Die Enthüllungswelle um Harvey Weinstein nimmt immer grössere Ausmasse an. Nun hat auch Supermodel Cara Delevingne ihre Geschichte mit dem Filmproduzenten öffentlich gemacht: Sie erhielt von Weinstein ihre erste Rolle – unter fragwürdigen Umständen.

Hollywood ist erschüttert: Immer mehr Schauspielerinnen und Models teilen ihre unangenehmen Begegnungen mit Filmmogul Harvey Weinstein. Weinsteins Praxis der sexuellen Belästigung war ein offenes Geheimnis in der Filmwelt, doch das Ausmass scheint viele zu überraschen.

Jetzt hat auch Supermodel und Schauspielerin Cara Delevingne ihre "Weinstein-Erfahrung" publik gemacht. Auf Instagram beschreibt sie eine Begegnung mit dem Filmproduzenten, die sie nie vergessen wird.

Unangenehme Fragen am Telefon

Demnach stellte Weinstein dem offen bisexuellen Model in einem Telefonat unangenehme Fragen zu ihrer Sexualität. Er habe sie gefragt, ob sie mit den Frauen geschlafen habe, mit denen sie sich in der Öffentlichkeit gezeigt habe.

Ausserdem warnte er sie, dass sie es als offen homosexuelle Frau in Hollywood nie zu etwas bringen würde.

Ein oder zwei Jahre später kam es in einer Hotellobby zu einem Treffen über ein neues Filmprojekt mit Weinstein und einem Regisseur. "Sobald wir alleine waren, begann er darüber zu reden, mit wie vielen Schauspielerinnen er schon geschlafen habe und wie er ihre Karrieren beflügelt hätte und andere, unangemessene Dinge sexueller Natur."


Delevingne ging mit in sein Hotelzimmer

Dann lud er Cara auf sein Hotelzimmer ein, was sie umgehend ablehnte. Sie wollte zu ihrem Auto, doch Weinsteins Assistentin riet ihr mitzugehen. "In diesem Moment fühlte ich mich so machtlos und ängstlich, aber ich wollte mich nicht so verhalten und hoffte, ich hätte die Situation falsch interpretiert."

Als sie in das Hotelzimmer kamen, war Cara erst erleichtert, als sie sah, dass noch eine andere Frau mit im Raum war – bis Weinstein die Frauen aufforderte, sich zu küssen.

Delevingne versuchte ihre Nervosität und die Situation unter Kontrolle zu bekommen, indem sie Weinstein eine Gesangsprobe lieferte. "Ich dachte, es würde die Situation besser machen, professioneller, wie ein Vorsprechen ..."

Als sie den Raum danach verlassen wollte, stellte er sich ihr in den Weg und versuchte sie zu küssen.

Wieso wurde so lange geschwiegen?

Während sich in Hollywood die meisten für die Frauen stark machen, die mit diesen Geschichten nun eine Art Enthüllungs-Lawine auslösen, fragen viele, warum sie so lange geschwiegen haben.

Auch das erklärt Cara in ihrem Post: "Ich habe die Rolle in dem Film bekommen und dachte immer, er hätte sie mir nur wegen dem gegeben, was geschehen war. Ich fühlte mich schlecht, weil ich den Film gemacht habe. Ich fühlte mich, als hätte ich die Rolle nicht verdient. Ich war so unsicher, ob ich es erzählen sollte oder nicht. Ich wollte seiner Familie nicht wehtun. Ich fühlte mich schuldig, als hätte ich etwas falsch gemacht." (mia)

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