"Das ist so aufregend": Geheimbund-Enthüllung bei "Bares für Rares"

Am Donnerstag standen bei "Bares für Rares" Kostbarkeiten zum Verkauf, die den TV-Profi Horst Lichter nervös machten und ihn dazu bewogen, selbst mit in den Händlerraum zu kommen. Wieder einmal machten Freimaurer-Objekte Furore in der Trödelshow. Und nicht nur die Objekte ...

"Bares für Rares"-Kenner wissen: Wenn sich Horst Lichter im Händlerraum blicken lässt, ist Anlass zu akuter Schnappatmung geboten. Mit dem Heiligen Nikolaus hatten die vorgestellten Objekte am Donnerstag nichts zu tun, wohl aber mit einem anderen Thema, um das sich Legenden ranken. Die Mitbringsel waren stumme Zeugen der geheimnisumwitterten Freimaurer ...
"Schöne, aussergewöhnliche Gläser hast du mitgebracht", lobte Horst Lichter. Er wusste gar nicht, wie Recht er hatte. Denn die zerbrechlichen Mitbringsel von Peter Claus Düster waren nicht nur zum Trinken gedacht, sondern entstammten dem Freimaurer-Bund.
Von den Nazis und in der DDR verboten, von der Kirche geächtet, wird der elitäre Zirkel bis heute wie ein mysteriöser Geheimbund angesehen. Doch so geheimnisvoll und finster wie in Action-Filmen ist die Freimaurerei wohl doch nicht. Das bewies der Auftritt des sympathischen 77-jährigen Stadtplaners aus Minden ...
Peter Claus Düster bekannte, ganz ohne Geheimniskrämerei: "Ich bin selbst Freimaurer." Horst Lichter staunte ehrfürchtig. Auch darüber, warum man solche Schmuckstücke loswerden wolle. "Die Vitrine wird zu voll", erklärte der Logenbruder.
"Hier ist eine riesige Fülle an Freimaurer-Zeichen drauf", sagte Experte Detlev Kümmel. Beispielsweise die Schwerter: "Damit zeigten die Freimaurer, dass sie bereit sind, sich zu verteidigen, aber auch zu kämpfen." Ebenfalls abgebildet: "Die Jakobsleiter, die sieben Stufen zur Erleuchtung." Auch Horst Lichter sah ganz erleuchtet aus vor Staunen.
"Die beiden Säulen waren der Eingang zum Tempel in Jerusalem", dozierte Experte Kümmel. "Und sie stellen die Polarität der Welt da", half der Freimaurer auskunftsfreudig. Das Entstehungsdatum schätzte Detlev Kümmel auf 1915.
Die Händler waren verwirrt über Lichters Auftritt. Doch der erklärte schnell, dass er nicht zum Verkauf stünde. Er hatte den Gast auch begleitet, weil der ein Rückenleiden hat und einen Stuhl brauchte. Als Lichter verschwand, ging Fabian Kahl ein Licht auf: "Das sind Freimaurer-Gläser!"
"Für was steht das G, das sich auf allen Gläsern durchzieht"?, fragte Julian Schmitz-Avila, neugierig wie der verschollene vierte Mann der Drei Fragezeichen. "Für Geometrie zum einen und auch für Gott, den einen, den Allerhöchsten", erklärte der Freimaurer freimütig.
Auch die anderen Händler schauten tief ins Glas, um den Geheimnissen der Freimaurer näherzukommen. "Ich weiss, dass der Waldi dafür Kundschaft hat", plauderte Julian Schmitz-Avila aus dem Nähkästchen. "Ja, ich habe eine beträchtliche Sammlung von Freimaurer-Objekten, aber ich habe noch keine Gläser", gab Walter Lehnertz zu.
Lehnertz startete mit 300 Euro, Dr. Elisabeth Nüdling und Fabian Kahl boten nicht mit. Ludwig "Lucki" Hofmaier stieg bei 470 Euro aus, Schmitz-Avila bei 480. "Ich mache Schlag 500", erklärte Walter. Er hatte das letzte Gebot und das letzte Wort. Auch wenn viele Symbole erklärt wurden: Die grössten Geheimnisse seines Bundes hatte Freimaurer Peter Claus Düster sicher nicht ausgeplaudert.
Weniger Glück hatten am Nikolaustag die Besitzerinnen dieses motorisierten Damenfahrrads der Marke Dürkopp. "Eine vierstellige Summe" erhofften sich die Schwestern Barbara Histermann und Marita Kumbrink. Die wollte keiner zahlen. Die Damen nahmen ihre teure Kindheitserinnerung mit zurück nach Münster.
Sieht aus wie Kristalle, ist aber nur Glas. Und was gülden glänzt, ist lediglich vergoldetes Messing. Dennoch machte dieser prunkvolle Spiegel von Student Fabian Hausknecht aus Halle kräftig Kasse. 350 Euro gab es für das 60er-Jahre-Objekt.