusammen, 2015/16 mit Regieassistentin Marlene Shirley.
Ab 2018 ist Schweiger wieder in einer Beziehung - mit Schauspielerin und Produzentin Francesca Dutton. Die Liebe hält allerdings nicht ewig. Mitte November 2018 zeigen sie sich zum ersten Mal gemeinsam auf dem roten Teppich, im Februar 2019 ist alles wieder vorbei.
Im vergangenen Juli landet Schweiger in den Schlagzeilen, weil er in einem Podcast-Interview Kritik an der deutschen Filmförderung übt. "Es werden hier so viele Filme gefördert, wo schon das Drehbuch einfach nur Mist ist. Da kann dann auch der Film nicht mehr spannend werden", sagt der damals 55-Jährige. Ausserdem kritisiert er die Bildsprache in deutschen Produktionen.
Ausserdem packt Dana Schweiger 14 Jahre nach der Trennung über die Gründe ihrer Scheidung von Til aus. In ihrem Buch "Im Herzen barfuss" und in Interviews rund um die Veröffentlichung erzählt sie, dass sie 2004 bemerkt habe, dass ihr Mann sie betrügt. Böse ist Til seiner Ex allerdings nicht. Erst kürzlich verrät er, dass die Familie auch Weihnachten 2019 zusammen feiert. "Wir sind ja eine Familie und das ändert auch ein Buch nicht", sagt er der "Bild".