"Bares für Rares"-Knaller: Viel Geld für eine Blumenvase

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Keramik und Kunst können in Kombination eine teure Angelegenheit werden. Horst Lichter hatte schon so eine Ahnung, als er das gute Stück bei "Bares für Rares" in Händen hielt. Wie viele Scheine seine Händler auf den Tisch blättern würden, hätte er jedoch im Traum nicht gedacht.

"Dieses wunderschöne Stück Keramik" identifiziert Horst Lichter sofort als wertvolles Kunstwerk. Doch wie viel die Vase am Ende einbringt, übersteigt sogar die Vorstellung des "Bares für Rares"-Moderators.
"Es stammt von meiner Oma und ursprünglich von meinen Urgrosseltern. Die haben die Vase zur Hochzeit bekommen", bestätigt Mara Thiele aus Bergisch Gladbach die Vermutung. "Die Vase ist nicht ganz mein Geschmack. Ich möchte lieber Geld dafür haben."
Experte Albert Maier ist entzückt: "Da haben Sie ein richtig schönes Kunstobjekt bekommen. Diese Vase mit der Malerei ist signiert." Ein gutes Zeichen!
Der bekannte badische Keramikkünstler Max Laeuger hat das Kunstwerk etwa um 1895 für die Kunsttöpferei Tonwerke Kandern hergestellt. "Er war der Künstler überhaupt für Keramik in Deutschland", schwärmt der Experte. "Er ist ein grosser Name."
Das klingt nach einem hohen Schätzpreis. Die junge Erzieherin hofft auf 300 Euro. "Das ist auch viel Geld für 'ne Blumenvase", findet Horst Lichter den Wunsch schon beachtlich. Die Expertise übertrifft diesen sogar: 400 bis 500 Euro ist die Vase laut Albert Maier wert!
Grenzen nach oben offen, wie die Händler gleich beweisen sollten. "Das könnte Max Laeuger sein", ist Julian Schmitz-Avila (links) gleich interessiert. "Schlickerdekor. Schön! Tolle Vase", stimmt Daniel Meyer (rechts) zu.
Markus Wildhagen weiss ebenfalls ein paar Details: "Das nennt sich das Misteldekor. Da darf man die Vase nicht zu hoch halten, sonst muss man sich da drunter küssen." Mit dem Startgebot von 300 Euro ist auf jeden Fall der Wunschpreis auf Anhieb erreicht.
Schnell handeln sich die Interessenten auf 600 Euro hoch. Doch es geht noch weiter. Bei wahnsinnigen 750 Euro bekommt Schmitz-Avila den Zuschlag! "Das übersteigt meine Erwartungen", ist Mara Thiele fassungslos vor Freude.
"Der Verkauf war unglaublich! Ich hätte niemals gedacht so viel zu kriegen", ist die junge Verkäuferin aus dem Häuschen.
Mit 500 Euro gut bezahlt ist auch ein Messing-Teleskop aus dem Jahr 1900 von der Firma Merz.
Die Erwartungen übertreffen auch drei Schatullen aus Silber und Zedernholz, als die Händler 450 Euro anbieten.
Trotz Beschädigung gibt es 1.100 Euro für ein Gemälde von Hans Kohlschein.
Und ein Silber-Armreif aus dem Jahr 1867 aus Böhmen und ein Goldring mit Altschliff-Diamanten erzielen ebenfalls 1.100 Euro.