Blutendes Fan-Herz bei "Bares für Rares": Horst Lichter musste leiden

Horst Lichter im Zwiespalt: Am Freitag durfte er in seiner Trödel-Show "Bares für Rares" eine Sammlung mit Autogrammen und Bildern seines grossen Rennfahrer-Idols begutachten - nur laut Regelwerk leider nicht selber kaufen. So dachte er über illegale Tricks nach.

"Da isser geboren worden, Wolfgang Graf Berghe von Trips", leuchteten seine Augen beim Anblick der Fotos. "Ja, ich weiss, dass du das alles kennst", hatte der Experte Sven Deutschmanek (links) schon befürchtet, dass Lichter bei diesem Objekt austicken würde.
"Da ist sogar die Original-Todesanzeige", kriegte sich Horst Lichter kaum noch ein. "Ahhh, blätter um, blätter um, blätter um!", wollte er sofort die ganze Bildersammlung über das Leben des Rennfahrers sehen.
Am liebsten hätte er Hildegard Poppensieker abgeknutscht: "Danke schön!" Mit ihrer Enkelin war sie aus Herten angereist und wusste, welchen Schatz sie im Gepäck hatte: "Das ist nicht was Rares, das ist was Einmaliges, was wir hier mithaben."
Deutschmanek begann die Expertise: "Fangen wir mit Burg Hemmersbach an, das ist der Familiensitz ..." Doch Horst Lichter platzte aufgeregt dazwischen: "Ich war sogar in dem Zimmer, wo er mal gelebt hat!"
Der Experte fuhr fort: "Wolfgang Reichsgraf Berghe von Trips, eigentlich der bekannteste deutsche Rennfahrer, den es gibt ..." Und wieder mischte sich Lichter ein: "Zumindest zur damaligen Zeit", noch vor Michael Schumacher. "Aber er ist eine absolute Renn-Legende gewesen", waren sich beide einig.
"Es ist so, dass es nicht viele Autogramme von ihm gibt, weil wenn man mit 33 Jahren verstirbt, das ist gerade so am Anfang der Karriere", betonte Sven Deutschmanek, dass im Ordner sogar sieben Original-Autogramme steckten.
Noch besser: Sie steckten nur lose in der Hülle und waren deshalb sehr gut verkäuflich! Bemerkenswert war auch ein Taschentuch mit Monogramm. "Uiuiuiui", hätte Horst Lichter die Sammlung am liebsten direkt bei sich zu Hause ins Regal gestellt.
Das Kribbeln in Lichters Fingern blieb auch Deutschmanek nicht verborgen: "Tja Horst, das wirst du heute sicherlich mal merken, dass du diesmal auf der falschen Seite bist ..." Enttäuscht stellte der Vollblut-Fan fest: "... und leider nicht kaufen darfst."
Schweren Herzens und mit einem sensationellen Schätzpreis von 2.100 Euro schickte Horst Lichter die beiden Damen weiter zu den Händlern. "Sollte da jemand sitzen mit blonder Perücke und nem Schnurrbart ...", schmiedete er einen Plan, um an das Objekt der Begierde zu kommen.
Trotz Interesse hielt sich die Kaufbereitschaft in Grenzen. "Es ist 'ne Preissache. Du kriegst die verkauft, aber halt nicht um jeden Preis", erklärte Walter Lehnertz das Problem. "Ich fange mal ganz vorsichtig mit 800 Euro an." Ein respektabler Start für den 80-Euro-Mann.
Höher als 1.500 Euro wollte er nicht bieten. Das war Frau Poppensieker jedoch noch zu wenig: "Nee, ich nehm es wieder mit. Wir haben noch eine Möglichkeit ..." Hatte sie vielleicht einen bärtigen Herren im Hinterkopf, der liebend gerne mehr Bares dafür zahlen würde?
Wir werden es wohl nie erfahren. Dafür kauften die Händler die anderen Raritäten: Einen Diamant-Ring von 1890 aus Gold und Silber für 320 Euro ...
Und einen Kunstdruck von Marc Chagall aus den 1970er- Jahren für 250 Euro.