• Es ist soweit: Von vielen sehnsüchtig herbeigewünscht, von anderen mit Skepsis betrachtet - in München wird erstmals seit Beginn der Pandemie wieder das Oktoberfest gefeiert.
  • Um 12 Uhr zapft Oberbürgermeister Dieter Reiter das erste Fass Wiesn-Bier mit drei Schlägen an und eröffnet damit das grösste Volksfest der Welt.

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Endlich: In München beginnt nach zwei Jahren Corona-Zwangspause am Samstag das 187. Oktoberfest. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat um 12.00 Uhr das erste Fass Wiesn-Bier mit drei Schlägen angezapft und damit das grösste Volksfest der Welt eröffnet. Die erste frisch gezapfte Mass reichte er an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustossen - und vielleicht auch auf eine gesunde..

Ausgerechnet zum Anstich gehen nach dem Super-Sommer die Temperaturen zurück, es wird kalt und nass. Maximal elf Grad sind für Samstag angesagt. Auch wenn grosse Taschen und Rucksäcke aus Sicherheitsgründen verboten sind: Regenschirme dürfen die Besucher mitnehmen. Das Gelände ist auch dieses Jahr umzäunt, an den Eingängen gibt es stichprobenartige Kontrollen.

Das Oktoberfest findet ohne Corona-Auflagen statt

Zwar darf ohne Corona-Auflagen gefeiert werden. Die Gefahr ist aber nicht komplett gebannt. Die Behörden mahnten Besucher, bei Erkältungssymptomen einen Test zu machen und zum Schutz anderer nicht krank zum Fest zu kommen. Mediziner rechnen nach der Wiesn - wie nach anderen Volksfesten - mit einer Corona-Welle. Dennoch äussern sich viele entspannt.

"Die Zahl der Atemwegserkrankungen insgesamt ist aktuell auf dem Niveau der Vor-Pandemiejahre", sagt der Pandemiebeauftragte des Universitätsklinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner. Er erwartet durch die Wiesn zwar einen zwei- bis dreifachen Anstieg der Corona-Infektionszahlen, aber keine Überlastung der Kliniken.

Allerdings rät er Menschen mit erhöhtem Risiko, wegen der Ansteckungsgefahr auf einen Besuch zu verzichten oder zumindest die Bierzelte zu meiden. "Klar sind vor allem vulnerable Gruppen, wie Immunsupprimierte, weiter von schwerem COVID-19-Verlauf gefährdet."

600 Polizeibeamte sind auf dem Oktoberfest im Einsatz

Für die Sicherheit jenseits von Corona an den 16 Festtagen sorgen rund 600 Polizeibeamte. Es gibt noch mehr Videokameras - nun insgesamt 54 - und erneut Beamte mit Bodycams. Um Verletzte und Gäste, die zu viel Alkohol getrunken haben, kümmert sich der Sanitätsdienst Aicher. Erstmals steht für schnelle Diagnosen bei Verletzungen ein mobiles CT-Gerät auf dem Oktoberfest - ein solches Gerät auf einem Volksfest gab es noch nie.

Im Südteil des Festgeländes geht es auf der Oide Wiesn mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik gemütlicher zu als auf dem sonstigen Festgelände. Das Oktoberfest endet am 3. Oktober. (dpa/lh)

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