"Bares für Rares": Altes Telefon lässt Horst Lichter ausflippen

Ein "Trommelwähler" sorgte bei "Bares für Rares" am Mittwoch für jede Menge Wirbel.

Mit einem Schmunzeln reichte der Experte den Hörer an Horst Lichter weiter: "Ist für dich!" Mit einem "Ist klar!" wies der Moderator jedoch darauf hin, dass die Leitung tot sei. "Aber der Apparat funktioniert noch", meldete sich Verkäufer Wolfgang Heymann, IT-Berater aus Darmstadt, zu Wort.
Dass man mit dem alten Telefonapparat tatsächlich noch telefonieren konnte, erstaunte Horst Lichter. "Irre! Und wo hast du das her? So eins hab ich noch nie gesehen." Das Gerät stammte aus dem Geschäft der Eltern des Verkäufers.
Vor allem die untypische Wählfunktion hatte es Horst Lichter angetan: "Das ist wahnsinnig witzig, wie das hier vorne aussieht." Detlev Kümmel wusste sogar den Fachbegriff für das alte Kommunikationsgerät: "Das ist ein sogenannter Trommelwähler."
Statt einer Wählscheibe hat der Trommelwähler einen Zylinder, der waagerecht gedreht wird. "Bei allen Ziffern gibt es eine entsprechende Vertiefung. Und wenn der Finger bei einer Zahl bis zum Anschlag runterdrückt, wird der Wählgang beim Zurücklaufen in Gang gesetzt." Lichter war ganz fasziniert: "Wirklich irre!"
Diese Telefone mit waagerechter Drehscheibe wurden von der Deutschen Bundespost aber nicht akzeptiert und befanden sich deshalb nie in Privathaushalten, sondern nur in Büros. Aber nicht in sehr vielen. Das Design setzte sich nicht durch.
"Wie alt ist das Gerät und wer hat es hergestellt?", fragte Horst Lichter neugierig weiter. Das Telefon aus den 1950er-Jahren wurde von der Firma Siemens & Halske produziert. Der Moderator war vor allem deswegen so begeistert, weil es tatsächlich noch funktionierte. Aber was war das alte Telefon noch wert?
Der Verkäufer gab sich bescheiden: "Höchstens 50 Euro. Vielleicht will Waldi das Gerät ja kaufen?" Da lachte Horst Lichter: "Meinst du, die in der Eifel können mit so viel Hightech umgehen?"
Experte Detlev Kümmel fand 50 Euro zu wenig als Preis für den Trommelwähler. Denn diese alten Telefone seien eine Rarität mit Nostalgie-Charme. Er setzte den Wert bei 100 bis 200 Euro an. Dafür gab es ein verblüfftes "Hui" von Horst Lichter sowie die begehrte Händlerkarte für Wolfgang Heymann.
Als Wolfgang Heymann den Händlerraum betrat, bekamen alle grosse Augen. Wolfgang Pauritsch nannte das Gerät scherzhaft "Handy" und Walter Lehnertz glaubte erst, eine "Star Wars"-Haube erkannt zu haben. Doch der Verkäufer klärte auf: "Nein, hier haben wir ein etwas älteres Kommunikationsgerät."
Trommelwähler? Davon hatten die meisten Händler noch nie etwas gehört. Doch vor allem für Walter Lehnertz war der Apparat ein Highlight. Er hatte die Idee, das Gerät zur Türklingel umzufunktionieren und startete mit einem ersten Gebot von 30 Euro.
Ludwig Hofmaier (r.) fand die Rarität auch sehr schön und bot 50 Euro. Fabian Kahl (M.) hatte dagegen keinerlei Interesse und scherzte: "Mir fehlt das Display." Doch Lehnertz wollte den Trommelwähler unbedingt haben und bot 80 Euro. Von Wolfgang Pauritsch (l.) drohte keine Gefahr, der kaufe "nichts, wo ein Kabel dranhängt".
Das Kabel wollte Lehnertz ja sowieso abknipsen, um das Gerät zur Türklingel umzubauen. Und so blieb nur noch die Frage an den Verkäufer: "Kommen wir mit 80 Euro ins Geschäft?" Wolfgang Heymanns Grenze von 50 Euro war damit überschritten, er nahm Lehnertz' Angebot dankend an.
Ebenfalls an die Händler ging ein süsses Täschchen mit Sissi-Motiv aus den 1880er- bis 1890er-Jahren. Für 200 Euro wollte der österreichische Händler Wolfgang Pauritsch den Beutel mit dem Abbild der Kaiserin unbedingt haben.
Zwei Miniatur-Schnitzereien von 1810 bis 1830 aus Elfenbein waren zu sehr beschädigt und schlecht restauriert, um einen Abnehmer zu finden. Ludwig Hofmaier bot zwar 400 Euro, doch das war dem Besitzer zu wenig.