• 29. Mai: Im Rosenkrieg Depp vs. Heard entscheidet nun die Jury
  • 24. Mai: Kate Moss soll im Prozess aussagen
  • 20. Mai: Ex-Agentin von Johnny Depp: "Er kam ständig zu spät zu praktisch jedem Film"
  • 19. Mai: Amber Heards Schwester und eine frühere Freundin belasten Depp schwer
  • 18. Mai: Amber Heard vor Gericht: "Habe Johnny nie angegriffen"
  • Wir halten Sie im News-Blog zum Prozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard auf dem Laufenden.

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29. Mai: Im Rosenkrieg Depp vs. Heard entscheidet nun die Jury

Nach sechs Prozesswochen voller schwerer Vorwürfe wird im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) nun mit Spannung ein Urteil erwartet. Nach einem Feiertag am Montag soll es am Dienstag mit den Jury-Beratungen so richtig losgehen.

In ihren Abschlussplädoyers hatten die Anwälte beider Seiten am Freitag noch einmal heftige Anschuldigungen von sexuellem Missbrauch, körperlicher Gewalt, Lügen und Drogenexzessen vorgebracht - und alles daran gesetzt, die sieben Mitglieder der Jury auf ihre Seite zu ziehen.

Im Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia - und über Kameras per Livestream in alle Welt verbreitet - wurden schockierende Handyvideos, Tonaufzeichnungen mit übelsten Beschimpfungen und Fotos mit Blutergüssen präsentiert. Richterin Penney Azcarate erinnerte die sieben Geschworenen daran, zu einem einstimmigen Schluss kommen zu müssen.

Der "Fluch der Karibik"-Star trug zum Prozess-Schlussakt einen dunklen Anzug, die "Aquaman"-Schauspielerin erschien mit hellgrauer Jacke, die blonden Haare seitlich geflochten. "Es gibt ein Opfer von häuslicher Gewalt in diesem Gerichtssaal, aber das ist nicht Frau Heard", sagte Depps Verteidigerin Camille Vasquez in ihrem Schlussplädoyer. "Frau Heard ist vielmehr die Täterin und Herr Depp der Missbrauchte."

Heard habe vor Gericht genau das erzählt, was die Jury ihrer Meinung nach hören musste, um Depp als "Missbrauchstäter und Vergewaltiger" zu verurteilen, sagte Vasquez. Sie habe ständig gelogen und auf Fotos angebliche Verletzungen manipuliert, so dass sie sich als Opfer habe ausgeben können. Zudem habe sie in Tonaufzeichnungen zugegeben, dass sie in einem Streit gegenüber Depp handgreiflich geworden sei und ihn geschlagen habe.

Rechtsstreit zwischen Depp und Heard
Amber Heard verlässt während einer Pause den Gerichtssaal.

Heards Anwalt Benjamin Rottenborn wiederum zeichnete ein Bild von Depp als wütendem, aggressivem Mann, der vor allem unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen zum "Monster" geworden sei. Er zeigte ein Handyvideo, von Heard aufgenommen, in dem Depp auf Küchenschränke einschlägt. Er verlas eine angeblich von Depp geschriebene SMS mit schockierenden Beschimpfungen, etwa über Heards "faulende Leiche". "Diese Worte sind ein Fenster in das Herz und die Seele von Amerikas liebstem Piraten", spottete Rottenborn. "Dies ist der wirkliche Johnny Depp."

Es gebe "überwältigende Beweise für Missbrauch", betonte der Anwalt. "Herr Depp kann einfach nicht beweisen, dass er Amber nicht mindestens einmal missbraucht hat." Die Schauspielerin hatte im Zeugenstand mehr als ein Dutzend Vorfälle von angeblicher Gewalt seitens Depp beschrieben. Ein Urteil gegen Heard wäre eine niederschmetternde Botschaft für Missbrauchsopfer auf der ganzen Welt, sagte Rottenborn.

Depps Anwalt Benjamin Chew wiederum stellte den Hollywood-Star als angesehenen Mann dar, dessen Leben und Karriere durch Heards "bösartige Lügen" zerstört worden sei.

Depp hatte zum Auftakt des Prozesses im Zeugenstand erklärt, er wolle "die Wahrheit" ans Licht bringen und seinen Ruf wiederherstellen. In ihrer Beziehung habe es Streit gegeben, räumte der Schauspieler ein. "Aber niemals bin ich an den Punkt gekommen, Miss Heard auf irgendeine Weise zu schlagen, noch habe ich jemals in meinem Leben eine Frau geschlagen", sagte Depp unter Eid.

Rechtsstreit zwischen Depp und Heard
Johnny Depp nach den Schlussplädoyers im Fairfax County Circuit Courthouse in Fairfax.

In seiner Zivilklage beschuldigt Depp die Schauspielerin, in einem 2018 von der "Washington Post" veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies hätte seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung verlangt Depp 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard pocht in einer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar. Sie macht geltend, dass Depps Ex-Anwalt Adam Waldman mit einer Schmutzkampagne ihrem Ansehen geschadet habe.

Der bittere Rosenkrieg tobt schon seit Jahren. 2016 hatte Heard nach nur 15 Monaten Ehe die Scheidung eingereicht. Sie warf dem Hollywood-Star häusliche Gewalt vor.

Vor zwei Jahren hatte Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung "Sun" eine Niederlage einstecken müssen. Es ging um einen Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe als Frauenschläger ("wife beater") Heard körperlich misshandelt. Nach einem Prozess mit heftigen Vorwürfen wies der High Court die Klage am Ende ab.

"Ich hoffe, sie lassen das beide hinter sich", kommentierte Tesla-Gründer Elon Musk, der ebenfalls schon mit Heard zusammen war, den neuen Prozess nun via Kurznachrichtendienst Twitter. "Wenn sie gut drauf sind, sind sie beide unglaublich."

Schräge Momente im Depp-Heard-Prozess: Das überraschte selbst die Richterin

Der Zivilprozess von Schauspieler Johnny Depp gegen seine Ex-Frau Amber Heard gehört mit Sicherheit schon jetzt zu den merkwürdigsten Gerichtsverfahren der vergangenen Jahre. Viele intime Details der Stars wurden ans Licht gezerrt, ein Zeuge brachte die Richterin ins Staunen.

24. Mai: Kate Moss soll bei Prozess zwischen Depp und Heard aussagen

Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard könnte jetzt auch Supermodel Kate Moss aussagen.

Die Boulevardzeitung "New York Post" berichtete am Montag, Depps Anwälte wollten die in den 90er Jahren mit dem Schauspieler liierte Britin am Mittwoch als Zeugin befragen. Auch der Nachrichtensender CNN berichtete, die 48-Jährige solle als Zeugin aufgerufen werden.

Heard hatte während des Prozesses in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia von einem Vorfall berichtet, bei dem Depp Moss eine Treppe heruntergestossen haben soll. Das ermöglicht es Depps Anwälten, die Model-Legende als Zeugin aufzurufen. Laut "New York Post" soll Moss per Videokonferenz aussagen. Sie und Depp waren zwischen 1994 und 1997 ein Paar.

In dem Prozess hat Heard Depp vorgeworfen, sie vor und während ihrer von 2015 bis 2017 andauernden Ehe immer wieder gewaltsam attackiert zu haben. Der "Fluch der Karibik"-Star weist das zurück und wirft der aus Filmen wie "Aquaman" bekannten Schauspielerin im Gegenzug gewalttätiges Verhalten vor.

20. Mai: Ex-Agentin von Johnny Depp: "Er kam ständig zu spät zu praktisch jedem Film"

Der ehemaligen Agentin von Schauspieler Johnny Depp zufolge war dessen Karriere schon vor dem Ehe-Aus mit Amber Heard schwer angeschlagen. Depp sei "der grösste Filmstar der Welt" gewesen, bevor "sein Stern" aufgrund von Drogen, Alkohol und "seinem unprofessionellen Verhalten" ab 2010 "verblasste", sagte Tracey Jacobs in dem Verleumdungsprozess zwischen Heard und Depp. Jacobs hatte 30 Jahre lang Depp vertreten, bevor dieser sie 2016 entliess.

"Er kam ständig zu spät zu praktisch jedem Film", erzählte Jacobs in der voraufgezeichneten Aussage. "Die Teams warten nicht gerne stundenlang, bis der Star des Films auftaucht", erklärte sie. "Das hat die Leute zögern lassen, ihn zu beschäftigen." Ihrer Meinung nach beeinträchtigte sein Drogen- und Alkoholkonsum seine Arbeit. Er habe regelmässig ein Headset benutzt, damit ihm jemand seinen Text einflüsterte.

Gewalttätig sei der Schauspieler in ihrer Gegenwart allerdings nie geworden. Depp hatte Jacobs nach der Kündigung verklagt, die beiden einigten sich 2018 aussergerichtlich.

Depps ehemaliger Vermögensverwalter Joel Mandel, der von 1999 bis 2016 für Depp arbeitete, erklärte ebenfalls, dass dessen Karriere ab 2010 mit "mehreren Filmen in Folge, die nicht funktionierten", ins Straucheln geriet. 2015 "war klar, dass es Alkohol- und Drogenprobleme gab" und "das äusserte sich in einem erratischeren Verhalten", schilderte Mandel. Dennoch habe Depp jeden Monat hunderttausende Dollar ausgegeben. Seine finanzielle Situation sei "extrem" besorgniserregend gewesen.

Depp hat Heard, mit der er zwischen 2015 und 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar (knapp 48 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Der "Fluch der Karibik"-Star wirft der 36-Jährigen vor, seiner Karriere mit falschen Anschuldigungen der häuslichen Gewalt schwer geschadet zu haben. Hintergrund ist ein Beitrag für die "Washington Post" aus dem Jahr 2018, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt bezeichnete, ohne Depp dabei namentlich zu nennen.

Heard hat mit einer Gegenklage gegen den 58-Jährigen reagiert und verlangt 100 Millionen Dollar Schadenersatz. Sie hatte Depp vorgeworfen, sie berauscht mit einer Flasche vergewaltigt zu haben. Depp bestritt hingegen, ihr gegenüber jemals Gewalt angewendet zu haben.

Die Schauspielerin Ellen Barkin, die in den 1990ern eine kurze "sexuelle Beziehung" mit Depp hatte, berichtete hingegen, dieser sei eifersüchtig, kontrollierend und häufig betrunken gewesen. Einmal habe er in ihrer Gegenwart in einem Hotelzimmer in Las Vegas eine Weinflasche geworfen.

Die Schlussplädoyers wurden von Richterin Penney Azcarate auf den 27. Mai angesetzt. Dann müssen die Geschworenen entscheiden. (AFP)

19. Mai: Amber Heards Schwester und eine frühere Freundin belasten Depp schwer

Fast einen Monat lang dauert der Verleumdungsprozess zwischen den beiden Hollywoodstars Amber Heard und Johnny Depp nun schon an. Inzwischen hat Amber Heards Schwester Whitney Henriquez als Zeugin ausgesagt - und ihren Ex-Schwager schwer belastet.

Vor Gericht schilderte sie einen handfesten Streit des Ex-Ehepaars im März 2015, bei dem Depp Heard in der gemeinsamen Wohnung in Los Angeles an den Haaren gezogen und ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen habe. Auch Heard habe Depp damals geschlagen. "Wenn er nüchtern war, waren die Dinge wunderbar", sagte die 34-jährige Henriquez. "Wenn er nicht nüchtern war, waren sie schrecklich." Wenn Depp Drogen genommen oder Alkohol getrunken habe, "gab es fast immer Streit".

Den Streit im März 2015, einen Monat nach der Hochzeit des Paars, schilderte Henriquez in allen Einzelheiten. Heard habe sie mitten in der Nacht geweckt, um ihr zu sagen, dass Depp sie betrogen habe, und dass sie mit ihm in Streit geraten sei. "Sie haben wirklich böse Dinge zueinander gesagt", berichtete Henriquez. Depp sei die Treppe hochgerannt und habe dabei auch sie "irgendwie in den Rücken geschlagen". Heard habe ihn daraufhin angeschrien: "Schlag nicht meine verdammte Schwester!" Dann habe sie ihn geschlagen.

Depps Leibwächter habe versucht dazwischenzugehen, "aber zu diesem Zeitpunkt hatte Johnny Amber bereits mit einer Hand an den Haaren gepackt und ihr mit der anderen wiederholt ins Gesicht geschlagen", berichtete Henriquez. Der Leibwächter habe die beiden schliesslich getrennt, Depp habe daraufhin das Penthouse verwüstet.

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Auch Raquel Pennington, eine damalige Freundin von Heard, sagte am 18. Prozesstag aus. Laut Daily Mail behauptete sie unter anderem, dass Depp ihr erzählt habe, dass er sich in dem viel diskutierten Streit in Australien im Jahr 2015 selbst den Finger abgeschnitten habe. Sie sagte ausserdem aus, Verletzungen an Heards Körper gesehen zu haben. Ausserdem bestritt Pennington, die Behauptung von Depps Seite, Heard könnte sich mit Make-up blaue Flecken ins Gesicht gemalt haben. Stattdessen erklärte sie, die "Aquaman"-Schauspielerin habe ihre Verletzungen mit Make-up überdeckt, als sie im Dezember 2015 in James Cordens "The Late Late Show" aufgetreten ist. Als Fotos vor Gericht gezeigt wurden, die Heards Verletzungen, wie beispielsweise ein blaues Auge, zeigen sollen, kamen der Zeugin Tränen. Pennington und Heard sollen die Fotos gemeinsam aufgenommen haben.

Ihre damalige Freundin bestätigte des Weiteren Heards Aussage, Depp habe ihr ein Haarbüschel ausgerissen und sagte, dass Heard eine "blutige Stelle" am Kopf gehabt habe, "an der Haare fehlten". Fotos von einer kahlen Stelle am Kopf wurden vor Gericht gezeigt. Pennington habe sich Sorgen um Heard gemacht, als diese mit Depp zusammengewohnt habe. Sie selbst habe aber nie beobachtet, wie Depp Heard geschlagen oder anderweitig Schaden zugefügt habe.

18. Mai: Amber Heard vor Gericht: "Habe Johnny nie angegriffen"

An ihrem letzten Tag im Zeugenstand hat Schauspielerin Amber Heard (36, "Aquaman") gewalttätiges Verhalten gegenüber ihrem früheren Ehemann Johnny Depp (58) bestritten.

"Ich habe noch nie jemanden angegriffen, mit dem ich in einer Beziehung war", sagte Heard laut US-Branchenmagazin "Deadline" im Gericht des Bezirks Fairfax (Virginia). Nachdem die Schauspielerin in den vorigen Verhandlungstagen berichtete, wie Depp ihr gegenüber handgreiflich geworden sei, befragten seine Anwälte sie am Dienstag (Ortszeit) im Kreuzverhör vor allem zu ihrem eigenen Gewaltvermögen.

Im Gerichtsaal wurde unter anderem eine Tonaufnahme von einem Streit des Paars vorgespielt. Heard nennt Depp darin laut "Deadline" einen "Witz" und einen "Verräter". Sie habe Frustration über seine Kritik an ihrer Karriere ausgedrückt, erklärte Heard. "Ich habe schreckliche, hässliche Dinge zu ihm gesagt. Wie Sie hören können, haben wir auf eine wirklich schreckliche Weise miteinander gesprochen", sagte sie.

Prozess Johnny Depp und Amber Heard: Was bisher geschah

Ein Hollywood-Star als brutal zuschlagender Ehrmann: Zeitweise unter Tränen hat die Schauspielerin Amber Heard (36) ihrem früheren Ehemann, dem "Fluch der Karibik"-Star Johnny Depp (58), schwere Vorwürfe gemacht.

In den ersten beiden Tagen im Zeugenstand berichtete Heard von mehreren Vorfällen mit wüsten Beschimpfungen, Schlägen und anderer Gewalt.

Per Mitteilung kritisierte Depp an einem prozessfreien Tag den Auftritt von Heard als "Schauspielleistung ihres Lebens". Es seien ständig "neue und passende Details" zu den Erinnerungen von Heard dazugekommen, hiess es in einer Mitteilung von Depps Sprecher, aus dem zahlreiche US-Medien zitierten. Ein Sprecher von Heard konterte im Gegenzug, dass auch diese Reaktion von Depp beweise, dass seine Klage derzeit auseinanderfalle.

Heard beschreibt Szenen unter Tränen

Heard berichtete am zweiten Tag ihrer Aussage von einem weiteren brutalen Vorfall: "Er (Depp) hat einfach immer weiter auf mich eingeschlagen. Ich dachte: 'So werde ich sterben. Er wird mich jetzt umbringen. Er wird mich umbringen und es noch nicht einmal gemerkt haben.'" Zuvor hatte die Schauspielerin bereits von mehreren weiteren angeblichen Übergriffen Depps berichtet. So habe er sie unter Drogeneinfluss einmal in einem Flugzeug angegriffen, als sie während eines Streits auf einen anderen Platz habe wechseln wollen: "Ich spüre diesen Stiefel in meinem Rücken. Er hat mir einfach in den Rücken getreten. Ich bin auf den Boden gefallen", sagte Heard, die immer wieder mit den Tränen kämpfte.

Vor allem im Rausch sei Depp häufig handgreiflich geworden, berichtete Heard, die ihrer Anwältin mehrere Stunden lang Rede und Antwort stand. Es sei auch zu sexueller Gewalt gekommen, unter anderem in Australien, sagte Heard.

Die "Aquaman"-Schauspielerin beschrieb zudem mehrere verbale Attacken, in denen Depp angeblich damit gedroht habe, er könne sie umbringen. Er habe sie als "Hure" beschimpft und ihr grundlos vorgehalten, sie würde ihn betrügen. Er habe ihr gesagt, dass er sie hasse und dass sie sein Leben zerstört habe. Heards Anwälte zeigten Fotos von der Schauspielerin, etwa mit einem blauen Fleck am Oberarm.

Depp zeigt kaum Regungen, vermeidet Blickkontakt

Depp hörte den Aussagen seiner Ex-Frau aus wenigen Meter Entfernung fast regungslos zu. Er vermied Blickkontakt, hielt seinen Kopf meist gesenkt.

In seiner viertägigen Aussage im Zeugenstand im Gericht des Bezirks Fairfax (Virginia) hatte Depp unter Eid abgestritten, Heard jemals geschlagen zu haben. In ihrer Beziehung habe es Streit gegeben, räumte der Schauspieler ein. Heard wiederum habe ein "Bedürfnis nach Gewalt" gehabt, hielt er seiner Ex-Frau vor.

Nach gut einem Dutzend Prozesstagen hatte das Team um Depp am Dienstag, 3. Mai, seine Beweisführung abgeschlossen. Rund zwei Dutzend Zeugen waren zu Wort gekommen. In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der "Washington Post" veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Das habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 45 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage eingereicht.

Ehe hielt nur 15 Monate

Depp und Heard hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film "The Rum Diary" kennengelernt. Ihre Romanze begann 2011 auf einer Werbetour für den Film, nach Depps Trennung von seiner langjährigen Partnerin, der französischen Schauspielerin Vanessa Paradis, mit der er zwei Kinder hat. 2015 heirateten Depp und Heard, doch nach nur 15 Monaten Ehe reichte die Schauspielerin die Scheidung ein. Sie warf ihrem Mann häusliche Gewalt vor.

Ihre Beziehung sei von Beginn an "intensiv" gewesen, hatte Heard am Mittwoch gesagt. Sie habe sich "Hals über Kopf" in Depp verliebt. "Es war wie ein Traum, absolut magisch", beschrieb sie den Beginn ihrer Romanze.

Zum Auftakt ihrer Befragung hatte sie gesagt: "Ich bin hier, weil mein Ex-Ehemann mich verklagt hat." Es sei "schrecklich" für sie, hier über Wochen hinweg "alles wieder zu erleben" und über ihr vergangenes Kapitel mit Depp zu sprechen.

Depp-Heard-Prozess soll noch Wochen dauern

Unter Tränen beschrieb die Schauspielerin einen Vorfall von 2012, zu Beginn ihrer Beziehung, als sie angeblich von Depp zum ersten Mal geschlagen worden sei. Er habe Alkohol und Drogen konsumiert, als ihre Unterhaltung über eine Tätowierung an seinem Arm mit einem körperlichen Angriff geendet habe. Sie habe es zunächst für einen schlechten Witz gehalten, doch Depp habe ihr dreimal hintereinander ins Gesicht geschlagen. "Das hat mein Leben verändert", sagte Heard sichtlich aufgelöst. Depp habe sich danach unter Tränen auf den Knien bei ihr entschuldigt und versprochen, er werde dies nie wieder tun.

Vor der Jury beschrieb sie angebliche Rauschzustände Depps, in denen er völlig die Kontrolle über sich verloren habe. Doch im nüchternen Zustand habe er ihr gesagt, dass sie die Rettung für ihn sei. Der Prozess soll noch mehrere Wochen dauern.

Mit Material von dpa und AFP

Amber Heard bezeichnet Johnny Depp vor Gericht als Monster

Die US-Schauspielerin Amber Heard hat ihren Ex-Mann Johnny Depp vor Gericht als Monster bezeichnet. Während ihrer Ehe mit dem Hollywood-Star hätte sie nach eigenen Angaben angesichts gewalttätiger Übergriffe um ihr Leben gefürchtet. "Ich musste ihn verlassen", sagte die 36-Jährige. © ProSiebenSat.1