Luigi Colani: Seine spektakulären Designs

Der deutsche Designer Luigi Colani ist am 16. September im Alter von 91 Jahren gestorben. Was bleibt, sind seine ausgefallenen, aerodynamischen Designs für Autos, Flugzeuge und viele weitere Gebrauchsgegenstände. Mit seiner organischen Formensprache war er seiner Zeit weit voraus. In Japan und China hat der Designer Kultstatus. Das sind zwölf seiner beeindruckendsten Designs und Gestaltungen. © spot on news

Der deutsche Designer Luigi Colani ist am 16. September im Alter von 91 Jahren gestorben. Was bleibt, sind seine ausgefallenen, aerodynamischen Designs für Autos, Flugzeuge und viele weitere Gebrauchsgegenstände. Mit seiner organischen Formensprache war er seiner Zeit weit voraus. In Japan und China hat der Designer Kultstatus. Das sind zwölf seiner beeindruckendsten Designs und Gestaltungen.
Nachdem Luigi Colani lange im Bereich der Luftfahrt- und Autoindustrie gearbeitet hatte, hatte er ab den 70er Jahren sein Design-Atelier auf Schloss Harkotten in Westfalen (Bild). Diese Zeit der "Designfactory" bis 1981 gilt als intensivste Schaffensperiode Colanis, in der er grosse Teams mit jungen Designern bildete. 1973 stellte er dort den Entwurf eines turbinengetriebenen Zweirads vor.
Im Jahr 1977 konnten Besucher der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main ein besonders extravagantes Design von Luigi Colani bestaunen: eine futuristische LKW-Zugmaschine mit runder Frontscheibe.
Berühmt ist Colani für seine Autos: In den 50er Jahren hatte er das Handwerk des Automobilbauers erlernt. Unter anderem entwarf der Designer Formel-1-Rennwägen. Colani entwickelte auch einen roten Ferrari, der sich durch hohe Bodenhaftung, eine höhere Geschwindigkeit und ein besseres Fahrverhalten auszeichnete.
Eine weitere Version des sogenannten "HorchColani" war im Jahr 2000 in Friedrichshafen zu sehen: Die Nobelkarosse soll eine Geschwindigkeit von 450 Kilometer pro Stunde erreichen und kostete damals 600.000 Mark.
Im Jahr 2006 posierte Colani neben drei von ihm entworfenen Autos: In Halle präsentierte er einen grünen Speedster auf Basis eines VW-Käfers von 1968/1969, einen Ferrari Testarossa und ein Stadtauto, das er "gelbes Ei" nannte. Letzteres wiegt nur 350 Kilogramm, erreicht eine Geschwindigkeit von 125 Kilometern pro Stunde und soll unter 5.000 Euro kosten.
Im Jahr 1995 wurde das sogenannte "Colani-Ei" realisiert: Der Designer gestaltete einen Förderturm namens "Lüntec-Tower" für ein Technologiezentrum in Lünen (Westfalen) in Ufo-Optik. Seit 2009 gibt es dort in 35 Metern Höhe eine Business-Lounge mit Panorama-Blick.
2003 stellte Luigi Colani in Erfurt eine Modellstudie einer von ihm erdachten Dampflok für die ehemalige Sowjetunion vor. Das futuristische weisse Design hatte die für den Formphilosophen typische aerodynamische Optik.
Luigi Colani entwarf jedoch auch kleinere Gegenstände: Auf einer Fachmesse in Leipzig wurden 2004 von ihm designte Cappuccino-Tassen mit Untersatz angeboten.
Im Jahr 2008 wurden Whisky-Drehbecher produziert, deren Glas-Schliffe nach Entwürfen von Colani umgesetzt wurden. Ein Ingenieur entwickelte die Besonderheit des Whisky-Bechers: Er lässt sich bis zu 15 Sekunden wie ein Kreisel um seine eigene Achse drehen.
Selbst ein Musikinstrument entwarf Luigi Colani: Den Konzertflügel "Pegasus-Piano" designte er zusammen mit Handwerkern der Klavierbaufirma Schimmel. Die Musiker Lenny Kravitz und Prince sollen sich dafür begeistert haben.
Im Jahr 2018 wurde in China ein luxuriöses Wohnmobil von Luigi Colani vorgestellt: Das 16 Meter lange Fahrzeug verfügt über einen Innenraum mit 40 Quadratmetern, der Platz für zehn Personen bietet.