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Sido in ARD-Film: Wird er jetzt endgültig zum braven Spiesser?

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Aggro war gestern: Paul Hartmut Würdig, wie der Berliner Rapper Sido mit bürgerlichem Namen heisst, arbeitet weiter an seinem Saubermann-Image - und an seiner Karriere fernab der Musik. Wie er sich vom Rüpelrapper mit silberner Totenkopfmaske zum Komödiendarsteller und familientauglichen Popstar mauserte, sehen Sie hier. © teleschau - der mediendienst GmbH

Der gebürtige Berliner begann seine Solokarriere als Rapper 2003 beim Label Aggro Berlin. Der "Weihnachtssong" und Schlimmeres machten ihn berühmt-berüchtigt. Sein erstes Soloalbum "Maske" (2004) mit den Hits "Mein Block" und "Fuffies im Club" wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.
2005 sah man erstmals eine Frau an Sidos Seite: Die Beziehung zu Doreen Steinert, damals Mitglied der "Popstars"-Gewinnerband Nu Pagadi, hielt offiziell bis 2012.
Beim "Bundesvision Songcontest" 2005 liess Sido seine Maske erstmalig fallen. Auch musikalisch verschwand die Maske in seinem zweiten Album "Ich": "Das Konzept bin ich", sagte er damals.
Nach der Maske fiel auch bald das Image des knallharten Gangster-Rappers: Auf seinem zweiten Album "Ich" widmete er seinem Sohn, der aus einer früheren Beziehung stammt, das Lied "Ein Teil von mir".
Im Mainstream angekommen: An der Seite von Loona und Detlef "D!" Soost (rechts) suchte Sido (links) 2007 als Juror in der siebten "Popstars"-Staffel nach einer neuen Mädels-Combo.
Flankiert von den VIVA-Babes Johanna Klum (links) und Collien Fernandes führte Sido 2007 als Moderator durch die Verleihung des Musikpreises "Comet".
Wie Sido entspannt? "Pokern. Fernsehen. Und mich bei YouTube durchklicken", sagte der Rapper in einem Interview. Bei der DSF-Sendung "Bube gegen Dame" konne er zwei dieser Leidenschaften vereinen: Sido trat 2008 am Pokertisch gegen "Dschungelkönigin" Désirée Nick an.
Auch auf seinem 2008 erschienenen Studioalbum "Ich & meine Maske" setzte sich Sido mit seinem Alter Ego auseinander. Mittlerweile gewöhnte man sich aber an den Rapper hinter dem Sichtschutz, mit "Augen auf / Halt dein Maul" gelang Sido zudem sein erster Top-Ten-Hit.
Das erste Mal als Schauspieler sah man Sido an der Seite von Mario Barth in dessen Kinokomödie "Männersache" im Jahr 2009 - allerdings nur in einer kleinen Nebenrolle als cooler Produktions-Assi.
Ein Ritterschlag: Für seine ProSieben-Politik-Sendung "Sido geht wählen" wurde der Rapper für den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Darin erklärte Sido die wichtigsten Facts zum Thema Wahl. Zu seinem früheren Image meinte er damals: "Ich hab's ja nie drauf angelegt, ein Gangster zu sein. Das hat die Presse damals aus mir gemacht", erklärte er.
Von nun an umgab sich Sido vermehrt mit Comedians und Popstars statt mit Gangster-Rappern als Stargästen: Bei seinem 2010 aufgenommenen "MTV Unplugged"-Konzert musizierte er beispielsweise mit Kurt Krömer. Damals sagte er auch, dass er sich mit 35 nicht mehr rappen sieht. Diese Altersgrenze überschritt er allerdings bereits vor zwei Jahren ...
Sie waren einst Label-Kollegen bei Aggro Berlin, überzogen sich dann zeitweise mit Disstracks, um 2011 die grosse Versöhnung zu feiern: Nach jahrelanger Eiszeit veröffentlichten die einstigen Erzfeinde Bushido (rechts) und Sido 2011 das gemeinsame Album "23", das allerdings kommerziell wie musikalisch unter seinen Erwartungen blieb.
Im Film "Blutbrüdaz" spielte Paul "Sido" Würdig seine erste Kino-Hauptrolle an der Seite von Kollege und gutem Kumpel B-Tight (rechts).
2010 verlobten sich Sido und Doreen (links), die Hochzeit 2012 war bereits geplant, bis im Frühjahr die Trennung bekannt gegeben wurde. Bereits im Mai sah man den Rapper erstmals an der Seite von TV-Moderatorin Charlotte Engelhardt, die er bereits wenige Monate später auch heiratete. Mittlerweile hat das Paar zwei Söhne.
Ganz oben angekommen: 2012 veröffentlichte Sido sein Best-Of-Album "#Beste". Für seine alten Masken-Hits schämte er sich nie: "Es gibt sicherlich Songs, die ich mir heute nicht mehr anhören würde, aber ich kann immer noch zu jedem einzelnen stehen."
In "Die Spätzünder 2 - Der Himmel soll warten" spielte Sido (oben Mitte) sich selbst und half prominent besetzten Seniorenrock-Gang zu einem Hit.
Gegensätze ziehen sich an: Seinen Mut zum Experimentieren bewies Sido (links) auch, als er sich mit Marius Müller-Westernhagen zu einem gemeinsamen Konzert zusammentat, bei dem beide auch Songs des jeweils anderen performten.
In der Selbstfindungskomödie "Halbe Brüder" war er erneut in einer Hauptrolle zu sehen: Als Familienvater Julian sehnt er sich nach einer Existenz als Reihenhaus-Spiesser. Ob es Paul "Sido" Würdig, der 2013 und 2016 erneut Vater wurde, mittlerweile auch so geht?
Gefühlvoll oder langweilig? An "Astronaut", dem gemeinsamen Song mit Andreas Bourani, schieden sich die Geister. Für (alte) Fans des Rappers war er zum biederen Vorzeigeonkel verkommen, die grosse Masse fand es gut: "Astronaut" war einer der grössten Hits des Jahres 2015.
Der Titel eine Hommage an das legendäre Café Royal Bunker, in dem beide ihre Karriere starteten, das Album straighter HipHop - ohne wenn und aber: Gemeinsam mit Savas (links) veröffentlichte Sido im September sein aktuelles Album "Royal Bunker".
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