Gary Barlow, Robbie Williams und Co: So geht es den Stars von Take That heute

Vor mehr als 30 Jahren wurde die britische Boyband Take That gegründet. Die fünf Musiker lösten vor allem bei ihren weiblichen Fans einen Hype aus, wie es zuvor wohl nur die Beatles geschafft hatten. Gary Barlow feiert am 20. Januar seinen 50. Geburtstag. Wie es ihm und den übrigen Bandmitgliedern seither ergangen ist. © 1&1 Mail & Media/spot on news

In den 90ern gab es an ihnen kein Vorbeikommen: Take That sangen sich in die Herzen ihrer Fans. Die Band, bestehend aus Mark Owen (v.li.), Jason Orange, Gary Barlow, Robbie Williams und Howard Donald, wurde im Jahr 1990 mithilfe von Manager Nigel Martin Smith in Manchester gegründet.
Die damals erfolgreichste britische Boyband seit den Beatles gehört auch heute noch - trotz Trennung im Jahr 1996 - zu den erfolgreichsten Boybands aller Zeiten. Insgesamt veröffentlichten die Musiker vier Alben und zahlreiche Hit-Singles, darunter die Songs "Relight My Fire", "Back For Good" und "How Deep is Your Love".
Kurz nach Robbie Williams' Entschluss, die Band 1995 zu verlassen, machten auch die übrigen Bandmitglieder wenige Monate später kurzen Prozess. Take That lösten sich auf, die Künstler konzentrierten sich fortan auf Solokarrieren. Gary Barlow wurde von der britischen Presse zu jener Zeit der grösste Erfolg vorausgesagt.
Doch es sollte anders kommen: Robbie Williams, dessen Drogen- und Alkoholkonsum damals in der britischen Regenbogenpresse Thema war, landete 1997 mit seinem Song "Angels" einen Welthit. Er setzte damit den Grundstein für seine bis heute erfolgreiche Solokarriere. Ende der 90er veröffentlichte er zwei Alben: "Life Thru a Lens" (1997) und "I've Been Expecting You" (1998).
Gary Barlow schwamm anfangs noch auf der Welle des Take-That-Erfolgs und veröffentlichte Nummer-eins-Hits wie "Forever Love" und "Love Won't Wait". Auch sein erstes Soloalbum "Open Road" erreichte 1997 die Spitze der britischen Charts. Durch einen längeren USA-Aufenthalt wollte Barlow sein Publikum erweitern - scheiterte mit dem Vorhaben jedoch.
Auch sein Erfolg in Europa litt unter der Abwesenheit. Fortan lag Barlows Fokus auf seinem Privatleben: 2000 heiratete er seine langjährige Freundin, die Tänzerin Dawn Andrews, mit der er einen gemeinsamen Sohn (geb. 2000) und zwei Töchter (geb. 2002 und 2009) hat.
Auch Mark Owen versuchte es nach der Take-That-Trennung mit einer Solokarriere. 1996 veröffentlichte er das Album "Green Man", aus dem mehrere erfolgreiche Singles hervorgingen. Seiner Plattenfirma reichte der Erfolg jedoch offenbar nicht, weshalb sie den Vertrag mit Owen 1997 für beendet erklärte. Danach wurde es still um den Sänger.
Howard Donald nahm nach der Trennung der Band ebenfalls eine Single auf, veröffentlichte diese aber nie. Stattdessen versuchte er sich in den darauffolgenden Jahren als House-DJ und gründete das DJ-Projekt "Sonic Fly".
Jason Orange verabschiedete sich zunächst von der Musikkarriere und versuchte sich als Schauspieler, vor allem am Theater. Unter anderem spielte er 1999 die Hauptrolle im Stück "Gob", das im King's Head Theatre in London aufgeführt wurde.
Während es um Barlow, Owen, Donald und Orange immer ruhiger wurde, nahm Robbie Williams' Karriere in den frühen 2000ern weiter Fahrt auf. Sein Album "Sing When You're Winning", aus dem die Singles "Rock DJ" und "Kids" mit Kylie Minogue stammen, machte ihn endgültig zum internationalen Superstar.
Der Erfolg war von Dauer: 2002 unterschrieb Williams einen Plattenvertrag über 80 Millionen Pfund für fünf Alben. Es folgten das Hitalbum "Escapology", das international die Spitzen der Charts erreichte, "Live at Knebworth", "Greatest Hits", "Intensive Care" und "Rudebox" sowie zahlreiche ausverkaufte Tourneen und Konzerte in den grössten Konzertarenen Europas.
Zur gleichen Zeit gründete Mark Owen seine eigene Plattenfirma, mit der er 2005 sein drittes Soloalbum "How the Mighty Fall" veröffentlichte. Aus dem Album stammt die Single "Believe in the Boogie", die zwar in den Charts nicht sonderlich erfolgreich war, aber zum Soundtrack des Films "Mr. und Mrs. Smith" gehört.
Dann die Überraschung! Knapp zehn Jahre nach der Trennung gaben Gary Barlow (v.li.), Howard Donald, Mark Owen und Jason Orange 2005 bekannt, Take That wieder zu vereinen - allerdings ohne Robbie Williams. Der hielt an den Erfolgen seiner Solokarriere fest, hatte mit Suchtproblemen zu kämpfen und nahm sich schliesslich eine dreijährige Auszeit.
Die Pause nutzte Williams, um von der Drogen- und Alkoholsucht loszukommen, Herr seiner psychischen Probleme zu werden und sich abseits der britischen Regenbogenpresse auf Privates zu konzentrieren. 2010 heiratete er die US-Schauspielerin Ayda Field, mit der er seit 2006 liiert ist und vier Kinder hat.
Williams' unterdessen wiedervereinte Bandkollegen veröffentlichten Ende 2006 ihre Comeback-Single "Patience" und traten bei "Wetten, dass..?" erstmals wieder live auf. Kurz darauf erschien das Album "Beautiful World" und die Band ging auf europaweite Tournee. 2008 folgte das nächste Album "The Circus", das in den Jahrescharts Grossbritanniens den zweiten Platz erreichte und den Männern in Deutschland die Goldene Schallplatte bescherte.
2009 nahm Williams' Karriere nach seiner dreijährigen Auszeit mit dem Album "Reality Killed the Video Star" wieder Fahrt auf. 2010 folgte das Greatest-Hits-Album "In and Out of Conciousness" mit einer besonderen Überraschung: Die erste Single-Auskopplung "Shame" war ein Duett mit Gary Barlow - ein öffentliches Zeichen der Versöhnung der früheren Bandkollegen und späteren Rivalen.
Einige Monate vorher hatte Williams seine Rückkehr zur Band angekündigt. Und er hielt tatsächlich Wort! Im November 2010 erschien das gemeinsame Take-That-Album "Progress", auf dem unter anderem die erfolgreiche Single "The Flood" zu finden ist. 15 Jahre nach der Trennung trat die Band erstmals wieder in voller Besetzung auf.
Zu früh gefreut? Auf das umjubelte Comeback der Musiker folgte erneut eine Auszeit der Gruppe. Die Mitglieder wollten sich einmal mehr auf anstehende Soloprojekte konzentrieren. Unter anderem veröffentlichte Williams 2012 sein Album "Take the Crown", an dem aber auch Gary Barlow mitwirkte.
Barlow selbst konnte über mangelnden Erfolg nicht klagen. 2012 wurde er von der Royal Family mit der musikalischen Leitung des 60. Thronjubiläums von Queen Elizabeth II. beauftragt, das Album "Sing" erschien sowie 2013 die Platte "Since I Saw You Last". Die dazugehörige Tour war innerhalb von zehn Minuten ausverkauft. Zudem nahm Barlow in der Jury der britischen Castingshow "The X Factor" Platz.
Auch Mark Owen plante zu ebenjener Zeit ein Comeback als Solokünstler. 2013 veröffentlichte er das Album "The Art of Doing Nothing" - der grosse Erfolg blieb jedoch aus. Privat fand der Künstler sein Glück mit Schauspielerin Emma Ferguson. Das Paar ist seit 2009 verheiratet und hat drei gemeinsame Kinder.