25 Jahre Reichstagsverhüllung: Die berühmtesten Werke von Christo und seiner Frau Jeanne-Claude

Am 31. Mai 2020 starb Aktionskünstler Christo im Alter von 84 Jahren in New York. 1995 wurde er durch seine Verhüllung des Reichstags in Berlin berühmt. Anlässlich des 25. Jubiläums der Aktion gibt es hier die bekanntesten Installationen von ihm und seiner Frau Jeanne-Claude. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Aber zurück zum Anfang: Der Bulgarier Christo Wladimirow Jawaschew und die Französin Jeanne-Claude Denat de Guillebon wurden beide am 13. Juni 1935 geboren. Das Künstlerpaar lernte sich 1958 kennen und lieben und kreierte in der Folge einige der bekanntesten Aktionskunstwerke der Welt. Das Foto zeigt sie im Jahr 1999.
Das Kunstwerk "Surrounded Islands" (hier in der Entstehung) beispielsweise zog im Mai 1983 in Miami, Florida, die Aufmerksamkeit der Welt auf sich - auch weil es Kritik an der lokalen Umweltpolitik übte. Das rosafarbene Polypropylengewebe umrandete elf künstlich aufgeschüttete Inseln in der Biscayne Bay, die damals als Müllabladeflächen genutzt wurden.
Von August bis September 1985 verhüllte der aus Bulgarien stammende Künstler gemeinsam mit seiner Frau die Pariser Brücke Pont Neuf. Verwendet wurden knapp 40.000 Quadratmeter sandfarbenes Polyamidgewebe. Innerhalb von drei Wochen begutachteten rund drei Millionen Menschen das Kunstwerk.
1998 verhüllten Christo und seine Frau in Basel-Riehen insgesamt 160 Bäume. Verwendet wurden 55.000 Quadratmeter eines silber-grau schimmernden Polyestergewebes sowie knapp 23 Kilometer Seil. Für jeden der Bäume musste zudem ein extra Schnittmuster angefertigt werden.
"The Gates" hiess das Kunstprojekt, das 2005 im New Yorker Central Park entstand. Das Künstlerpaar finanzierte die 21 Millionen US-Dollar, die die Installation verschlang, indem es alte Arbeiten aus den 50er- und 60er-Jahren verkaufte. Von den 7.503 jeweils fünf Meter hohen Metalltoren hingen gelbe Stoffbahnen herunter.
90 Meter hoch und 50 Meter breit war das letzte Kunstwerk von Christo und Jeanne-Claude, das in Deutschland ausgestellt wurde. "Big Air Package" entstand 2013 im Gasometer Oberhausen und bestand aus 20.350 Quadratmetern Gewebe und 4.500 Metern Seil.
Das erste grosse Projekt, das Christo nach dem Tod seiner Frau Jeanne-Claude (1935-2009) ohne sie fertigstellte, war "Floating Piers". Auf dem Iseosee in Italien befanden sich 2016 zwei Wochen lang schwimmende, mit gelbem Stoff umhüllte Stege, die mehrere Inseln mit dem Festland verbanden. Die Konstruktion vermittelte den Besuchern den Eindruck, über das Wasser laufen zu können.
Auf dem Serpentine Lake im Londoner Hyde Park entstand 2018 eine Pyramide aus insgesamt 7.506 Ölfässern, genannt "Mastaba". Das 20 Meter hohe und 500 Tonnen schwere Kunstwerk war eine Nachbildung altägyptischer Grabbauten, die Idee dazu hatte Christo bereits 1977. Es war die letzte realisierte Installation des Künstlers.
Sein Vermächtnis soll allerdings auch nach seinem Tod fortgesetzt werden. Für die Zukunft plante Christo den Arkansas River im US-Bundesstaat Colorado mit frei schwebenden Gewebebahnen zu überspannen. Ausserdem war 2020 eine Verhüllung des Pariser Arc de Triomphe vorgesehen. Die Aktion wurde wegen der Corona-Pandemie jedoch auf den Herbst 2021 verschoben.