Siegfried und Roy: Ihre magische Geschichte

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Seit Mitte der Sechzigerjahre gehören Siegfried und Roy zu den bekanntesten Magier-Duos der Welt. Für ihre einzigartigen Bühnenperformances pilgerten die Menschen nach Las Vegas, wo die beiden in 5.750 Shows Millionen von Zuschauern mit ihren Zaubertricks begeisterten. Am 13. Juni feiert Siegfried Fischbacher seinen 80. Geburtstag. Ein Rückblick auf eine magische Karriere mit tragischem Ausgang. © spot on news

Mit der Zauberei kam Roy erstmals durch Siegfried in Berührung. Dieser führte schon während der Schulzeit Zaubertricks vor. Dank Roys Kontakten zum Bremer Zoo konnte das Magier-Duo schon bald den ersten tierischen Gefährten in seine Show integrieren – Gepard Chico.
Die grossen Katzen wurden mit der Zeit das Markenzeichen der Magier. 1964 beendeten sie ihr Engagement auf dem Schiff und gaben ihr Debüt im Bremer Astoria-Theater. Anschliessend ging es für das Duo auf Europa-Tournee. 1966 traten sie in Monte Carlo in einer Benefiz-Show für das Rote Kreuz auf, bei der auch Fürstin Gracia Patricia anwesend war – für Siegfried und Roy der grosse Durchbruch.
Es dauerte nicht lange, bis ihr Weg sie nach Las Vegas führte. Das Duo räumte dort nach zahlreichen Auftritten, unter anderem in den Hotels The Mirage, MGM Grand und Stardust, mehrere Preise ab. 1976 erhielten Siegfried und Roy von der amerikanischen Zauberer- und Magierakademie den Titel "Magier des Jahres".
Nach ihrem Erfolgskurs in Las Vegas folgte 1988 schliesslich ein Fünfjahresvertrag mit dem Hotel The Mirage im Wert von 57,5 Millionen US-Dollar. In ihrer Darbietung warteten Siegfried und Roy mit 60 weiteren Personen und 27 Tigern auf. Mit einem Budget von rund 25 Millionen US-Dollar galt die Show als eine der teuersten und erfolgreichsten in den Vereinigten Staaten.
Hin und wieder kehrten die beiden Zauberer nach Deutschland zurück. Im Jahr 1991 gab es auch allen Grund für einen Besuch in der Heimat: Siegfried und Roy erhielten den Bambi in der Kategorie "Beste Live-Show des Jahrzehnts". Voller Stolz nahmen die beiden den Preis entgegen.
Im Jahr 1997 wurde auf dem Gelände des Hotels The Mirage sogar ein Freigehege für ihre weissen Tiger, Schneeleoparden, weissen Löwen und schwarzen Panther errichtet – der "Secret Garden". Siegfried und Roy haben es sich seit 1982 zur Aufgabe gemacht, die weissen Königstiger zu züchten, um die seltenen Tiere für die Nachwelt zu erhalten. Das Gehege gibt es bis heute.
Am 3. Oktober 2003 ereilte den damals 59 Jahre alten Roy ein schwerer Schicksalsschlag: Er erlitt während einer Show einen Schlaganfall mit massiven Folgen. Laut Roys eigener Aussage habe Tiger Montecore gespürt, dass etwas nicht stimmte und den Magier daraufhin am Nacken gepackt und von der Bühne gezogen. Ärzte hielten es jedoch für wahrscheinlicher, dass der Schlaganfall genau dadurch ausgelöst wurde. Seitdem ist Roy teilweise gelähmt und die meiste Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen.
Siegfried und Roy beendeten daraufhin ihre langjährige Magier-Karriere. Mit ihren insgesamt 5.750 Vorstellungen unterhielten sie rund 10,5 Millionen Zuschauer und verschafften dem Hotel The Mirage Einnahmen von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar - ein beeindruckender Erfolg.
Trotz des Unfalls blieben Siegfried und Roy, die ihre Homosexualität der Öffentlichkeit lange nicht preisgeben wollten, einander treu. Bis heute sind sie enge Freunde und in der Regel nur im Doppelpack zu sehen. Ihnen zu Ehren widmete das Hotel The Mirage nicht nur eine Bronze-Statue, sondern auch ein eigenes Theater.
Im Laufe seiner Karriere gewann das Duo noch viele weitere Preise: Sigfried und Roy erhielten zwischen 1972 und 1976 ganze fünf Mal in Folge den Production of the Year Award. Im Jahr 1999 wurde das Duo darüber hinaus mit einem Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame verewigt. 2004 gab es noch einen weiteren Bambi.
Ihren letzten gemeinsamen Auftritt performten Siegfried und Roy im Februar 2009 zu Gunsten der medizinischen Einrichtung Lou Ruvo Center for Brain Health in Las Vegas. Samt Tiger Montecore betrat das Duo ein letztes Mal die Bühne im Hotel-Kasino Bellagio. Auch wenn es dabei ihrerseits keine Worte des Abschieds gab, werden die Magier wohl stets unvergessen bleiben.