Kiss-Star Ace Frehley und Co.: Diese Musiker verstecken sich hinter Masken

Kiss-Gründungsmitglied Ace Frehley feiert am 27. April seinen 70. Geburtstag. Seit fast 50 Jahren machen die Rocker die Bühnen der Welt unsicher - und das meist maskiert. Sie sind nicht die einzigen Musiker, die sich auf der Bühne nicht zu erkennen geben. © 1&1 Mail & Media/spot on news

"Wir hätten in Jeans und T-Shirt auf die Bühne gehen können", erklärte Bandkollege Gene Simmons einmal. "Aber das waren nicht wir. Auf die Bühne zu gehen, war fast wie ein heiliger Ort für uns. Da kam die Idee mit dem Make-up auf."
Jedes Bandmitglied hatte seine individuell festgelegte Schminkmaske: The Damon, The Starchild, The Spaceman und The Batman. Aus Ace Frehley (r.), der am 27. April 70 Jahre alt wird, wurde "Space Ace", ein "fremder Besucher vom Planeten Jendell".
Erst in den 80er Jahren zeigten die Mitglieder von Kiss in einem Interview mit MTV erstmals ihre Gesichter - zum Schock vieler Fans. In den 90ern wechselten sie jedoch wieder zu ihrem Originallook.
Rapper Cro versteckte sich seit Beginn seiner Karriere hinter einer Panda-Maske - egal ob auf der Bühne oder bei Preisverleihungen. Grund dafür war der Schutz seiner Privatsphäre: Anfangs ...
... sollte sein Chef nicht herausfinden, dass er Musik macht. Den Panda wählte er laut eigener Aussage, "weil alle anderen Tiere einfach doof aussahen". Aktuell denkt Carlo Waibel jedoch darüber nach, "unter Cro an dieser Stelle vielleicht mal einen Schlussstrich zu ziehen."
Auch das DJ-Duo Daft Punk konnte trotz grossen Ruhms unerkannt durch die Strassen laufen. Die beiden Franzosen trugen seit Beginn ihrer Karriere vor fast 30 Jahren Helme, unter denen sie ihre Gesichter verstecken.
"Wir wollen, dass der Fokus auf der Musik liegt", erklärte Thomas Bangalter. "Wenn wir ein Bild erschaffen, muss das künstlich sein. Wir versuchen, die private Seite von der öffentlichen zu trennen." Sein Kollege Guy-Manuel de Homem-Christo sagte: "Wir sind keine Performer, keine Models. Es wäre für die Menschheit nicht angenehm, unsere Gesichter zu sehen. Aber die Roboter sind aufregend."
Sido, bürgerlich Paul Würdig, startete seine Karriere als Skandalrapper Ende der 90er mit einer verchromten Totenschädelmaske, die er bei Konzerten und öffentlichen Auftritten trug. Sein erstes Soloalbum, das 2004 erschien, trug sogar den Titel "Maske".
2006 legte der Rapper seine Maske erstmals ab. Darunter verbarg sich ein bebrillter 26-Jähriger, der so gar nicht den Anschein eines Rüpelrappers machte. Bis heute tritt Sido meist ohne Maske auf. 2019 veröffentlichte er sogar das Album "Ich und keine Maske" - in Anlehnung an sein Album "Ich und meine Maske" aus dem Jahr 2008.
Auch den kanadischen DJ Deadmau5, bürgerlich Joel Zimmermann, kennt man fast ausschliesslich mit der Micky-Maus-ähnlichen Maske. Der "Mau5head" wurde über die Jahre zu seinem Markenzeichen.
Einerseits ist der übergrosse Mäusekopf mit LED-Lichtern schlicht Teil seiner Performance. Aber auch seine Schüchternheit begründet das Verdecken seines Gesichts. Er wolle gleichzeitig "erkennbar" sein und "unerkennbar" bleiben, sagte er einmal. Inzwischen ist der DJ jedoch mehrmals ohne seine Maske aufgetreten.
Die amerikanische Avantgarde-Band The Residents tritt bereits seit ihrer Gründung 1969 mit immer wieder neuen Maskierungen auf, ihre Mitglieder leben bis heute anonym. The Residents werden auch als "die mysteriöseste Band der Welt" bezeichnet.
Dabei wurde insbesondere eine Verkleidung mit Frack, Zylinder und Augapfel-förmigem Kopf zu einem Markenzeichen der Band. Rund 50 Jahre und 40 Alben später weiss immer noch niemand, wie die Mitglieder der Gruppe eigentlich aussehen.
Slipknot ist eine der erfolgreichsten Heavy-Metal-Bands aller Zeiten. Und dennoch wusste lange niemand, wie die Mitglieder der Gruppe aussehen. Von ihrer Gründung in den frühen 90er Jahren bis 2004 trugen sie zudem einheitliche Overalls. Die Gesichtsmasken sind hingegen individuell und haben sich im Laufe der Zeit stark verändert.
Die teils gruseligen Masken sollen jeweils auf charakterliche Eigenschaften der einzelnen Bandmitglieder hinweisen. Bis heute treten Slipknot fast immer maskiert auf, lediglich im Musikvideo "Before I Forget" wurden 2005 unmaskierte Ausschnitte gezeigt.
Mit ihrem Aufsehen erregenden Auftritt beim Eurovision Song Contest 2006 schrieben die finnischen Schockrocker von Lordi Geschichte - und das komplett maskiert und in Monster-Kostümen. Kiss war musikalisch eine grosse Inspiration für den Gründer der Band - und so eiferte er der Gruppe auch in Sachen Kostümen nach, bildete sich sogar selbst zum Maskenbildner und Spezialeffektkünstler aus.
Laut Toni Putaansuu alias Mr. Lordi, würde die Band niemals ohne ihre Kostümierung auf die Bühne gehen: "Nein, nein, nein. Das wäre nicht Lordi. Natürlich tragen wir die Masken nicht, wenn wir Songs schreiben oder proben. Aber sobald wir in die Öffentlichkeit treten und spielen, dann machen wir uns schön."
Der Schweizer House-DJ Mike Candys ist der Mann mit der Smiley-Maske. Der grosse gelbe Astronautenhelm-artige Kopf mit lachendem Gesicht wurde schnell zu seinem Markenzeichen. Wie Michael Kull, so heisst er bürgerlich, aussieht, ist aber kein Geheimnis.
Der DJ legt seinen Smiley-Kopf regelmässig ab, sogar während Performances: "Ich kann nicht neunzig Minuten mit dieser Maske rumhüpfen. Da fehlt mir die Interaktion mit den Leuten." Vor allem freue sich aber die Menge stets darüber, wenn er die Maske anziehe. "Sie gehört einfach dazu", sagt Mike Candys.
Sängerin Sia versteckt ihr Gesicht seit ihrem kommerziellen Durchbruch unter einer überdimensionalen Perücke. Sie diene als "Schutz aufgrund von grosser Schüchternheit", erklärte sie Moderatorin Ellen DeGeneres. "Ich mache das, damit mich die Leute auf der Strasse nicht so schnell erkennen."