Karl Lagerfeld: Der Modezar mit dem schnellen Mundwerk

Designer Karl Lagerfeld war ein absoluter Star in der Modewelt und "very much down to earth. Just not this earth". Am 19. Februar 2020 ist der erste Todestag des Modezaren. Ein Rückblick auf das Leben des deutschen Designers. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Karl Otto Lagerfeld kam am 10. September 1933 in Hamburg zur Welt. In seiner Jugend wurde er oft als Karl Glücksklee bezeichnet, denn seinem Vater Otto gehörte das Kondensmilch-Unternehmen Glücksklee GmbH.
Mit zwanzig Jahren zog Lagerfeld mit seiner Mutter Elisabeth nach Paris. Schon früh wusste er, dass er in der Modebranche arbeiten wollte: Nach der Schulzeit am Lycée Montaigne arbeitete er 1955 als Assistent bei Pierre Balmain und machte dort seine Schneiderausbildung.
Nach Stationen als künstlerischer Direktor bei Chloé und Designer für Fendi wechselte er 1983 zu Chanel. Mit seinem unverkennbaren Look wurde er weltbekannt: dunkle Sonnenbrille, enger Kragen, Handschuhe – und der strenge Zopf nach hinten. Die Sonnenbrille setzte er damals auch mal ab.
Nicht nur Mode, sondern auch Düfte kreierte der "Modezar". Bereits 1975 brachte er mit Chloé seinen ersten Duft auf den Markt. Weitere Projekte mit anderen Firmen folgten. Auch unter seinem eigenen Namen brachte er schliesslich Parfums heraus.
1984 gründete Lagerfeld seine eigene Modemarke. Allerdings wurde das Label einige Jahr später verkauft, da es wenig profitabel war. 1997 war es aber wieder in Lagerfelds Händen. Seitdem arbeiteten seine Label häufig mit grösseren Modemarken wie Diesel zusammen. Mit der Zeit konnte sich seine eigene Marke erfolgreich etablieren. Das Foto zeigt ihn 2013 bei der Münchner Store-Eröffnung.
1989 ereilte ihn ein schlimmer Schicksalsschlag: Sein Partner Jacques de Bascher, der an Krebs erkrankt war, starb. Seitdem lebte der Modemogul allein. Lagerfeld und de Bascher waren seit 1971 liiert. Zwei Jahre nach dessen Tod kaufte der Modeschöpfer ein Haus in Hamburg-Blankensee und nannte es in Gedenken an seinen langjährigen Partner "Villa Jako" (Bild).
Lagerfeld lebte nach dem Motto: "Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt." Allerdings gab er auch gerne etwas zurück und überraschte Freunde mit grosszügigen Geschenken. Für seine Mutter kaufte er sogar ein Schloss in der Bretagne.
Eine Muse von Karl Lagerfeld zu sein, war eine Ehre. Zu seinen beliebtesten zählten Claudia Schiffer (r.), Vanessa Paradis und Nicole Kidman. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch privat liebte er es, sich mit jüngeren Menschen zu umgeben.
Lagerfeld sorgte oft für Schlagzeilen – unter anderem, weil er stets betonte, Models müssten dünn sein. Über Sängerin Adele sagte er einmal, dass sie "ein bisschen zu fett" sei. Er selbst wollte natürlich schlank sein und hielt deshalb strikt seine mitkreierte "3D-Diät".
An manchen Promis wie Heidi Klum (l.) oder Kim Kardashian liess Lagerfeld kein gutes Haar. Über Klum sagte er einmal in der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner": "Ich kenne sie nicht. (...) Auch Claudia (Schiffer) kennt die nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht." Auch Kanzlerin Angela Merkel kritisierte er – wegen ihrer Flüchtlingspolitik.
Aber auch für Fashion-"Weisheiten" sorgte er. Sein wohl bekanntester Spruch: "Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Strasse." Schliesslich liess er Model Cara Delevingne aber sogar in zerrissener Leggins auf den Laufsteg.
Im Alter von 85 Jahren starb Lagerfeld in Paris. Zum Zeitpunkt seines Todes wurde sein Vermögen auf 400 Millionen Euro geschätzt. Er besass einige Immobilien, unter anderem in Paris, Rom, New York und Monte Carlo. Neben seiner Modemarke gehörte ihm auch zum Teil der LSD-Verlag.
Neben seinem Vermögen hinterliess er auch einen persönlichen Schatz: Seine Katze Choupette. Die Birma-Katze war Karl Lagerfelds Ein und Alles. Sie hat sogar einen eigenen Instagram-Account.