CDU-Generalsekretär Peter Tauber findet es richtig und gut, dass der Begriff "Volksverräter" zum "Unwort des Jahres 2016" bestimmt wurde.

"Der Begriff hat die politische Debatte vergiftet. Mit ihm wird anderen Menschen abgesprochen, dass sie in ihrem Tun das Wohl unseres Landes und seiner Menschen zum Massstab nehmen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Und er wird häufig von Menschen benutzt, die für sich in Anspruch nehmen, festzulegen, wer zum Volk gehört, und damit Menschen bewusst ausgrenzen."

Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) waren 2016 im Zuge der Flüchtlingskrise unter anderem von Anhängern des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses als "Volksverräter" verunglimpft worden.

Auch aus Sich von SPD-Generalsekretärin Katarina Barley war die Kür eine gelungene Wahl. ""Volksverräter" ist wirklich ein ekelhaftes Unwort", sagte die Sozialdemokratin der dpa. "Wer andere als "Volksverräter" beschimpft, will nicht diskutieren, sondern provozieren."

"Volksverräter" belebe Nazi-Vokabular

Der Begriff belebe Nazi-Vokabular wieder und unterstelle Demokraten, sich nicht für ihr Land und die Menschen einzusetzen. "Das Gegenteil ist der Fall: Hetzer, Spalter und Populisten wollen den Zusammenhalt in Deutschland zerstören", sagte Barley.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel ist schon als "Volksverräter" beschimpft worden. Im Sommer hatte der Vizekanzler in Salzgitter darauf reagiert, indem er den Pöblern den Stinkefinger zeigte.© dpa