"Boah, hast du ne Stimme, Alter!" Horst Lichter staunt bei "Bares für Rares"

Die Stimme eines Verkäufers war das grosse Thema der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares". War er etwa der Synchronsprecher eines Filmstars? Dabei übersahen die Händler fast das spannende Mitbringsel ...

"Boah, hast du ne Stimme, Alter! Geil!", staunte Horst Lichter (Mitte) über Walter Franzkowiak (rechts). Dessen Reibeisenstimme sorgte auch im Händlerraum für Aufmerksamkeit. Die sollte eigentlich dem Verkaufsobjekt gelten, zumal dieses spannend war. Während heute E-Roller in aller Munde sind, gab es bereits in den 20er-Jahren eine umweltfreundlichere Variante.
Auch wenn er das Zeug zum Synchronsprecher eines finsteren Filmbösewichts hätte: Der wahre Beruf des 59-Jährigen aus Bottrop ist Lackierer. Sein Fachwissen nutzte er auch, um den Roller in Originalfarben nachzuarbeiten. "Ach, du bist auch noch Lackierer, den Mann kann man brauchen", fand Horst Lichter.
"Die Firma Wittkopp hat diesen Wipproller ...", stolperte Sven Deutschmanek über den Zungenbrecher. In den 20er-Jahren sei dieser entwickelt, aber erst in den 30-ern patentiert worden. Das Mitbringsel sei eine frühe Ausführung. Das erkannte der Experte daran, dass das Hauptkonstrukt aus Buchenholz gefertigt wurde. Die späteren hatten Stahlrohrrahmen.
Die eigentliche Sensation war der Antrieb. Den fände selbst Greta Thunberg klasse. "Du hast durch die Wippbewegung das Hinterrad angetrieben", so Deutschmanek. "Wie eine Kardanwelle", glaubte Lichter. "Genau", stimmte Sven zu. Der Preisvorstellung des Verkäufers stimmte er dagegen nicht zu: "500 Euro ist unrealistisch." Er schätzte den Wert auf 150 bis 200 Euro.
"Ich bin der Walter", stellte sich der Verkäufer vor. Das liess Walter Lehnertz nicht auf sich sitzen: "Ich auch", markierte der Händler sein Revier. Denn bei "Bares für Rares" gilt wie im Film "Highlander": Es kann nur einen geben. Apropos Filme: "Sie haben eine sehr markante Stimme", fand Wolfgang Pauritsch. "Sie wären ein guter Synchronsprecher."
"Der ist ja die Stimme von John Wayne", scherzte Lehnertz. Dann bemerkten die Händler endlich das Mitbringsel. "Da musst du ein Gefühl für haben, weil du musst ja wippen und trotzdem Gleichgewicht halten", sinnierte Lehnertz. Er eröffnete mit seinem berühmt-berüchtigten 80-Euro-Startgebot. "Das habe ich mir gedacht", kommentierte sein Namensvetter.
Schon Sven Deutschmanek hatte bemängelt, dass Walter Franzkowiak das Typenschild einfach überlackiert hatte. Auch die Händler bemerkten diesen Schönheitsfleck. Esther Ollick nahm es gelassen: "Da kannst du ja jetzt eine Startnummer drauf malen." Sie bot 120 Euro. "Damit du dir nicht deinen hübschen Hals brichst, mache ich 130", so Lehnertz.
"Ui, das war ein Kompliment", staunte Ollick. "Gewöhn dich nicht dran", riet ihr der Rivale. "In Schwarz lackiert mit der Startnummer 9", erträumte sich die Mitbieterin den Roller. "Ne, da kommt die 80 drauf!", protestierte Lehnertz. "Die passt da doch gar nicht drauf! Eine 7 würde da drauf passen", glaubte Ollick. Das Duell war in vollem Gange!
"Da musst du erst mal was draufzahlen", meinte Lehnertz. "Dann 170, dann wird der Schwarz mit einer 7", so Ollick. "Das Blau gefällt mir nicht, ich habe da noch bisschen Arbeit damit", erklärte sie. Doch überraschenderweise hatte Ollick nicht nur gegen Lehnertz zu kämpfen: "Und mir gefällt das Schwarz nicht", erwiderte John Waynes Stimme finster.
"Dann müssen sie den Roller behalten", maulte Esther Ollick. Das war ein Argument. "Schweren Herzens" trennte sich John Waynes Stimme von seinem blauen Pferdeersatz. "Der wird super", versprach Ollick. "Hm", machte Walter Franzkowiak unbeeindruckt. "Da bin ich nicht sicher". Filmschurken müssen eben raubeinig abtreten. Trotzdem gab´s ein Happy End!
Was Felix Rasch aus Rheurdt und Händler Wolfgang Pauritsch für einen Apotherschrank hielten, war ein Eisenwarenschrank aus den 30er-Jahren. "Ich werd' verrückt! Genau so ein Ding such ich für meine Garage", freute sich Lichter zu früh. Denn gekauft hat den Schrank Esther Ollick für 400 Euro. Das Doppelte von Sven Deutschmaneks Empfehlung!
Die Freundinnen Monika Wosniza und Sabine Schubert hatten einen Kater. Keinen Stubentiger, sondern einen Stuben-Leopard. Für das Rosenthal-Porzellan nach einem Entwurf von Hugo Meisel erhofften sie sich 800 Euro. Sven Deutschmanek empfahl maximal 550. Christian Vechtel zahlte am Ende nur 330. Und auch das nur mit viel Überredungskunst.
Gisela Forkert aus Heuchelheim schmückte sich früher mit der Brillant-Brosche mit Kette aus 585er Gold mit Rubinen. Nun wollte sie sie los werden. Idealerweise für 1.500 Euro, doch Dr. Heide Rezepa-Zapel bremste auf 850 bis 950 Euro. Es kam noch schlimmer: Wolfgang Pauritsch bot nur 550 Euro. Nach langer Bedenkzeit akzeptierte Forkert.