Was wird nun aus "Babyboom - Willkommen im Leben"? Nachdem der Berliner Senat die Dreharbeiten zu RTLs Kreisssaal-Doku gestoppt hat, will nun der Aufsichtsrat des Klinikkonzerns Vivantes über das weitere Vorgehen beraten.

Als die erste Staffel "Big Brother" 2000 startete, wurde heftig diskutiert, ob diese Zur-Schau-Stellung des Privatlebens noch in Ordnung ist. Und wie sieht es heute aus?

Schon am kommenden Dienstag (12. März) will der Aufsichtsrat des Klinikums zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammenkommen, um über die Zukunft des sogenannte Baby-"Big Brothers" zu beraten. Das bestätigte die stellvertretende Vorsitzende Susanne Stumpenhusen.

Harald Glööckler und Co. leben ihren Alltag im TV und alle schauen zu.

Der Berliner Senat hatte die Aufnahmen von Geburten für die umstrittene RTL-Sendung "Babyboom - Willkommen im Leben" vorläufig gestoppt, nachdem sich Bedenken über die allgemeinen Persönlichkeitsrechte der Kinder und die Rechte der Angestellten gehäuft hatten. Der Aufsichtsrat von Vivantes, dem auch Vertreter des Senats angehören, soll von dem geplanten TV-Projekt nichts gewusst und erst durch die Medien erfahren haben. Allerdings soll keine Abstimmung mit der Geschäftsführung notwendig gewesen sein, da es sich um ein operatives Geschäft der Vivantes GmbH handelt.

"Sind von der Seriosität überzeugt"

Klinikbetreiber Vivantes kann die Empörung über das Reality-Format nicht verstehen. "Wir sind nach wie vor von der Seriosität des geplanten Formats einer Entbindungsdokumentation im Vivantes Klinikum im Friedrichshain überzeugt", heisst es von Seiten des Unternehmens, wie "DWDL.de" berichtet. Klinische sowie juristische Fragen seien bei der Entscheidung berücksichtigt worden. Werdende Mütter, aber auch die Mitarbeiter des Klinikums, hätten die Wahl: Wer nicht gefilmt werden möchte, wird nicht in den mit Kameras ausgestatteten Kreisssälen untergebracht oder eingesetzt.

Auch Privatsender RTL kann den Trubel um seinen neuesten TV-Coup nicht nachvollziehen und geht nicht von einer längeren Unterbrechung der Dreharbeiten aus. "Kritikern empfehlen wir bei aller Wertschätzung, sich zu informieren, bevor sie ein Urteil fällen", so eine RTL-Sprecherin zu "DWDL.de".

(jwo/dpa)