Bernd Eichinger: Diesen Stars verhalf er zur Karriere

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Am 11. April wäre Bernd Eichinger 70 Jahre alt geworden. Zu seiner nahezu unendlich langen Erfolgs-Filmliste zählen Klassiker wie "Manta, Manta", "Der bewegte Mann", "Nirgendwo in Afrika" oder "Der Baader Meinhof Komplex". Viele der damals noch unbekannten Jungschauspieler, die der deutsche Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor für seine Hauptrollen heranholte, sind heute gefeierte Stars. © spot on news

Bernd Eichinger mit Ehefrau Katja auf dem Münchner Oktoberfest 2010 nur wenige Monate vor seinem überraschenden Tod. Als absoluter Vollblut-Filmemacher gab es seit den 1980er-Jahren kaum einen deutschen Kinohit, bei dem Eichinger nicht in irgendeiner Form mitgemischt hat. Ob als Produzent, Drehbuchautor, oder Regisseur – sein Name galt als Erfolgsgarantie. Die Schauspieler und Filmemacher, die er zu Lebzeiten zusammen gebracht hat, bilden bis heute den "Kern-Klüngel" der deutschen Unterhaltungs-Landschaft.
Nach ein paar Auftritten in der "Lindenstrasse" sollte Til Schweiger seine grosse Chance bekommen: Eichinger wählte den Jungspund für die Hauptrolle in der Opel-Komödie "Manta, Manta" (1991) aus. Der Film wurde ein Erfolg und drei Jahre später gelang Schweiger in der Eichinger-Produktion "Der bewegte Mann" (1994) vollends der Durchbruch.
Mittlerweile ist der deutsche Produzent und Regisseur Sönke Wortmann sein eigenes Markenzeichen. Aber das hat er ebenfalls unter anderem Eichinger zu verdanken. Dieser holte ihn 1993 ins grosse Kino-Boot. Es entstanden gemeinsame Filme wie "Der bewegte Mann" (1994) und "Das Superweib“ (1996).
"Der bewegte Mann" erwies sich ohnehin als Kaderschmiede. Für Katja Riemann wurde ihre Rolle der Doro Feldheim zum ganz grossen Sprungbrett. Bis heute gehört sie zu den deutschen Top-Schauspielerinnen.
Armin Rohde feierte zwar mit "Kleine Haie" 1992 seinen Durchbruch, doch "Der bewegte Mann" brachte seine Karriere erst so richtig ins Rollen. Und das, obwohl er darin nur eine Nebenrolle abbekam.
Mit der Hauptrolle in Sönke Wortmanns Kinofilm "Das Superweib" wurde Veronica Ferres 1996 einem grösseren Publikum bekannt. Die Eichinger-Produktion, nach dem gleichnamigen Bestseller von Hera Lind, hob Ferres geradewegs in den deutschen Schauspieler-Olymp.
Johanna Wokalek hat sich bereits 2004 mit Til Schweigers Eigenproduktion "Barfuss" einen Namen gemacht. Doch auch hier sollte es wieder Bernd Eichinger sein, der ihrer Karriere 2008 noch mal einen ganz besonderen Schubs gab. Er wählte Wokalek für die Rolle der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in "Der Baader Meinhof Komplex" aus.
1996 führte Eichinger erstmals selbst Regie in dem Fernsehdrama "Das Mädchen Rosemarie", in dem Nina Hoss ihre erste Hauptrolle spielte. Das TV-Remake über die deutsche Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt bekam zwar durchwachsene Kritiken, Hoss wurde aber für ihre überzeugende Darstellung der weiblichen Hauptfigur durchweg gelobt.
Bettina Zimmermann ist als Schauspielerin längst nicht mehr aus der deutschen TV- und Kinolandschaft wegzudenken. "Schuld" daran könnte auch die Eichinger-Co-Produktion "Schule" (2000) sein, in der Zimmermann eine ihrer ersten grösseren Rollen ergatterte.
"Der Untergang" (2004), welcher die letzten Tage Hitlers im Führerbunker thematisiert – Eichinger schrieb das Drehbuch – war ohnehin ein mutiges Unterfangen. Immerhin hatte sich zuvor noch keiner daran gewagt, Hitler als zentrale Figur eines Historienfilms darzustellen. Eichinger erwies mit seiner Wahl, den Theaterschauspieler Bruno Ganz für die Rolle des Diktators zu engagieren, ein gutes Gespür. Der Schweizer überzeugte auf ganzer Linie und für den Film gab es eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.
Michael "Bully" Herbig gehört heute zum Who is Who der deutschen Entertainment-Landschaft. Unter anderem dank dem Western-Klamauk "Der Schuh des Manitu" (2001), bei dem Eichinger als Co-Produzent mitwirkte. Und siehe da: Der Film wurde mit 11,7 Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten und Herbig endgültig zum Comedy-Superstar - auch auf der Leinwand.
Und das ist der Film, mit dem Bernd Eichinger 1981 sein ganz persönlicher Durchbruch gelang: "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Die autobiografische Geschichte eines heroinsüchtigen Mädchens wurde zu einem der international erfolgreichsten deutschsprachigen Filme seit Kriegsende. Eichingers Lebens-Bilanz: Über 70 Filme in 30 Jahren. Seit 2012 wird ihm zu Ehren bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises zusätzlich der "Bernd Eichinger Preis" vergeben.