Altes Karussell-Pferd bringt "Bares für Rares"-Händler auf Trab

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde: Ein alter Karussell-Gaul machte am Mittwoch die Händler bei "Bares für Rares" froh. Trotz erheblicher Mängel.

Erinnerungen wurden wach, als die Besitzerin ein altes Foto vom Karussell zeigte. Sie erzählte, dass "dieses Pferd später eingebaut wurde, denn das waren ja auch Verschleissteile". Das konnte Lichter sehr gut nachvollziehen: "Na klar, wenn man sich überlegt, wie viele Kinder da draufsassen. Und dieses Pferd ist als einziges übrig geblieben?"
"Ja, das steht noch zu Hause, hat aber eigentlich keinen richtigen Platz. Ich finde, es gehört in ein Fachwerkhaus, wo es reinpasst. Denn ich bin sehr modern eingerichtet", erklärte die Besitzerin.
Horst Lichter meinte: "Colmar, wir finden ein neues Zuhause für dieses arme Pferd." Super Idee, dachte sich Experte Schulte-Goltz, der gleich weiter alberte: "Tiere suchen ein Zuhause - Sonderwochen bei 'Bares für Rares' - heute mit Pferden." Den neuen Namen für seine Trödel-Sendung fand Lichter "sehr schön".
Nicht nur den neuen Sendungstitel, sondern auch das Pferd fand Colmar Schulte-Goltz tatsächlich sehr schön und dekorativ. Das Karussell-Relikt war aus Hartkunststoff und nicht aus Holz. "Und das einzige authentische Material, das auch älter ist, ist Leder, wie man am Zaumzeug sehen kann", so der Experte.
"Das Leder ist auch noch sehr gut erhalten, nur leider hat das Pferd ganz schön gelitten. Der untere Teil ist schon fast gebrochen, und es gibt viele Bereiche, wo die Patina ab ist", bemängelte der Experte. Einen Hersteller konnte er leider auch nicht entdecken, dafür das Alter schätzen. "Es wird wohl ein deutsches Pferd sein, aus den 60er-Jahren."
Nach der Meinung des Experten wollte Horst Lichter natürlich noch den Wunschpreis wissen. Die Verkäuferin konnte den Wert nicht wirklich einschätzen und dachte sich: "Toll wäre ein kleiner Betrag wie 50 oder 100 Euro." Doch welchen Wert würde Colmar Schulte-Goltz nennen?
Der Experte hatte eine konkrete Vorstellung: "Das Pferd wird jemand kaufen, der es schön findet. Und auch die Beschädigungen sind da nicht hinderlich, sondern die erhöhen eher noch den Reiz. Somit bin ich bei 200 bis 220 Euro." "Schön!", erklärte der Moderator mit der Noch-Besitzerin im Chor und übergab die Händlerkarte.
Nach allgemeinen Überlegungen, was sich wohl unter der Decke versteckte, freuten ich alle Händler über das Pferdchen. Doch die grosse Begeisterung ebbte schnell ab, als Händlerin Elke Velten die Ritze und Brüche am Bauch des Pferds entdeckte. Auch Jan Cizek fand die Beschädigungen "sehr schade".
Das alte Foto des Karussells hob die getrübte Stimmung, und Jan Cizek (l.) wurde gleich ganz neugierig: "Haben Sie noch das restliche Karussell in ihrem Besitz?" An den weiteren Objekten hätte er ebenfalls grosses Interesse gehabt. Doch leider musste das Karussell ja wegen geänderter Richtlinien entsorgt werden ...
"Die Risse sind schon sehr gross, aber man kann die Schäden restaurieren. Auch wenn viel Arbeit darin steckt", erklärte Jan Cizek und gab sein erstes Gebot in Höhe von 80 Euro für das Karussellpferdchen ab. Esther Ollick (r.) bot mit und erhöhte auf 150 Euro. Das war aber noch nicht das letzte Wort.
Fabian Kahl (2.v.r.) wollte eigentlich auch mitbieten, doch ihm machte die Restaurierung Sorgen. Die Kollegen Ollick und Cizek störten sich daran nicht und überboten sich gegenseitig. Bis auf 350 Euro - dann kapitulierte Jan Cizek. Die Verkäuferin freute sich, dass ihr Tier "in gute Hände kam", und Esther Ollick lachte: "Endlich hab ich ein Pony!"
Ebenfalls über den Händlertisch ging ein Reliquien-Kreuz von 1790-1800. Das Holzkreuz wurde von Experte Colmar Schulte-Goltz auf 280 bis 300 Euro geschätzt und von Händler David Suppes für 300 Euro erworben.
Eine Kaminuhr der Firma Lenzkirch (um 1900) ging wieder zurück nach Hause. Das gute Stück wurde auf 800 bis 1.200 Euro geschätzt, konnte jedoch nur ein Gebot in Höhe von 750 Euro von Elke Velten erzielen. Das war der Besitzerin zu wenig.