"Bares für Rares": Dieser Kasten sorgte für einen echten Kick!

Ein seltener Kicker-Tisch liess bei den "Bares für Rares"-Händlern das Fussball-Fieber ausbrechen. Die Folge: Mal wieder ein erbitterter Händler-Wettstreit.

Nicht nur Horst Lichter schwelgte am Dienstag in Erinnerungen, als er in der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" den seltenen Spielautomaten "Fussball-Match" präsentiert bekam. Besitzerin Daniela Höhn spielte ihre halbe Kindheit damit, doch jetzt musste er weg, da die neue Wohnung zu klein ist.
Dass die Besitzerin den Tischkicker verscherbeln wollte, konnte Lichter nicht fassen. "Das Ding ist irre. Der Hammer. Warum willst du den verkaufen?" Ihr Partner Hans-Jörg Zürn wollte das Spielgerät gerne loswerden: Dann müsse er nämlich nicht mehr gegen seine Lebensgefährtin verlieren, erklärte er.
Horst Lichter hat als Trödelexperte schon so einige Spielautomaten gesehen. Doch so ein aussergewöhnliches Gerät wie dieses hatte er noch nie zu Gesicht bekommen. "Das ist ja wirklich etwas Besonderes. Super cool finde ich auch die Mulden auf dem Spielfeld, damit der Ball dort hinläuft", schwärmte der Moderator.
Da diese Art von Kasten zum Kickern nur für einen begrenzten Zeitraum von circa 1952 bis 1954 produziert wurde, handelte es sich hier um ein sehr seltenes und auch sehr begehrtes Sammlerstück.
Etwas fehlte jedoch an dem guten Stück: die Beine. An den vier Ecken des Kastens waren einst Holzstandfüsse angebracht, erklärte Sven Deutschmanek. Damit konnte der Tisch ursprünglich auch auf dem Boden stehen. Davon abgesehen sei der Automat ein seltenes Originalmodell, so der Experte, das sogar in einem Automatenmuseum stehen könnte.
Gestartet wurde jedes Fussballspiel mit einer Ballschleuder mitten auf dem Feld, die wiederum mit einem Groschen durch den Münzeinwurf freigeschaltet wurde. Alle Spielfiguren sind mit einem Kettensystem unter dem Tisch miteinander verbunden, um sie so mithilfe von Bedienelementen an der Tischkante zu bewegen.
Daniela Höhn und Hans-Jörg Zürn wünschten sich 900 Euro für den Kicker. Doch da legte Sven Deutschmanek glatt noch eine Schippe drauf. Er schätzte den seltenen Kasten auf 1.000 bis 1.200 Euro. Von Horst Lichter gab es dafür natürlich die Händlerkarte.
Die Händler waren sofort begeistert. Mit grosser Spielfreude lieferten sich Fabian Kahl (l.) und Walter Lehnertz sofort ein "Fussball-Match". Doch wer gab das höchste Gebot für das Spielgerät ab?
"Eine Riesenfreude haben sie uns da beschert", begrüsste Wolfgang Pauritsch (M.) das Verkäuferpaar. Walter Lehnertz (l.) erklärte sofort seine Kaufabsicht und stellte fest: "Da hast du ein richtig cooles Teil für Waldi mitgebracht." - "Aber nicht nur für Waldi", schaltete sich Fabian Kahl (2.v.r.) ein.
Walter Lehnertz untermauerte sein Interesse mit einem Startgebot von 500 Euro. Doch seine Kollegen Wolfgang Pauritsch, Fabian Kahl und Christian Vechtel (v.l.) boten fleissig mit, bis Lehnertz schnell bei einem Gebot von 1.000 Euro angelangt war. Der rare Spielkasten sollte wohl tatsächlich in die Eifel zu Waldi wechseln.
Der vierstelligen Summe folgte ein Handschlag, das "Granatending" wechselte für 1.000 Euro den Besitzer. "Ich hoffe, ich verkaufe den Kasten nicht so schnell, damit er lange bei mir im Laden stehen kann", strahlte "Waldi" über den Zuschlag und wandte sich an die Verkäuferin: "Damit hast du mir eine grosse Freude gemacht."
Ebenfalls den Besitzer wechselte eine Registrierkasse der Firma National von 1908 aus Eisenguss den Besitzer und wurde von Händler Christian Vechtel für 280 Euro erworben.
Eine Bronzeskulptur von Ferdinand Pautrot von 1860 bis 1870 wurde für stolze 1.350 Euro von Wolfgang Pauritsch gekauft. Dabei hatte die Expertenschätzung einen deutlich niedrigeren Wert von nur 300 bis 500 Euro ergeben.