Meister des Katastrophenfilms: Roland Emmerichs grösste Erfolge

Er liess die US-Hauptstadt von Aliens einäschern und New York City in einer dicken Eisschicht einfrieren: Roland Emmerich gilt zu Recht als Meister des Katastrophenfilms. Das sind die grössten Leinwanderfolge des deutschen Regisseurs, der am 10. November seinen 65. Geburtstag feiert. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Roland Emmerich studierte ab 1977 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München - erst Szenenbild, dann Regie. Bereits sein Abschlussfilm "Das Arche Noah Prinzip" (im Bild: Aviva Joel) kostete stolze eine Million DM und wurde fremdfinanziert. Seine Premiere feierte der Science-Fiction-Film auf der Berlinale 1984 - mit Erfolg.
Die Handlung des Streifens erinnert ein wenig an "James Bond". Europa und die USA forschen an einer möglichen Kontrollfunktion für das Wetter, die im Zuge einer Revolution in Saudi-Arabien dann aber für militärische Zwecke genutzt werden soll. Die Hauptrolle des Max Marek spielte Franz Buchrieser (Foto), in weiteren Rollen waren Richy Müller und Aviva Joel zu sehen.
Nachdem Emmerich mehrere deutsche Filme in englischer Sprache drehte, wurde Hollywood auf ihn aufmerksam: 1992 erschien "Universal Soldier". Ebenfalls im Science-Fiction-Genre angesiedelt, dreht sich darin alles um zwei Soldaten, die 23 Jahre nach ihrem Tod im Vietnamkrieg gentechnisch verändert wieder zum Leben erweckt werden.
Die Hauptrollen spielten die Actionstars Jean-Claude Van Damme (M.) und Dolph Lundgren (r.), das Gesamteinspielergebnis betrug weltweit 80 Millionen US-Dollar. Bei Produktionskosten von 23 Millionen konnte sich das bereits mehr als sehen lassen.
1994 landete Emmerich mit "Stargate" einen grossen Erfolg. In dem Science-Fiction-Film (im Bild: Jaye Davidson, M.) reisen Militärangehörige und ein Archäologe durch ein antikes Tor auf einen weit entfernten Planeten. Dort entdecken sie, dass ein ganzes Volk von einem falschen Gott versklavt wurde, und beschliessen, es zu befreien.
Die Stars des Films, der fast 200 Millionen US-Dollar einspielte, waren Kurt Russell (l.) und James Spader. Die Kritiker zeigten damals wenig Begeisterung, das Kinopublikum mochte "Stargate" jedoch. Ein Grund, warum die Handlung in Form der TV-Serien "Stargate – Kommando SG-1", "Stargate Atlantis" und "Stargate Universe" später fortgesetzt wurde.
1996 liess Emmerich es auf der Leinwand dann so richtig krachen. In "Independence Day" nehmen Aliens die Erde ins Visier und zerstören unter anderem das altehrwürdige Weisse Haus, den Regierungssitz der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Film, der für seine unglaubwürdige Handlung kritisiert wurde, erntete aufgrund der Spezialeffekte viel Lob und wurde zum bekanntesten Werk Emmerichs.
Als hochkarätig kann man heute auch die Besetzung bezeichnen. Neben dem damaligen Newcomer Will Smith (l.) als Air-Force-Pilot waren auch Jeff Goldblum (r.) als Wissenschaftler und Bill Pullman als US-Präsident mit dabei. Die weltweiten Einspielergebnisse liegen bei 817 Millionen US-Dollar. Die Fortsetzung "Independence Day: Wiederkehr" floppte 2016 jedoch.
1998 liess Emmerich "Godzilla" auf New York City los. Der Science-Fiction-Thriller nahm sich ein japanisches Filmmonster zum Vorbild, das in Emmerichs Werk urplötzlich auf dem Fischmarkt des "Big Apple" auftaucht und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Trotz negativer Kritiken spielte der Film weltweit 379 Millionen US-Dollar ein.
In den Hauptrollen waren Matthew Broderick (l.) als Dr. Niko „Nick“ Tatopoulos und Maria Pitillo (r.) als dessen Ex-Freundin Audrey Timmonds zu sehen. Jean Reno mimte einen französischen Geheimdienstmitarbeiter, der sich auf die Suche nach den Eiern des Monsters begibt - und sie im Madison Square Garden findet.
Einen Genrewechsel vollzog der Star-Regisseur zur Jahrtausendwende mit "Der Patriot" (2000). Der Film spielt 1776 während der Amerikanischen Revolution und präsentierte in den Hauptrollen neben Mel Gibson (l.) als Familienvater und Plantagenbesitzer Benjamin Martin auch …
... den 2008 verstorbenen Heath Ledger in der Rolle seines Sohnes Gabriel. Von Historikern erhielt der Film zwar Kritik, er spielte jedoch weltweit fast das Doppelte seiner Produktionskosten ein - insgesamt rund 215 Millionen US-Dollar.
Mit "The Day After Tomorrow" ging Emmerich 2004 das Thema Klimawandel an - auf seine ganz eigene spektakuläre Weise. In dem Film übermannt eine neue Eiszeit die Welt innerhalb weniger Tage. Der Streifen trug dazu bei, die Diskussion rund um das Thema anzukurbeln und spülte knapp 544 Millionen US-Dollar in die Kinokassen.
Mit dem Kinofilm schaffte auch ein gewisser Jake Gyllenhaal (M.) seinen endgültigen Durchbruch in Hollywood. Auch Emmy Rossum (r.) und Dennis Quaid wirkten in dem Streifen mit. Besondere Erwähnung verdient zudem der österreichische Komponist Harald Kloser, der die gewaltigen Bilder mit einem einprägsamen Soundtrack untermalte.
Vier Jahre später, 2008, folgte der Film "10.000 B.C.", mit dem Emmerich sein Kinopublikum in die Mittelsteinzeit katapultierte. Die Geschichte von D’leh (im Bild: Steven Strait), der Mitglieder seines Mammutjägerstammes aus den Händen von Sklaventreibern befreit, wurde ebenfalls zum finanziellen Erfolg und generierte knapp 270 Millionen US-Dollar.
Camilla Belle (Bild) spielte in dem Abenteuerfilm Evolet, die Jugendliebe von D’leh. Als Erzähler fungierte kein geringerer als der dreifache Golden-Globe-Gewinner Omar Sharif, der 2015 im Alter von 83 Jahren verstarb.
2009 holte Emmerich, ein gebürtiger Stuttgarter, alle bis dato bekannten Spezialeffekte und Katastrophenszenarien aus der Schublade. Der Monumentalfilm "2012" basiert auf der Theorie, dass nach dem Ende des Maya-Kalenders in ebenjenem Jahr die Welt untergehen würde. Kritik kam sowohl von der NASA als auch von Schauspielgrösse Dustin Hoffman.
Dem Filmerfolg schien das jedoch keinen Abbruch zu tun. Das Werk, in dem Stars wie John Cusack (l.) und Woody Harrelson (r.) zu sehen sind, brauchte nur vier Tage, um das Budget von 200 Millionen US-Dollar weltweit an den Kinokassen wieder einzuspielen. Insgesamt beläuft sich der Verdienst auf rund 769 Millionen US-Dollar.
Im Actionfilm "White House Down" aus dem Jahr 2013, der über 200 Millionen US-Dollar generierte, mimt Oscarpreisträger Jamie Foxx (Bild) den US-Präsidenten James Sawyer, dessen Amtssitz von Paramilitärs angegriffen wird. Auch hier liess Katastrophenmeister Emmerich wieder auf der Leinwand die Fetzen fliegen. Gerettet wird der mächtigste Mann der Welt von...
... Channing Tatum in der Rolle eines Kriegsveteranen, der eigentlich nur den Sprecher des Repräsentantenhauses bewachen sollte. Konkurrenz bekam der Kracher von Antoine Fuquas "Olympus Has Fallen" mit Gerard Butler und Morgan Freeman in den Hauptrollen, der nur drei Monate früher startete und dessen Handlung fast identisch ist.